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missio Aachen setzt sich bei Vereinten Nationen für Frauenrechte in Papua-Neuguinea ein

Bei missio Aachen warten wir in diesen Tagen gespannt auf die Ergebnisse des sogenannten UPR-Verfahrens des UN-Menschenrechtsrats. Denn dort wird gerade die Menschenrechtslage in Papua-Neuguinea unter die Lupe genommen – ein Land, mit dem wir uns im Rahmen unseres Einsatzes gegen Hexenwahn in diesem Jahr 2021 in besonderer Weise beschäftigt haben.

Beim UPR-Verfahren handelt sich um ein Überprüfungsverfahren der Vereinten Nationen (Universal Periodic Review, UPR), bei dem alle 193 Mitgliedsstaaten im Rahmen eines vierjährigen Zyklus auf ihre Menschenrechtslage hin untersucht werden. Grundlage ist erstens ein vom entsprechenden Staat selbst verfasster Bericht. Zweitens fließen Informationen von wichtigen UN-Organen sowie von Sonderberichterstatterinnen und -erstattern in das Verfahren ein. Und drittens spielen auch Berichte von nationalen Menschenrechtsinstitutionen, zwischenstaatlichen Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren eine wichtige Rolle. Aus diesen Quellen entstehen drei offizielle Dokumente, die im Rahmen des Verfahrens diskutiert werden. Jeder UN-Mitgliedsstaat kann dabei Empfehlungen an den zu begutachtenden Staat richten. Ein abschließender Bericht enthält eine Zusammenfassung aller Empfehlungen sowie die Stellungnahmen des zu überprüfenden Staates zu den einzelnen Punkten. Beim nächsten Überprüfungsverfahren der Vereinten Nationen wird der Staat dann insbesondere daran gemessen, wie er die akzeptierten Empfehlungen in die Praxis umgesetzt hat.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedenen Nichtregierungsorganisationen, die sich für Frauenrechte in Papua-Neuguinea stark machen. Foto: missio
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedenen Nichtregierungsorganisationen, die sich für Menschenrechte in Papua-Neuguinea stark machen.

Papua-Neuguinea ist eines der Länder, die beim diesjährigen Verfahren überprüft werden. Vom 1. bis zum 12. November 2021 traf sich die UPR-Arbeitsgruppe, um über die vorliegenden Berichte und mögliche Empfehlungen zu diskutieren. Schon im Frühjahr dieses Jahres ist missio aktiv geworden, um seine Expertise zum Thema Frauenrechte in Papua-Neuguinea in das UPR-Verfahren einzubringen. So ist es uns gelungen, dem UN-Menschenrechtsrat mit einer Reihe internationaler Organisationen unter Federführung des International Catholic Center of Geneva (CCIG) eine gemeinsame Eingabe (joint submission) vorzulegen. Dieses Dokument nimmt kritisch zu verschiedenen Menschenrechtsthemen Stellung und fließt in das UPR-Verfahren ein.

missio ist es dabei ein besonderes Anliegen, auf die Situation der Menschen aufmerksam zu machen, die in Papua-Neuguinea Opfer des Hexenwahns werden. Immer wieder kommt es vor, dass Schicksalsschläge wie Krankheit oder Tod dem Wirken von Hexen oder Hexern zugeschrieben werden. Aufgebrachte Menschenmengen machen sich dann auf die Suche nach den vermeintlichen Hexen oder Hexern, die in der Folge auf grausame Weise gefoltert oder getötet werden. Mutige Frauen und Männer – unter anderem unsere langjährige missio-Projektpartnerin Schwester Lorena Jenal » – widmen ihr Leben dem Kampf gegen den Hexenwahn und kümmern sich unermüdlich um Betroffene. Aber auch staatliche Stellen müssen sich für eine Beendigung des Hexenwahns und für eine breit angelegte Bewusstseinsarbeit einsetzen! Polizei und Strafverfolgungsbehörden vor Ort gehen noch nicht konsequent genug gegen diese Gewaltverbrechen vor.

Christina (r.) mit ihrem Sohn Jonathan und ihrer Mutter Martha und Sr. Lorena. Foto: Bettina Flitner / missio
Schwester Lorena Jenal setzt sich in Papua-Neuguinea für Menschen ein, die zu Unrecht als Hexe beschuldigt und verfolgt werden.

Vom diesjährigen UPR-Verfahren erwarten wir, dass die Problematik des Hexenwahns klar benannt und damit anerkannt wird. Wenn sich der Kampf gegen diese Menschenrechtsverletzungen in den Abschlussempfehlungen an Papua-Neuguinea widerspiegelt und der Staat diese Empfehlungen akzeptiert, können wir darauf hoffen, dass die staatlichen Maßnahmen im Einsatz gegen den Hexenwahn in den nächsten Jahren effektiver ergriffen werden.

Die verschiedenen Berichte und Informationen zu Papua-Neuguinea im UPR-Verfahren sind online hier     zu finden.

 


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