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Philippinen: Niemand stirbt allein

Schwester Constance Tecson ist Missionsbenediktinerin des St. Scholasticas’s College in Manila. Sie schildert uns die gegenwärtige Situation auf den Philippinen und ihre Trauer über den Tod einer Mitschwester.

Schwester Constance (Philippinen)

Das Leben in den Philippinen, besonders in Manila, ist hart aufgrund des Lockdowns, der nicht gut geplant war. Die Regierung zeigt ihre Unverantwortlichkeit und Unbeholfenheit im Umgang mit der Pandemie. Sie ist seit Januar bekannt, aber keine schnellen Maßnahmen wurden ergriffen. Der Lockdown hätte da schon umgesetzt werden müssen, aber es wurden weiter chinesische Onlinespiele-Mitarbeiter im Land willkommen geheißen.

Die Regierung verhängte den Lockdown im März mit dem Versprechen, dass sie genug Nahrung für das Volk bereitstellen werden. Sie brauchten aber zwei Wochen, um die Not der Armen wahrzunehmen und es waren die lokalen Regierungen, die handelten, nicht die nationale. Deshalb haben wir einige Güter denen zur Verfügung gestellt, die wir erreichen konnten.

Momentan werden die Regeln für die erweiterte Quarantäne strikter, indem militärisches Personal die Kontrollpunkte besetzt. Manche Menschen, die auf der Straße nach Hilfe verlangten, wurden ins Gefängnis geworfen und manche, die halfen, wurden befragt und bedroht. Ich weiß wirklich nicht, warum die herzlose Regierung dies tut.

Die Schwester für den Außenbereich zu sein, ist kein leichter Job. Das Risiko, angesteckt zu werden, ist allgegenwärtig. Hinzu kommen die zahllosen Kontrollpunkte, an denen immer die Dokumente geprüft werden, was manchmal übertrieben ist.

Niemand stirbt allein

Am Morgen des 24. April starb unsere 94-jährige Mitschwester, die für nahezu ein Jahr bettlägerig war. Die Bestattungsunternehmen behandeln momentan alle Toten als COVID-19-Opfer. Sie müssen sofort verbrannt werden. Aber weil wir um eine Nachtwache für sie gebeten haben, konnte ich die Beerdigung mit besonderer Rücksichtnahme für den folgenden Tag arrangieren. Normalerweise brauchen die Vorbereitungen für eine Beerdigung drei Tage. Wie man auf den Bildern erkennen kann, brachte ich die Leiche allein, vollzog das Ritual allein, betete allein und weinte allein. Bis zum letzten Moment im Leben unserer Schwester war die Gemeinschaft immer da. Ich brauchte einige Tage, um mich von dieser traurigen Erfahrung zu erholen. Es bekümmert mich bis heute.

Lassen Sie uns weiter füreinander beten. Wir wissen immer noch nicht, wie lange der Lockdown anhalten wird. Bis jetzt wurde er immer wieder verlängert.

Schwester Constance Tecson OSB

Solidaritätsfond

Hilfe für Corona-Opfer

missio hat einen Solidaritätsfonds angelegt, um den von Corona am stärksten betroffenen Partnerinnen und Partnern in Asien, Afrika und Ozeanien schnell und unbürokratisch helfen zu können. Das Ziel: Sie sollen gerade in dieser schwierigen Zeit den leidenden Menschen zur Seite stehen und helfen können.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!


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