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„Verbunden. Verstrickt. Verantwortlich.“

Dokumentation zur Fachtagung „Sexueller Missbrauch durch deutsche Priester im Ausland und die Verantwortung von Kirche und Hilfswerken“

Eine gemeinsame Veranstaltung der drei Hilfswerke
Logos der drei katholischen Hilfswerke Kindermissionswerk, Adveniat, missio Aachen

Dokumentation

Frankfurt/Main, 12. November 2025

Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen deutsche Priester während ihrer Tätigkeit im Ausland sexualisierte Gewalt verübt haben. Dies wirft drängende Fragen auf – zum Umgang mit Betroffenen und Tätern, zur Verantwortung der entsendenden Diözesen sowie zur Rolle unterstützender Hilfswerke.

Das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ e.V., die bischöfliche Aktion Adveniat und missio Aachen haben dazu eingeladen, fachliche Perspektiven und Erfahrungen auszutauschen und den Dialog zu stärken. Die Fachtagung verfolgte das Ziel, Verantwortlichkeiten zu klären, bestehende Herausforderungen zu benennen und erste Lösungsansätze zu entwickeln.

Thematische Hinführung

Nach der Eröffnung der Fachtagung durch Pfarrer Dirk Bingener (Präsident von missio Aachen und dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ e.V.) und Tanja Himer (Geschäftsführerin des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat) zeigen Dahlia Flores (Referentin Gewaltprävention bei Adveniat) und Susanne Brenner-Büker (Stabstelle Kinderschutz im Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ e.V.) die Entwicklungen im Bereich Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt durch Kleriker in der katholischen Kirche und den Hilfswerken sowie die Zielsetzung der Tagung auf.

Obwohl bereits 2010 eine große Zahl von sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche öffentlich wurde, sind auch heute noch – 15 Jahre später – viele Fragen und Herausforderungen im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt durch Kleriker in der Kirche offen. Um sich diesen Fragen zu stellen und einen Raum für gegenseitiges Lernen sowie das Sichtbarmachen bestehender Defizite zu schaffen, wurde die Fachtagung als Auftakt für den weiteren Diskurs konzipiert.

Somit ermöglichte die Fachtagung „Verbunden. Verstrickt. Verantwortlich. Sexueller Missbrauch durch deutsche Priester im Ausland und die Verantwortung von Kirche und Hilfswerken“ insbesondere einen Raum zur Reflexion, zum Austausch und der Auseinandersetzung mit den eigenen Rollen und Verantwortungen. Frau Brenner-Büker schließt die Hinführung mit drei zentralen Fragen, die im Laufe des Tages immer wieder relevant sein werden: Was hilft den Betroffenen? Was stärkt uns? Wo müssen wir Aporien und auch Ohnmacht aushalten?

Inputs aus verschiedenen Perspektiven

1. Lehren aus der Aufarbeitung (Dr. Bettina Janssen, Mediatorin und Rechtsanwältin)

Die Referentin Frau Dr. Bettina Janssen eröffnet die Impulsvorträge mit einem Einblick in die Lehren aus der Aufarbeitung. Ihre Erkenntnisse beruhen auf den Aktenuntersuchungen zu i) der Koordinationsstelle Fidei Donum der Deutschen Bischofskonferenz bei Adveniat – insbesondere zu Bischof Emil Stehle, ii) den Aachener Priestern Winfried Pilz und Dieter Wintz im Auftrag des Kindermissionswerks sowie iii) den Untersuchungen zu Leonhard Meurer im Auftrag von missio Aachen. Aus den genannten Untersuchungen ergeben sich für Sie drei zentrale Befunde:

  • Zersplitterte Verantwortung
  • Asymmetrische Machtverhältnisse
  • Individuelle Macht ohne Aufsicht

Aus diesen Befunden leitet Frau Dr. Janssen fünf Lehren aus der Aufarbeitung ab:

