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Türkei: Weltkirchliche Solidarität in Zeiten von Corona

Immer wieder erhebt Papst Franziskus seine Stimme und ruft zu einer Globalisierung der Solidarität und Nächstenliebe auf. In Zeiten von Corona bekommt dieser Appell eine neue Bedeutung. missio steht auch in diesen Zeiten der weltweiten Pandemie in engem Kontakt mit seinen Projektpartnern in Afrika, Asien und Ozeanien, die besonders von der Pandemie betroffen sind. Katja Nikles befragte Pater Martin Kmetec zur aktuellen Situation in der Türkei.

Wie hat die COVID-19-Pandemie das Leben der Menschen in Ihrem direkten Umfeld verändert?

In der Türkei halten die Menschen die Regeln ein, die die Autoritäten verhängt haben. Gesichtsmasken müssen in der Öffentlichkeit getragen und soziale Distanz muss eingehalten werden. Die Menschen bleiben in ihren Häusern, manchmal gibt es für einige Tage komplette Ausgangssperren und in diesen Zeiten sind die Straßen leer. Moscheen sind für öffentliche Gebete geschlossen, die Kirche folgt dieser Regel für liturgische Feiern. Schulen, Universitäten und Einkaufszentren wurden geschlossen sowie auch die meisten kleinen Läden und Werkstätten. Die Armut der Armen ist sehr viel sichtbarer als vorher; viele leben unter dem Niveau der Unterklasse. Internationaler Flugverkehrt wurde gestoppt, während der Transport zwischen den Städten limitiert ist und Reisen kontrolliert werden. Unter Beachtung verschiedener Präventionsmaßnahmen funktioniert der öffentliche Nahverkehr in den Städten recht gut.

Welche Auswirkungen wird die Pandemie in den nächsten Monaten für Ihr Land haben?

Die Wirtschaftskrise wird sich verschärfen und die Arbeitslosigkeit wird wachsen. Viele kleine Unternehmen werden Schwierigkeiten haben, zu überleben, und die negativen Konsequenzen werden auch für große Unternehmen substantiell sein. Die Migration wird sich verstärken und in dieser Situation werden neue soziale Probleme aufkommen. Sicher wird Europa das durch den Druck auf die Grenzen spüren.

Welche Bedeutung hat der Glaube für die Menschen in den Zeiten der Pandemie?

Es ist sehr wichtig, die Idee der gemeinsamen Menschheitsfamilie zu stärken. Dieser Gedanke ist berührbar geworden, weil die Pandemie die Verletzlichkeit der Menschheit verdeutlicht hat. Es ist wichtig, für das Leiden der Anderen zu sensibilisieren. Die Idee einer wahren Solidarität mit allen Menschen und des Mitleids mit denen, die vergessen werden und die aus anderen, aber ähnlichen Gründen wie Covid-19 sterben.

Nach Papst Franziskus sollten Katholiken und die Mitglieder anderer Kirchen mit religiösen Führern und allen Bewegungen, die sich für die verantwortliche Nutzung natürlicher Ressourcen einsetzen, zusammenarbeiten. Wir müssen teilhaben an jeglicher Anstrengung für den Respekt und die gerechte Behandlung der Schöpfung.

Pater Martin Kmetec lebt in der Türkei und ist Mitglied des von missio initiierten Netzwerks Religionsfreiheit in der MENA-Region, das heißt in Nordafrika, dem Nahen und Mittleren Osten. Foto: missio
Pater Martin Kmetec lebt in der Türkei und ist Mitglied des von missio initiierten Netzwerks Religionsfreiheit in der MENA-Region, das heißt in Nordafrika, dem Nahen und Mittleren Osten.

Das Netzwerk Religionsfreiheit » in der MENA-Region arbeitet in Nordafrika, dem Nahen und Mittleren Osten.

Solidaritätsfond

Hilfe für Corona-Opfer

missio hat einen Solidaritätsfonds angelegt, um den von Corona am stärksten betroffenen Partnerinnen und Partnern in Asien, Afrika und Ozeanien schnell und unbürokratisch helfen zu können. Das Ziel: Sie sollen gerade in dieser schwierigen Zeit den leidenden Menschen zur Seite stehen und helfen können.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!


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