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Malawi: Weltkirchliche Solidarität in Zeiten von Corona

Immer wieder erhebt Papst Franziskus seine Stimme und ruft zu einer Globalisierung der Solidarität und Nächstenliebe auf. In Zeiten von Corona bekommt dieser Appell eine neue Bedeutung. missio steht auch in diesen Zeiten der weltweiten Pandemie in engem Kontakt mit seinen Projektpartnern in Afrika, Asien und Ozeanien, die besonders von der Pandemie betroffen sind. Marita Wagner befragte Ryan Contamina zur aktuellen Situation in Malawi.

Wie hat die COVID-19-Pandemie das Leben von Ihnen und den Menschen in Ihrer Nachbarschaft verändert?

COVID-19 hat unser Leben in Verzweiflung gestürzt und unsere Lebensweise und die Dinge, die wir in unserem täglichen Alltag getan haben, verändert. Der Ausnahmezustand hier in Malawi hat uns bewusst gemacht, dass Geld und materielle Dinge nicht so wichtig sind wie das menschliche Leben und die gegenseitige Fürsorge in Zeiten der Not. Er hat uns gezeigt, wie viel Gutes aus der Zusammenarbeit entstehen kann und was dies für eine Nation und und die christliche Gemeinschaft bedeutet. Deshalb hat das Kungoni-Zentrum für Kultur und Kunst sofortige Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit unserer Mitarbeiter, ihrer Angehörigen und der gesamten Mua- und Kungoni-Gemeinschaft zu gewährleisten und so die derzeitigen Bemühungen der Regierung zur Eindämmung der Pandemie zu ergänzen, indem wir eine helfende Haltung einnehmen, und die Regeln befolgen, wo dies nötig und gewünscht ist, insbesondere für die Menschen in der Umgebung unseres Pastoraldienstes.

Welche weiteren Auswirkungen der Pandemie sind für Ihr Land in den nächsten Monaten zu erwarten?

Maria Jose Torres, der UN-Koordinatorin in Malawi, warnt davor, dass Covid-19 einen katastrophal hohen Tribut fordern könnte: „Selbst eine relativ geringe Zahl von Fällen könnte das Gesundheitssystem überfordern, zu Nahrungsmittelknappheit führen und den Weg des Fortschritts, den das Land in den letzten Jahren gegangen ist, umkehren. Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen über die nötigen Vorräte und das Wissen verfügen, das sie brauchen, um sicher zu bleiben.“ Indem wir dies tun, erinnern wir unsere Gläubigen während unserer Sonntagsmessen immer wieder daran, Lebensmittel zu lagern und für die unsicheren Tage aufzuheben. Wir ermutigen unsere Kungoni-Mitarbeiter und die gesamte Pfarrei Mua dazu, stets aktuelle Gesundheitsinformationen wahrzunehmen und die richtigen Vorsichtsmaßnahmen zu befolgen. Wir schließen dabei den Gebeten der Allgemeinheit an, um für ein Ende der Pandemie zu beten.

Welche Bedeutung hat der christliche Glaube in diesen Zeiten der Pandemie?

Papst Franziskus hat die Christen überall dazu aufgerufen, sich in gemeinsamen Momenten des Gebets zu vereinen und sagte:

Lasst uns vereint bleiben. Lasst uns unsere Nähe den Menschen gegenüber spürbar machen, die am einsamsten und am meisten versucht sind.

Papst Franziskus

Diese Pandemie diskriminiert nicht aufgrund von Religion, Rasse oder Geschlecht. Die Ausbreitung des Virus wird nur dann gestoppt werden, wenn wir als menschliche Wesen soziale Distanzierung (social distancing) praktizieren, aber mit einem ernsthaften Bekenntnis zur sozialen Verantwortung, während wir unsere kleinen christlichen Gemeinschaften unterstützen und unsere Nächsten weiterhin wie uns selbst lieben.

Foto: missio

Ryan Contamina lebt in Malawi und ist Mitglied des von missio initiierten Netzwerk Pastoral Afrika. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss der Direktorinnen und Direktoren zahlreicher afrikanischer Pastoralinstitute. Nähere Informationen zum Netzwerk Pastoral Afrika finden Sie hier ».


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