Der Begriff „Interreligiöser Dialog“ ist in aller Munde, in Deutschland ebenso wie in Nigeria – dabei ist gar nicht so richtig klar, was er eigentlich bedeutet.
Heißt „Interreligiöser Dialog“ einfach nur, mit Menschen aus anderen Religionen zu reden? Bedeutet es, dass man sich darüber austauscht, wie die Religion des anderen zu verstehen ist und was man daran gut findet? Oder geht es darum, dass religiöse Führer gemeinsam Erklärungen verfassen und Abkommen schließen?
Interreligiöser Dialog kann all das bedeuten - und noch vieles andere. In den Dokumenten der katholischen Kirche werden oft vier Formen des Dialogs genannt:
- Der Dialog des Lebens: Dialog kann einfach nur heißen, freundschaftlich miteinander zu leben und zu arbeiten, gemeinsame Unternehmungen zu planen, sich gegenseitig zum Essen einzuladen ... Damit zeige ich dem anderen, dass ich ihn anerkenne und schätze, obwohl er einen anderen Glauben hat.
- Der Dialog des Handelns: Ob Christen, Juden, Muslime oder Hindus – alle Menschen leiden unter Problemen wie Armut, Arbeitslosigkeit, Ungerechtigkeit oder Umweltverschmutzung. Wenn Menschen verschiedener Religionen die Probleme gemeinsam angehen, tun sie damit auch einen großen Schritt zum Frieden unter den Religionen.
- Der Dialog des theologischen Austauschs ist schwieriger, weil er voraussetzt, dass man seine eigene Religion kennt und darüber reden kann. Dann kann man den Anderen auch nach seiner Religion befragen und versuchen, sie zu verstehen. Dieser Dialog ist wichtig, um Vorurteile gegenüber der fremden Religion abzubauen, aber auch, um den eigenen Glauben besser kennen zu lernen.
- Der Dialog der religiösen Erfahrung: Auch wenn sie an verschiedene Wahrheiten oder an verschiedene Götter glauben – im Gebet, in der Meditation oder in der persönlichen Suche nach Gott machen Menschen oft sehr ähnliche Erfahrungen. Der Austausch über diese Erfahrungen und auch das Gebet voreinander können helfen, einander tiefer zu verstehen.
Der Himmel freue sich,