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Kirche gibt Zeugnis wie eine Quelle in der Wüste
Seit 1993 ist Eritrea ein souveräner Staat, doch für viele ist das Land noch immer ein weißer Fleck auf der afrikanischen Landkarte. Eingekeilt zwischen den riesigen Flächenstaaten Äthiopien und Sudan wurde die Aufmerksamkeit für das Schicksal der rund vier Millionen Eritreer überlagert von den humanitären Katastrophen der großen Länder am Horn von Afrika. Dabei ist auch das Leben der meisten Menschen im kleinen Eritrea von Armut und Unterdrückung geprägt.
Noch 2005 lag Eritrea auf dem „Human Development Index“ der Vereinten Nationen, der jährlich die ärmsten Länder der Welt ermittelt, auf dem 161. von insgesamt 177 Plätzen. Über zwei Drittel der Menschen in Eritrea leben vom Ackerbau und der Viehwirtschaft. Eine dramatisch Versteppung der Böden durch zunehmende Dürreperioden bedroht mittlerweile die Existenz von Millionen Menschen. Rund ein Drittel aller Eritreer ist von Hunger und Unterernährung bedroht. Eine ganze Generation von Kindern wächst mit Mangelerscheinungen und gesundheitlichen Schäden auf. In dieser Situation ist die Kirche für viele Menschen wichtige Anlaufstation und oft die einzige Hilfe. So auch in Tesseney.
Tesseney ist eine kleine Stadt, etwa 45 km von der sudanesischen Grenze und ca. 115 km von der Bischofsstadt Barentu entfernt. Die 12.000 Einwohner leben vorwiegend vom Handel mit den sudanesischen Nachbarn, sie bauen Baumwolle, Sesam und Sorghum an. Die Bevölkerung dieser heißen Region im Westen Eritreas hat in den Kriegen mit Äthiopien besonders gelitten. Hunderttausende Flüchtlinge konnten erst jetzt in ihre angestammten Dörfer und Städte zurück, viele davon sind völlig zerstört. Das brüchige Waffenstillstands-Abkommen mit Äthiopien ist nicht geeignet, den Menschen Vertrauen in eine friedliche Zukunft zu geben.
Die meisten Einwohner von Tesseney bekennen sich zum Islam. Die katholische Kirche ist dort seit den 1960er Jahren durch Kapuziner-Missionare aktiv. Zur Pfarrei „Kidane Mehret“, Unsere Liebe Frau von der immer währenden Hilfe, gehören rund 200 Mitglieder. Hier liegt auch das „Kleine Seminar" des Bistums, in dem etwa 20 Jungen begleitend zu ihrer Schulausbildung eine spirituelle Vorbereitung für einen möglichen Eintritt in das Priesterseminar von Asmara erhalten.
In Tesseney gibt es kein öffentliches Trinkwassernetz, der einzige Fluss ist ausgetrocknet. Mit finanzieller Unterstützung italienischer Spender wurden daher für das Pfarrhaus, das Seminar und die Menschen in der Nachbarschaft zwei Brunnen gebohrt. Nun wurde missio um finanzielle Hilfe für die Beschaffung einer Elektropumpe für beide Brunnen, einer Solaranlage zum Betreiben der Wasserpumpe und zur Anschaffung eines Wassersammeltanks gebeten.
Der Einsatz der Kirche für das Lebensnotwendige ist auch ein sichtbares Symbol unseres Glaubens: Jesus als Quelle lebendigen Wassers. Sie können mit Ihrer Spende dazu beitragen, dass die Kirche in dieser besonderen Umgebung ihre Strahlkraft nicht verliert. missio möchte dieses Projekt mit 26.200 € unterstützen.