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Beten mit dem Friedenspreis-Träger Erzbischof Shaw aus Pakistan

Per WhatsAPP schickte mir Erzbischof Sebastian Francis Shaw OFM aus Pakistan gestern am späten Abend ein Bild und eine kurze Nachricht: Er hat den "National Peace Award" seiner Heimat vom Präsidenten Pakistans erhalten. Das hat mich echt gefreut. Denn Erzbischof Shaw besucht uns öfter in Aachen, ist unser Projektpartner und 2014 begleitete ich ihn in Deutschland während des Monats der Weltmission.

Foto: missio/Johannes Seibel
Erzbischof Sebastian Francis Shaw hat den Nationalen Friedenspreis in Pakistan gewonnen. Hier teilt er es auf WhatsApp mit.

An was ich mich während der Fahrten mit Erzbischof Shaw im Oktober 2014 besonders erinnere: Wir stiegen früh Morgens bei missio in mein Auto. Gewohnheitsmäßig wollte ich den Motor starten und dann losfahren. Sachte bat mich Erzbischof Shaw aber, mit dem Starten zu warten. Wir sollten erst beten. Ungewohnt für mich. Und er setzte, in meiner Erinnerung, sinngemäß so an: Erzbischof Shaw dankte Gott für die Tage, die er mit den Christinnen und Christen in Deutschland verbringen dürfe. Er dankte Gott, dass der Heilige Geist die Kirche und die Gläubigen in Pakistan begleite. Er dankte dafür, dass er an diesem Tag Politiker und Journalisten treffen dürfe, die sich für seine Heimat interessierten. Dann bat Erzbischof Shaw um eine gute und sichere Fahrt, Schutz auch für mich und meine Familie, um schließlich einen kleinen Reisesegen zu erteilen. Erst jetzt durfte ich meinen kleinen Citreon starten.

Treffen mit Norbert Lammert und Volker Kauder

Wir erzählten während der Fahrt viel. Von diesem Wissen und diesen Hintergründen zehre ich heute noch. Erzbischof Shaw versucht unterwegs immer, so berichtete er mir, die Sprache des Landes zu verstehen und ein wenig zu lernen, das er besucht. So musste ich ihm auf den Straßenschildern der Autobahnen die Ortsnamen richtig aussprechen helfen. An diesem Tag trafen wir dann mit einer Journalistin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und einem Journalisten der Frankfurter Rundschau zusammen. Wir trafen auch Politiker in Berlin, die im Bundestag sich für Menschenrechte und Minderheiten einsetzen. Erzbischof Shaw wurde vom damaligen Präsidenten des Bundestages, Norbert Lammert, empfangen - oder von Volker Kauder, der sich hinter den Kulissen seit Jahren für bedrängte Christen engagiert. Erzbischof Shaw schilderte ihnen die Lage in Pakistan, die Bedeutung des interreligiösen Dialoges, der Bildung. Er tut dies mit großem Respekt vor seinem Heimatland.

Doch mir ging diese Szene vom Beginn der Autofahrt nicht aus dem Kopf. Warum hat es mich so überrascht, dass ein gläubiger Mensch erst einmal betet, bevor er seine Tagesreise antritt? Weil das Fahren und Unterwegssein und unsere Mobilität so selbstverständlich geworden sind, dass wir sie nicht mehr als ein Geschenk, als etwas eben nicht Selbstverständliches wahrnehmen? Als Pressesprecher von missio weise ich immer darauf hin, dass anders als in Deutschland der Glaube und die Religion in unseren Partnerländern den gesamten Alltag prägt. Jetzt hatte ich es am eigenen Leib erfahren, was das konkret bedeutet. Eine gute Erfahrung. Und so beginne ich nicht jede Fahrt mit einem Gebet, halte aber unterwegs immer einmal inne und danke Gott - dank Erzbischof Sebastian Francis Shaw. Er hat den Nationalen Friedenspreis Pakistans verdient.

Foto: Hartmut Schwarzbach/missio
Für Erzbischof Sebastian Francis Shaw OFM und die Christen ist das Leben in Pakistan nicht einfach. Hier schützen Wachleute einen Gottesdienst, den Erzbischof Shaw in Lahore hält. Aber Shaw versteht es, immer wieder zu vermitteln und den gesellschaftlichen Frieden zu fördern.

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