1. Die Verantwortung endet nicht an der Landesgrenze  

2. Strukturelle Ursachen müssen sichtbar werden  

3. Aufarbeitung ist professionelle Steuerung und Compliance  

4. Gegenseitigkeit statt Dominanz  

5. Transparenz ist Voraussetzung institutioneller Glaubwürdigkeit  

Frau Dr. Janssen führt zudem an, dass sich in der Aufarbeitung gezeigt hat, wie komplex sich die grenzüberschreitende Rekonstruktion der Täterbiografien gestaltet – besonders erschwert durch unterschiedliche Formen von Verantwortungsabwehr, fehlende Kooperationsbereitschaft, Widerständen und Barrieren. Zum Ende ihres Vortrages fasst sie zusammen: „Aufarbeitung ähnelt dem Zusammensetzen eines Puzzles: Jede Institution, jedes Land, jedes Hilfswerk trägt Teile bei. Fehlt etwas – Akten, Auskünfte, Beteiligung – bleibt das Bild unvollständig.“

  

Hier finden Sie die ausführliche Version des Inputs zum Download:

2. Die Sicht der Betroffenen (Matthias Katsch, Geschäftsführer des Vereins Eckiger Tisch e.V.)

Matthias Katsch teilt in seinem Input die Erfahrungen von Betroffenen und weitet den Blick auf die Situation von Betroffenen in Lateinamerika. Er weist darauf hin, dass sexuelle Gewalt und Tätertourismus innerhalb der katholischen Kirche keine Einzelfälle sind, sondern „das Verschieben des Problems“ ein Muster des katholischen Missbrauchsskandals war und ist.

Aufgedeckt wurden viele dieser Missbrauchsfälle erst, als Betroffene ihr Schweigen brachen und Menschen bereit waren, ihnen zuzuhören – etwas, das besonders in Ländern schwierig bleibt, in denen Medien und Gesellschaft noch nicht bereit sind, den Betroffenen zuzuhören. Zur Stärkung müssen sich Betroffene verbinden und vernetzen können, auch weltweit: Erfahrungen aus Ländern wie Deutschland geben Betroffenen in anderen Regionen Mut, ebenfalls zu sprechen.

Herr Katsch betont, dass die Aufarbeitung in erster Linie den Betroffenen dient. Sie haben ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren und Gerechtigkeit zu erleben – auch wenn dies ein langer Prozess ist. Gleichzeitig ist Aufarbeitung auch für die Institution Kirche selbst förderlich, weil sie Voraussetzung für echte Prävention ist und dafür, dass solche Verbrechen sich nicht wiederholen.

„Wer Hilfe und Reparation […] stärken will, der hilft der Selbstorganisation der Betroffenen und entwickelt mit ihnen Formate der Unterstützung“, so Katsch. „Handeln, nicht behandelt werden“ steht dabei im Zentrum. Da psychologische Versorgung in vielen Teilen der Welt kaum vorhanden ist, wird die Hoffnung formuliert, dass insbesondere Kirchen im globalen Norden helfen, ein weltweites Unterstützungs- und Genesungsnetzwerk für Opfer aufzubauen.

3. Perspektive der Kirche im Globalen Süden – eine Einordnung (Bischof Bob John H. Koroma, Bischof der Diözese Makeni in Sierra Leone)

„Gemeinsame Mission, gebrochenes Vertrauen: Ein Aufruf zu Verantwortlichkeit und authentischer Partnerschaft“ – so benennt Bischof Koroma seinen Input zur Fachtagung „Verbunden. Verstrickt. Verantwortlich“.

Bischof Koroma thematisiert das durch sexualisierte Gewalt gebrochene Vertrauen, welches nicht nur ein Verbrechen darstellt, sondern eine Glaubenskrise auslösen kann, die sich über Familien, auf Dörfer und ganze Diözesen ausweiten lässt. Wenn ein Priester aus Europa, angesehen als „der Wohltäter“, in einer afrikanischen Diözese zum Täter wird, spricht Bischof Koroma von einem doppelten Verrat – zum einen den spirituellen Verrat des heiligen Amtes, zum anderen aber auch den kulturellen Verrat eines tiefgreifenden Machtungleichgewichts. Er benennt fünf Bereiche, in denen die Nachfolgen des Missbrauches im alltäglichen Leben der gesamten Gemeinschaft auf konkrete Weise zu spüren sind:

1. Es gibt einen Vertrauensverlust in die geistliche Autorität, das Fundament des sozialen Vertrauens zerbricht. Die Menschen beginnen, nicht nur ihren Glauben, sondern alle Formen von Autorität in Frage zu stellen.

