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6. Dezember 2020

2. Advent

„Lasst uns froh und munter sein“

Wir haben den Heiligen Nikolaus seit unserer frühesten Kindheit als gutmütigen älteren Herrn mit wallendem Bart erfahren. Der historische Bischof Nikolaus lebte im 3. und 4. Jahrhundert in Myra, im Süden der heutigen Türkei. Nikolaus steht für Eigenschaften, die in unserer Zeit immer rarer werden: Fürsorge und Menschenfreundlichkeit.

Diese Werte sind immer dann besonders gefährdet, wenn Menschen in Umbruchsituationen bisherige Sicherheiten verlieren und neue Fundamente für ihr Leben aufbauen müssen. In solchen Situationen kann der Heilige Nikolaus als Vorbild und Inspiration dienen. Nikolaus spendet den Menschen Trost und Zuversicht und ist vor allem ein Mann, der neue Möglichkeiten und Perspektiven eröffnet. So bewahrt er mit seinem eigenen Erbe die Töchter eines verarmten Mannes davor, wegen des Fehlens der Mitgift öffentlich bloßgestellt zu werden bzw. in die Zwangsprostitution verkauft zu werden. Eine andere Geschichte beschreibt, wie Nikolaus drei unschuldige Männer, die Opfer einer Intrige wurden, vor der Todesstrafe bewahrte. Wieder eine andere Geschichte berichtet von der Rettung aus einem Sturm. In allen Geschichten, die über Nikolaus erzählt werden, wird uns ein Mann vorgestellt, der entschlossen anpacken kann, der kreative Lösungen für Notlagen findet und weiß, was zur rechten Zeit getan werden muss, um das Leiden der Menschen zu bekämpfen. Nikolaus ist ein Kümmerer. Er versteht es, sich in die Situation der Anderen zu versetzen und das zu tun, was möglich und nötig ist. Nikolaus zeigt uns, dass es in solchen Situationen auf die verbindende Kraft der Liebe und Barmherzigkeit ankommt.

Dr. Michael Becker, missio-Diözesanreferent im Erzbistum Hamburg

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