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Es trifft wieder die Ärmsten

Gregor von Fürstenberg ist Vizepräsident von missio Aachen. Er kennt die Not der Menschen in Afrika und Asien aus vielen missio-Projektreisen.

Heute Morgen hatten wir die monatliche Projektkonferenz der Auslandsabteilung im Hause missio. Die Nachrichten, die der Reihe nach die Länderreferentinnen und Referenten vorgetragen haben, waren erschreckend. Langsam, aber stetig steigen die Zahlen der Corona Infektionen und Erkrankten in den missio-Partnerländern in Afrika, Asien und Ozeanien.

Schon jetzt ist klar, es wird ganz massiv wieder die Ärmsten der Armen treffen. Viele von denjenigen, die aufgrund von schlechter Ernährung, vorenthaltener Bildung und geringem Einkommen schon jetzt einen schlechten Gesundheitszustand haben, womöglich durch Tuberkulose oder Malaria geschwächt sind, werden die Hauptleidtragenden von Corona sein. In vielen Slums werden Ausgangssperren verhängt. Diese werden in einigen Ländern von der Polizei und dem Militär mit großer Gewalt zum Teil mit Todesopfern durchgesetzt. Die Leidtragenden sind wiederum vor allem die Ärmsten der Armen.

Durch Ausgangssperren haben die Tagelöhner keinen Job mehr

Durch die Ausgangssperre haben die Tagelöhner keinen Job mehr. Sie bekommen keinen Lohn. Sie können sich kein Essen kaufen. Viele Menschen sehen für sich keine Zukunft, und werden wohl möglich das Ende des Jahres nicht erleben. Sie leben in großer Enge mit mehreren Personen in einem Raum. Ein „Zuhause bleiben“ ist kaum möglich. Ihr Alltag ist geprägt von Armut und Hunger. Wer wird diese Toten zählen? Wer wird ihre Todesursachen auflisten?

Viele unserer Partner fürchten um ihre Projekte, von denen momentan auch viele auf Eis liegen. Zunächst einmal ist Not-Hilfe gefragt

Ein Vorteil zur Bewältigung der Krise für unsere Partner ist, dass viele Menschen dort, wo unsere Partner arbeiten, nur eine sehr geringe Beweglichkeit und Mobilität von Stadtviertel zu Stadtviertel oder zwischen Dörfern haben. Sie kommen im Alltag kaum aus ihrem Viertel heraus. Hoffentlich wird dadurch das Virus etwas gebremst. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie ein geringes Durchschnittsalter haben, und damit hoffentlich eine höhere Überlebenschance.

Viele Menschen glauben, dass sie immun sind gegen den Virus, „weil sie eh schon alles mitgemacht haben“. Aber das ist wohl nur eine trügerische Hoffnung.

Was wir mit der aktuellen Pandemie erleben, folgt einem der großen Megatrends: Globalisierung. Bislang haben wir in Deutschland davon profitieren können. Doch auch Krankheiten wie das Coronavirus eilen mit Tagesgeschwindigkeiten um den Erdball. Früher war es egal, wenn in China der sprichwörtliche „Sack Reis“ umgefallen ist. Heute wissen wir, dass ein Virus auf dem Markt in Wuhan kurze Zeit später das ganze Leben weltweit lahm legen kann.

Im Zeitraffer erleben wir mit der Corona-Pandemie, was wir mit der Klimakrise noch erleben werden. Wenn die vergangenen Sommer zu trocken gewesen sind, führt dies zu einer Krise in Deutschland und weltweit. Leidtragende sind auch hier wieder die Ärmsten der Armen. Jeder der schon einmal in Afrika gewesen ist, kann davon berichten, was Trockenheit bedeutet.

Gregor von Fürstenberg, Aachen

Solidaritätsfond

Hilfe für Corona-Opfer

missio hat einen Solidaritätsfonds angelegt, um den von Corona am stärksten betroffenen Partnerinnen und Partnern in Asien, Afrika und Ozeanien schnell und unbürokratisch helfen zu können. Das Ziel: Sie sollen gerade in dieser schwierigen Zeit den leidenden Menschen zur Seite stehen und helfen können.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!


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