2. Das mit sexuellem Missbrauch verbundene kulturelle Stigma ist ein mächtiges Mittel, um Betroffene zum Schweigen zu bringen. Wenn das Bedürfnis, die Beziehung zur mächtigen „Spenderkirche“ aufrechtzuerhalten, dem Streben nach Gerechtigkeit für das einzelne Kind überwiegt, zwingt es die Überlebenden zu einem Leben in Schweigen, in dem das Trauma nicht bearbeitet werden kann.

3. Die Bemühungen der Kirche im Bereich des öffentlichen Gesundheitssystems sind gefährdet. Wenn ein Priester zum Missbrauchstäter wird, diskreditiert dies die Botschaft der öffentlichen Gesundheit. Wenn die kirchlichen Lehren als reine Heuchelei wahrgenommen werden, führt dies zu Impfskepsis, einer Missachtung der HIV-Prävention und einem allgemeinen Misstrauen gegenüber kirchlich geführten medizinischen Einrichtungen.

4. Der Missbrauch führt zu generationenübergreifenden Traumata und zum Zerbrechen von Familien.

5. Darüber hinaus stellt sexualisierte Gewalt durch einen Kleriker ein Hindernis für eine authentische Evangelisierung. Durch Priester, die zu Missbrauchstätern werden, wird die gemeinsame Mission des Evangeliums Christi um ein Vielfaches schwieriger. Jede Predigt über Reinheit, jeder Aufruf, auf Gottes Diener zu vertrauen, stößt nach einem Vorfall von Missbrauch auf eine stille, gemeinschaftliche Erinnerung an den Verrat.

Neben den Tätern selbst, macht Bischof Koroma auch auf das fehlerhafte System aufmerksam, aus dem Machtdynamiken resultieren, die Täter schützen und Betroffene zum Schweigen bringen. Er nennt die folgenden Ursachen als wirksame Mittel, die Missbrauch begünstigen:

  • Die Auslebung einer fehlerhaften und veralteten Theologie des Klerikalismus.
  • Ein strukturelles Vakuum der Rechenschaftspflicht – eine rechtliche Grauzone.
  • Das historische Erbe von „Mission“, Kolonialismus und Paternalismus.

Bischof Koroma betont, dass neben der Tat des einzelnen Priesters auch das System, in dem der Missbrauch geschieht, hinterfragt werden muss: "[…] das Verbrechen des einzelnen Priesters [ist] der Funke […]. Aber es waren der Zündstoff des Klerikalismus, der Wind der juristischen Nachlässigkeit und das trockene Feld einer paternalistischen Geschichte, die diesen Funken zu einem Lauffeuer des Missbrauchs entfachten, welches das Vertrauen und die Unschuld der verwundeten Gemeinschaften verzehrte“. Bischof Koroma beendet seinen Vortrag mit einem Aufruf zu Wiedergutmachung und zu voller Transparenz und Synodalität und der Bitte, in Partnerschaft und mit gemeinsamem Mut, die hinterlassenen Wunden des Missbrauchs zu sehen, zu reinigen und eine Heilung voranzutreiben.

4. Kirchenrechtliche Grundlagen (Prof. Dr. Peter Platen, Leitung Aufsicht und Recht im Bistum Limburg)

Zum Abschluss der Inputvorträge blickt Prof. Dr. Peter Platen auf die aktuellen kirchenrechtlichen Grundlagen zum Thema.  

Prof. Dr. Platen beginnt seinen Vortrag mit einem Blick auf die MHG-Studie von 2018, welche gezeigt hat, dass viele beschuldigte Geistliche innerhalb ihrer Diözese, in andere Diözesen oder sogar ins Ausland versetzt wurden, obwohl ihnen sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde. Oft wurden die neuen Gemeinden oder Verantwortlichen nicht darüber informiert. So wussten viele nicht, dass von den Versetzten eine Gefahr für weitere Taten ausging.

Hinsichtlich der kirchenrechtlichen Grundlagen verdeutlicht Prof. Dr. Platen, dass das kirchliche Straf- und Disziplinarrecht als eine zusätzliche Dimension zum staatlichen Strafrecht anzusehen ist. Bei allen kirchlichen Verfahren müssen die staatlichen Gesetze des jeweiligen Landes beachtet werden.

