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Die Kirche revolutinierte vor 100 Jahren die Mission

Es gibt Grund, zu feiern! Vor 100 Jahren, am 30. November 1919, revolutionierte Papst Benedikt XV. das missionarische Denken, welches unter dem Vorwurf des Kolonialismus stand, indem er das Apostolische Schreiben Maximum Illud veröffentlichte. Darin fordert er eine größere kulturelle Feinfühligkeit und Sensibilität der Missionare für die jeweiligen Landeskontexte, in die sie ausgesendet werden. Es gelte, die besonderen Eigenschätze der Völker zu erkennen und zu achten.

Dies konnte als ein wichtiger verändernder Schritt angesehen werden, indem die europäische Deutungshoheit infrage gestellt wurde. Das jeweilige Gegenüber sollte somit nicht mehr als Objekt der Mission angesehen werden, sondern als selbstständiges Subjekt, dass die eingefahrenen Denkmuster der Missionare herausforderte. Damit wurde zugleich die bisherige Sichtweise von dem Nicht-Europäer als „Fremden“ - gar „Wildem“ und „Unzivilisierten“ - aufgebrochen. In diesem Sinne regte Papst Benedikt XV. zur Unterstützung des einheimischen Klerus an, damit dieser eigenständig sein Verständnis des christlichen Glaubens entfalte und so zu einer Modernisierung der universalen Kirche beitrage.

Foto: Hartmut Schwarzbach/missio
Auf der Insel Sansibar ist die Kirche eine Kirche der Einheimischen für die Einheimischen, die den christlichen Glauben in ihre eigene Kultur aufgenommen hat - auch dank Maximum illud.

Als Weltkirche müssen wir uns populistischen Tendenzen entgegenstellen

Liebe Leserinnen und Leser, lassen Sie uns nicht müde werden, auch weiterhin die göttliche Botschaft in die Welt zu tragen – in Liebe und gegenseitiger Anerkennung unserer jeweiligen Lebenswirklichkeiten!

Als katholisches Hilfswerk, das im 21. Jahrhundert noch immer den weltweiten Dialog sucht und die Freude des Evangeliums teilen möchte, ist dieses 100-jährige Jubiläum auch ein wichtiger Moment, um Stille zu halten und uns selbst zu hinterfragen. Wir wollen unseren Brüdern und Schwestern in der weiten Welt auf Augenhöhe begegnen, sie ernst nehmen und ihnen aufrichtig Gehör schenken. Rassismus und ein ignoranter Eurozentrismus können keinen fruchtbaren Nährboden für unsere Arbeit bilden. Maximum Illud bleibt ein wichtiger Weckruf, sich auch und gerade in der heutigen Zeit aufkommenden rechtsextremen Gesinnungen und populistischen Tendenzen in unserer Gesellschaft entgegenzustellen. Vor diesem Hintergrund wollen wir vor allem unseren Partnerinnen und Partnern aus Afrika, Asien und Ozeanien danken: Sie sind es, die uns immer wieder die Augen öffnen, uns zeigen, was es heißt, solidarisch mit unseren Schwestern und Brüdern zu leben und uns für sie und ihre Schicksale einzusetzen. Mit unermüdlichem Eifer beweisen sie uns, dass es möglich ist, in friedlicher Harmonie zusammenzuleben.


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