Kano ist die zweitgrößte Stadt Nigerias. Die Mehrheit der neun Millionen Einwohner sind Muslime.
Opfer der Terrorwelle in den letzten beiden Jahren waren Christen, aber auch Muslime in Nordnigeria, und Sicherheitskräfte. Boko Haram will nach eigenen Angaben die Regierung stürzen und im gesamten Land die Scharia einführen.
Die Islamisten hatten Weihnachten 2011 bei mehreren Anschlägen auf christliche Kirchen bereits Dutzende Menschen getötet. Kurz danach hatte ein Sprecher der Sekte den Christen im Norden Nigerias ein Ultimatum gestellt. Sie sollten innerhalb von drei Tagen die Region verlassen. Danach hatte es zahlreiche Angriffe auf Christen im Nordosten Nigerias mit 30 Toten gegeben. Viele Christen waren daraufhin in Gebiete geflüchtet, in denen mehrheitlich Christen leben, wie die Stadt Jos im Bundesstaat Plateau. Dies hat der dort ansässige Erzbischof, Ignatius Kaigama, bestätigt.
Der nigerianische Staat scheint angesichts der Krise hilflos. Gerade erst konnte der Hauptverdächtige, der den Anschlag auf die katholische Kirche St. Theresa nahe Abuja zu Weihnachten geplant haben soll, aus der Haft fliehen.
In einer Videobotschaft hatte ein Sprecher von Boko Haram die Anschläge auf Christen gerechtfertigt. Sie seien Vergeltung für das, was Christen Muslimen an Orten wie Jos und Kaduna angetan haben sollen. Er erklärte zudem, das Hauptangriffsziel von Boko Haram seien die Sicherheitskräfte. Sie hatten 2009 den Führer der Sekte Mohammed Yusuf nach seiner Verhaftung erschossen.