Prof. Dr. Platen bezieht sich zunächst auf die Ebene der Weltkirche: Seit 2001 hat die Glaubenskongregation bestimmte schwere Straftaten aufgenommen, darunter sexueller Missbrauch von Minderjährigen durch Kleriker. Papst Franziskus hat diese Regeln später weiter verschärft. Mit dem Schreiben „Vos estis lux mundi“ (2019, überarbeitet 2023) hat er festgelegt, dass kirchliche Stellen Verdachtsfälle melden müssen und wie mit Betroffenen umzugehen ist. Mit „Come una madre amorevole“ (2016) wurde präzisiert, unter welchen Bedingungen Bischöfe ihr Amt verlieren können, wenn sie bei aufkommenden Fällen nicht richtig handeln.

In Deutschland gibt es zusätzlich eigene Regeln der Diözesen. Die „Interventions-ordnung“ von 2019 – angepasst 2022 – legt fest, wie mit Fällen sexualisierter Gewalt durch Kleriker oder andere kirchliche Mitarbeitende umgegangen werden muss. Dazu gehören Bestimmungen zu Zuständigkeiten, Regeln zur Information, Konsequenzen für Täter und Beschuldigte und Vorgaben für Personalwechsel. Seit 2021 können auch Ordensangehörige ohne Weihe und Laien mit kirchlichen Aufgaben als Täter kirchenrechtlich bestraft werden. Auch wenn der Pflicht, einen Verdacht zu melden, nicht nachgekommen wird, ist dies selbst eine kirchliche Straftat.

Prof. Dr. Platen beendet seinen Vortrag mit einem erneuten Blick auf die MHG-Studie: Da die Studie große Mängel in der Aktenführung festgestellt hat, wurde 2022 eine neue Personalaktenordnung eingeführt. Dazu gehören genaue Vorgaben für die Dokumentation und die Weitergabe von Akten, zum Beispiel wenn Geistliche aus dem Ausland in Deutschland arbeiten oder umgekehrt.

Ergebnisse der Kleingruppenarbeit

Gruppe 1: Verantwortung – Die Rolle der Diözesen und der Hilfswerke

Tobit Loevenich / Veronika Mohr

Was waren die wesentlichen Diskussionspunkte?

  • Differenzierung der Konstellationen
  • Frage des Verfahrens und der Aufarbeitung – Woher kommt der erste Hinweis? Gibt es bei der zuständigen Diözese den Willen zur Aufklärung/Aufarbeitung?
  • Verantwortung: Blick auf kirchliches und weltliches Recht
  • Umsetzung: (fehlende) Ansprechpersonen in der Diözese, in der die Tat stattgefunden hat

An welchem Thema soll weitergearbeitet werden?

  • Was tun, wenn die zuständigen Kirchen nicht bereit/Nicht in der Lage sind die Aufarbeitung voranzutreiben?
  • Welche Handhabe haben die Hilfswerke/Freiwilligendienste?
  • Wie können Diözesen dazu gebracht werden ihrer Verantwortung gerecht zu werden?
Das Bild zeigt ein Flipchart mit dem Titel „Verantwortung“. Es enthält Fragen zur Verantwortung im Kontext von Priestern und deren Inkardination, einschließlich rechtlicher Aspekte. Wichtige Punkte sind die Herkunft des Verdachts und das Risiko für mögliche weitere Opfer.
Dokumentation zur Tagung „Verbunden. Verstrickt. Verantwortlich“, Kleingruppe 1

Gruppe 2: Die Stimme der Betroffenen im Ausland wahrnehmen

Johanna Streit / Werner Huffer-Kilian

Was waren die wesentlichen Diskussionspunkte?

  • Betroffene stärken und beteiligen (Vernetzung und Austausch)
  • Anlaufstellen für Betroffene, Betroffenennetzwerke und Ausbildung finanzieren
  • Weltkirche-Stellen müssen mit Interventionsstellen vernetzt sein (zum Beispiel Austausch 2x im Jahr)
  • Erwartungen von Betroffenen: 1) Entschuldigung/ Wahrheit muss öffentlich werden, 2) Sorge für Betroffene (z.B. Therapie), 3) Entschädigung → Aufarbeitung wird erwartet
  • Betroffene sollten gehört werden
  • Die verantwortlichen Diözesen sollten kooperieren
  • Betroffenen sollten Angebote gemacht werden (wenn wir auf sie zugehen, sollte klar sein, was wir anbieten können)

An welchem Thema soll weitergearbeitet werden?

