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Nigeria: Weltkirchliche Solidarität in Zeiten von Corona

Immer wieder erhebt Papst Franziskus seine Stimme und ruft zu einer Globalisierung der Solidarität und Nächstenliebe auf. In Zeiten der Corona-Pandemie bekommt dieser Appell eine neue Bedeutung. missio steht auch in diesen Zeiten der weltweiten Pandemie in engem Kontakt mit seinen Projektpartnerinnen und Projektpartnern in Afrika, Asien und Ozeanien, die besonders von der Pandemie betroffen sind. Marita Wagner befragte Dr. Dominic Adeiza, den Direktor der Lux Terra Leadership Foundation in Abuja, zur aktuellen Situation in Nigeria.

Wie hat die Covid-19-Pandemie das Leben von Ihnen und den Menschen in Ihrer Nachbarschaft verändert?

Ein Teil der nigerianischen Öffentlichkeit sah in Covid-19 zunächst eine internationale und kooperative böswillige Verschwörung. Dies wurde durch die Nutzung sozialer Medien noch verschärft. Ein Teil der Öffentlichkeit verstand jedoch die drohende Gefahr. Dies hatte unter anderem Misstrauen gegenüber der Politik der Regierung, Interventionen, Missachtung von Richtlinien und Vorgaben des öffentlichen Gesundheitswesens, eine rasche Ausbreitung des Virus und ein allgemeines Gefühl der Verwirrung zur Folge.

 

Welche weiteren Auswirkungen der Pandemie sind für Ihr Land in den nächsten Monaten zu erwarten?

Der anschließende Lockdown wirkte sich auf das soziale und wirtschaftliche Leben, die Arbeitsmuster, das spirituelle Leben und die Praxis unseres Volkes aus. Dies führte zu Störungen in der Art und Weise und von wo aus die Menschen arbeiten. Es wirkte sich auf das Familienleben aus. Es veränderte die Art und Weise, wie Gemeinschaften, Nachbarn und Freunde miteinander umgehen. Dies unterscheidet sich nochmals je nach dörflichen, halbstädtischen und städtischen Siedlungen.

Es wird erwartet, dass sich die Kernschmelze negativ auf kleine und mittlere Unternehmen auswirken wird, dass Arbeitsplätze verloren gehen, Löhne gekürzt werden, die Kriminalität zunimmt, psychische Probleme auftreten und eine wirtschaftliche Rezession oder ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum zu erwarten ist. Ich vermute einen leichten Anstieg der Kindergeburten nach einem Jahr.

 

Welche Bedeutung hätte der christliche Glaube in diesen Zeiten der Pandemie?

Leider hält ein Teil der christlichen und muslimischen Öffentlichkeit dies für einen dämonischen Angriff und nicht für einen Virus. Jene Gruppen betrachten Indexfälle, die Ermittlung von Kontaktpersonen, die Ausbreitung in der Gemeinschaft und die Eindämmung als Schwindel. Sie bevorzugen das Gebet als die einzige Möglichkeit, das "Böse oder den Teufel" abzuwehren. Die andere Sektion beachtet die Anweisungen von Regierung und Kirche. Ihr Glaube kommt ihnen gelegen, dass Wissenschaft und Glaube nicht in Opposition zueinander stehen, sondern für das Gute arbeiten.

Foto: missio

Dominic Adeiza lebt und arbeitet in Abuja, wo er die Lux Terra Leadership Foundation leitet. Aufgrund dieser Tätigkeit ist er Mitglied des Netzwerks Pastoral Afrika, welches 2013 von missio initiiert wurde. Dabei handelt es sich um einen theologisch-wissenschaftlichen Think Tank, der sich mit pastoraltheologischen Fragestellung im afrikanischen Kontext befasst.

Solidaritätsfond

Hilfe für Corona-Opfer

missio hat einen Solidaritätsfonds angelegt, um den von Corona am stärksten betroffenen Partnerinnen und Partnern in Asien, Afrika und Ozeanien schnell und unbürokratisch helfen zu können. Das Ziel: Sie sollen gerade in dieser schwierigen Zeit den leidenden Menschen zur Seite stehen und helfen können.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!


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