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Christen befürchten Vertreibung aus Nordsyrien

Der syrisch-katholische Patriarch Ignace Youssef III. Younan schildert gegenüber missio die Lage der Christen im Nordosten Syriens in dramatischen Worten. Nach dem Einmarsch türkischer Kräfte toben heftige Kämpfe. Die Christen fürchten, vertrieben zu werden. Patriarch Younan antwortet auf eine Anfrage von Matthias Vogt, missio-Referent für den Nahen Osten.

Foto: missio
Der syrisch-katholische Patriarch Ignace Youssef III. Younan (Bildmitte) fürchtet im Oktober 2019 die Vertreibung der christlichen Gemeinden aus Nordsyrien. Dort tobt ein Kampf zwischen türkischen, kurdischen und syrischen Einheiten. Hier besucht Patriarch Younan im Januar 2017 missio in Aachen und das Missionswissenschaftliche Institut. Mit dabei auch Dr. Gregor von Fürstenberg, Vize-Präsident von missio Aachen (rechts). Dr. Matthias Vogt und Professor Harald Suermann (von links) sind auch dabei.

Vielen Dank Herr Dr. Vogt, dass Sie mir geschrieben haben, um Ihren Schmerz über die Nachrichten aus Syrien, insbesondere aus Hassakeh-Jazireh, auszudrücken.

In der Tat sind wir schockiert über das, was nach der Invasion der türkischen Armee geschieht. Aber vor allem durch die Erkenntnis, dass diese Armee von Rebellen unterstützt wird, die hauptsächlich takfiristische (Anmerkung der Redaktion: Takfiristische Gruppen sind Islamisten, die andere Muslime des Unglaubens bezichtigen) und terroristische Banden sind, die Hass und Rache üben, um Gräueltaten gegen Zivilisten zu begehen. Tausende von Terroristen des sogenannten "Islamischen Staates" sind aus den Haftlagern geflohen, und es besteht ein sehr hohes Risiko, dass sie tödliche Angriffe durchführen werden, um eine Atmosphäre der Angst, der Not und des Chaos zu schaffen, bis es in unserer abgeschnittenen Region keine Christen mehr gibt.

Unsere Christen sind umso verzweifelter, als sie sich einem düsterem Schicksal überlassen fühlen.

Vergessen wir nicht, dass die gesamte christliche Gemeinschaft von Jazireh Nachkommen von Flüchtlingen aus der Region Mardin, Diyarbakir und Tur Abdin im Osten der Türkei ist, die vor dem Völkermord vor hundert Jahren fliehen mussten! Jetzt zeichnet sich in unseren Augen ein neuer Völkermord ab, und diesmal könnte er für unsere christlichen Gemeinschaften absolut tödlich sein.

Unsere Christen sind umso verzweifelter, als sie sich einem düsterem Schicksal überlassen fühlen, weil ihnen alles fehlt: Wasser, Strom und sogar das notwendige Minimum zum Überleben, da die Straßen abgeschnitten sind! Die Mächte dieser Welt begnügen sich damit, Deklarationen abzugeben! Aber das sind leere Versprechungen: Worte, Worte. . . . !

 

Helfen Sie den Christen in Syrien


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