  • Personaldienst/ Entsendungen von kirchlichem Personal
  • Beteiligung von Betroffenen – Vernetzung und Austausch

Gruppe 3: Konkrete Schritte für eine professionelle/ grenzüberschreitende Aufarbeitung

Katharina Koller / Dr. Bettina Janssen

Was waren die wesentlichen Diskussionspunkte?

  • Informationsweitergabe (Freiwilliger Natur, Vernetzung)
  • Informationspflicht
  • Verantwortungen innerhalb unserer eigenen Institutionen klären
  • Umgang mit Täter*innen vor Ort, Betroffenen vor Ort
  • Was kommt eigentlich nach der sogenannten „Aufarbeitung“? Den Blick über den eigenen Tellerrand hinauswagen

An welchem Thema soll weitergearbeitet werden?

  • Vernetzung als zentrales Thema: Wir denken IN unseren Institutionen, aber wir müssen ÜBER unsere Institutionen hinausschauen können
  • Kommunikation: Wie können wir besser zusammenarbeiten?
Das Bild zeigt ein Plakat mit den Worten "Vernetzung" und "Kommunikation". Unter "Vernetzung" stehen die Begriffe "Netzwerke überregional" und "innerhalb Diözese". Unter "Kommunikation" ist der Hinweis auf "Interventionsgremien". Es gibt auch Notizzettel mit den Hinweisen zur Kontaktaufnahme.
Dokumentation zur Tagung „Verbunden. Verstrickt. Verantwortlich“, Kleingruppe 3
Ein Pinnwand mit bunten Haftnotizen, die verschiedene Themen und Ideen darstellen. Die Notizen sind in verschiedenen Farben und enthalten Hinweise zu Forschung, Ressourcen und Veranstaltungen. Die Struktur zeigt eine Vielzahl von Verbindungen zwischen den Themen.
Dokumentation zur Tagung „Verbunden. Verstrickt. Verantwortlich“, Kleingruppe 3

Gruppe 4: Konkrete Schritte für eine professionelle/ grenzüberschreitende Aufarbeitung

Christiana Hägele

Was waren die wesentlichen Diskussionspunkte?

  • Es braucht bessere Prozessbeschreibungen und Regelungen was in konkreten Fällen zu tun ist. Aktuell gibt es noch zu große Interpretationsspielräume und dadurch Unterschiede in den Regelungen der einzelnen Diözesen. Was kann die Deutsche Bischofskonferenz regeln, um ein einheitlicheres Verfahren voranzutreiben?
  • Zusammenarbeiten von diözesanen Stellen (z.B. Weltkirche und PIA-Abteilung)
  • Vertrauensvolle Kommunikation: Warum ist es oft so schwierig zusammenzuarbeiten? Wunsch nach vertrauensvoller Zusammenarbeit
  • Machtasymmetrien – Die ungleiche Verteilung der finanziellen Mittel stellt bis heute eine Machtasymmetrie zwischen Kirche im Norden und Kirche im Süden dar, aber auch Spuren (neo-) kolonialen Denkens machen den Dialog auf Augenhöhe schwierig.

An welchem Thema soll weitergearbeitet werden?

  • Wer kann Vorgaben/Regeln geben, wie in Fällen, wie beispielsweise der Aussendung von Priestern ins Ausland vorgegangen wird?
  • Frage der Vernetzung

Zum Ende der Tagung stehen – wie erwartet – immer noch viele offene Fragen im Raum. Doch der erste Anstoß zur Vernetzung und Weiterarbeit wurde gegeben. Die Teilnehmenden nennen zum Abschluss konkrete Handlungsoptionen, die sie aus den Inhalten der Tagung für ihre eigene berufliche Position mitnehmen.

Frau Himer und Pfarrer Bingener bedanken sich bei den Teilnehmenden für die aktiven Beiträge und die Bereitschaft zur vertieften Kommunikation und Vernetzung. Sie betonen, dass es weiterer ähnlicher Veranstaltungen bedarf, um Prävention zu stärken und den Betroffenen durch Klärung der Verantwortlichkeiten und bessere Verfahren zu ihrem Recht zu verhelfen.


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