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Philippinen: Das Leid der Arbeiter und Kinder

Father Shay Cullen ist als irischer Missionar, Seelsorger und Journalist seit Jahrzehnten in den Philippinen im Einsatz. Seit dem Start der Aktion Schutzengel unterstützt missio seinen Kampf gegen Sextourismus, Kinderprostitution und sexuellen Missbrauch.

Wir stehen vor einer immensen Herausforderung auf der ganzen Welt. Jeder muss sich der Gefahr bewusst werden und zu Hause bleiben und strenge Hygiene praktizieren. Tausende sterben - und viele sterben allein. Jeder Mensch ist wichtig und gleich an Würde und Rechten, und wir müssen alle respektieren und Hilfe und Unterstützung geben, damit noch mehr gerettet werden können.

In der Zeit der Quarantäne können wir zusammen mit Familienmitgliedern praktische Aufgaben erledigen, Bindungen eingehen und anderen zeigen, dass wir uns um sie kümmern und sie lieben. Wir können unsere Eltern anrufen und ihnen sagen, dass wir sie lieben und ihnen dafür danken, dass sie uns Leben, Bildung und Unterstützung gegeben haben, damit wir ein gesundes, sinnvolles Leben führen können. Eltern sollten ihre Kinder anrufen und ihnen sagen, dass sie sie auch lieben.

Die Situation der Arbeiter

Es gibt wirtschaftliche Schäden und Verluste, und viele Arbeitsplätze fallen weg. Die Regierung kann Hilfe leisten. Schätzen wir uns glücklicher als die verlassenen, arbeitslosen Wanderarbeiter, darunter auch Filipinos, auf den Straßen von Dubai oder im Industriegebiet von Doha. Dort breitet sich die COVID-19-Infektion unter den Tausenden von Arbeitern aus, die in ihren engen, überfüllten Vierteln eingeschlossen und vom Militär bewacht werden. Es gibt dort kein Krankenhaus. Es wird eine hohe Zahl von Todesopfern geben, und niemand weiß, wie viele. Die Weltmeisterschaft wird über die Leichen der Toten gespielt werden. Auch über diejenigen in anderen Ländern des Nahen Ostens muss die philippinische Regierung die Hand ausstrecken und sie retten. Sie befinden sich in einer ernsten Notlage, sagte mir ein Journalist am Telefon.

Jeder, der sich in Quarantäne befindet, steht vor Herausforderungen. Es wird Stress und Spannungen durch die Enge geben, es wird zu Auseinandersetzungen kommen und es kann zu Gewalt und zerbrochenen Familien kommen. Aber die gute Seite für diejenigen, die isoliert gelebt haben und von ihren Familie getrennt waren, ist, dass sie hoffentlich zusammenkommen, um miteinander zu reden und einander zuzuhören und das Familienleben neu gestalten, indem sie ihre Lebensgeschichten und Erfahrungen austauschen und neue Einheit erleben.

Kindern Schutz und Hilfe bieten

Die andere Herausforderung der Abriegelung besteht darin, dass die Kinder den ganzen Tag zu Hause bei ihren Eltern sind, wenn die Eltern nicht an systemrelevanten Arbeitsplätzen tätig sind. Es ist eine großartige Gelegenheit, eine gute Zeit mit den Kindern zu verbringen, und die Eltern können sie neu kennen und verstehen lernen und mit ihnen interagieren. Sie können viele Dinge gemeinsam tun: unterrichten, spielen, singen, plaudern, Musik machen, kochen, Filme anschauen oder fernsehen.

Die Abriegelung hat aber auch eine negative, tragische Seite. Kinder, die Opfer von sexuellem Missbrauch durch einen Elternteil oder Verwandten sind, werden mit dem Täter im Haus oder in der Wohnung eingeschlossen und haben kaum eine Chance, zu entkommen, auf die Straße zu laufen, und haben niemanden, dem sie davon erzählen können. Dies werden schreckliche Zeiten für sie sein. Die Kinderschutzbehörden sollten Telefon-Hotlines einrichten, bei denen ein Kind möglicherweise um Hilfe rufen kann. Meine PREDA-Stiftung hat eine eigene telefonische Notrufnummer: +63 9175324453.

Große Herausforderungen

Das Coronavirus fordert uns auf, mitfühlend und fürsorglich mit leidenden Patienten umzugehen, wenn die Krankheit zuschlägt. Zum einen die körperlichen Schmerzen dieser gefährlichen Grippe wie Kopf- und Gliederschmerzen. Aber auch der emotionale Stress, nicht zu wissen, ob Sie oder Ihre Eltern oder Verwandten erkrankt sind, und wenn ja, werden sie überleben?

Wir sollten andere wissen lassen, dass Liebe und Unterstützung im Überfluss vorhanden sind. Wir stehen zusammen angesichts dieser Pandemie.

Father Shay Cullen

Die Obdachlosen stehen vor besonderen Herausforderungen. Sie leben ohne Familie und Freunde, treiben auf der Straße umher, schlafen vor Türen und unter Brücken. Wenn sie in Notunterkünften zusammengepfercht sind, wird das Coronavirus auch sie erwischen. Viele sind bereits dem Untergang geweiht. Sie brauchen jede Hilfe, die das Sozialamt ihnen geben kann.

Eine besondere Herausforderung ist auch, dass die Slumbewohner überleben. Sie sind die Ärmsten und am stärksten gefährdet. Sie sind unterernährt, haben ein schwaches Immunsystem und können sich nicht isolieren. In den wimmelnden Slums ist soziale Distanzierung nicht möglich, wo Hütten und Baracken und Plastikunterkünfte zusammengepfercht sind. Viele werden unbekannt und ungezählt sterben, bis sie, wenn überhaupt, Herdenimmunität erlangen.

Taiwan und Südkorea waren bereit und handelten schnell und haben die Panik unter Kontrolle gebracht. Sie haben der Welt gezeigt, wie es geht. Wird die Welt die Herausforderung annehmen und lernen, dass Vorbeugen unendlich besser ist als Heilen?

Father Shay Cullen, Manila (Philippinen)

Pater Shay Cullen und ein Mädchen aus dem Kinderschutz-Zentrum von PREDA halten eine Plakette der Aktion Schutzengel. Foto: Bettina Flitner/missio

Solidaritätsfond

Hilfe für Corona-Opfer

missio hat einen Solidaritätsfonds angelegt, um den von Corona am stärksten betroffenen Partnerinnen und Partnern in Asien, Afrika und Ozeanien schnell und unbürokratisch helfen zu können. Das Ziel: Sie sollen gerade in dieser schwierigen Zeit den leidenden Menschen zur Seite stehen und helfen können.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!


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