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Unterwegs in Australien: Missio(n) down under

Florian Frenken unterstützt missio in der Dokumentationsabteilung mikado. Er studiert gleichzeitig Literatur- und Sprachwissenschaften an der RWTH Aachen. Jetzt macht er ein Praktikum bei Catholic Mission in Australien, einem Partnerwerk von missio. Hier seine ersten Eindrücke...

Foto: missio / Florian Frenken

Dank Katja Heidemanns von missio Aachen und Peter Gates, dem stellvertretenden Nationaldirektor von Catholic Mission, erhalte ich dieses Jahr die einmalige Gelegenheit, für sechs Wochen ans andere Ende der Welt zu reisen. Als Praktikant bei missio Australien bietet sich mir ein Abenteuer nach Down Under, bei dem ich wertvolle Erfahrungen aus der Übersetzungs- und Kommunikationsarbeit im Spenderservice und Fundraising für mein Studium der Literatur- und Sprachwissenschaft sammeln kann.

Nach einem 24-stündigen Flug erreiche ich pünktlich und erschöpft Sydney. Die Sicherheitskontrollen am Flughafen sind langatmig. Mein mitgebrachtes Leberwurstbrötchen ist leider illegal - es darf nicht mit nach Australien einreisen. Dafür empfängt mich Peter „bright and early“ am Flughafen. Das hatte er mir in einer E-Mail schon wohl nicht gänzlich unironisch angekündigt. Er mit mich mit auf eine erste Erkundungstour in Sydney.

Nach kurzer Verwirrung über massenhafte Geisterfahrer im Autoverkehr sowie offensichtlich falschplatzierten Lenkrädern in den Autos (Vorsicht: Linksverkehr!), geht es auf meine erste kleine Erkundungstour. Trotz winterlicher Temperaturen zeigt sich Sydney von seiner besten Seite und begrüßt mich ebenfalls „bright“ mit wunderschönem Sonnenschein. Ich habe definitiv nicht erwartet, meinen ersten Tag in Sydney mit einem Frühstück an der Harbour Bridge neben dem Opernhaus zu beginnen, aber irgendwie muss ich ja das geopferte Leberwurstbrötchen kompensieren – es wird nicht das letzte Opfer dieser Art sein! Nach weiteren Enttäuschungen hat mein deutsches Brotherz mittlerweile traurig der Wahrheit ins Gesicht gesehen: Australische Bäcker geben sich beste Mühe, die Dürre des Landes getreu in ihren Waren widerzuspiegeln...

Überhaupt nicht enttäuschend ist dagegen das Gebäude von Catholic Mission, das mir Peter ebenfalls direkt zeigt. Der Grund ist schnell klar: In einem hafennahen Vorort im Herzen von Sydney gelegen, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sitzungszimmer bei Catholic Mission einen erstklassigen Blick auf die Harbour Bridge. „So machen Meetings noch mehr Spass“, erzählt Peter mit einem Zwinkern. Wenn auch kleiner als missio Aachen, versprüht das Gebäude seinen ganz eigenen Charme; durch das offene Bürokonzept bei nur 30 Mitarbeitern (auf nationaler Ebene sind es etwa doppelt so viele) kommt eine angenehm familiäre Arbeitsatmosphäre auf.

Foto: missio / Florian Frenken
Ein kleiner Einblick in das Büroleben von Catholic Mission in Sydney, Australien.

Auch wenn das aktuelle Gebäude erst seit rund zehn Jahren genutzt wird, feierte Catholic Mission in Australien 2014/2015 seinen 175. Geburtstag. Nach Gründung des Päpstlichen Werks der Glaubensverbreitung in Frankreich 1822 durch Pauline-Marie Jaricot - der Urzelle aller missio-Werke weltweit -, war Australien zunächst selbst ein Missionsgebiet, in der die Kirche finanziell von diesem Werk unterstützt werden musste. Der Grund: Die Bevölkerung praktizierte im 19. Jahrhundert kaum noch den christlichen Glauben, auch wenn sie größtenteils irischer und britischer Herkunft war. Das britische Empire hatte viele seiner Häftlinge nach Australien verfrachtet. Dann überlegte sich die australische Bischofskonferenz, selbst in der Missionsbewegung aktiv zu werden und gründete 1840 in einer kleinen katholischen Kirche in Sydney ihr Päpstliches Werk der Glaubensverbreitung in Australien    . So begann die Geschichte von missio Australien.

Über die Jahre wurde das Netzwerk von missio-Diözesanbüros in Australien stetig ausgeweitet und das Werk des Heiligen Apostels Petrus, das Kindermissionswerk und die Päpstlichen Missionsunion bei Catholic Mission, ehemals als Pontifical Mission Societies bezeichnet, eingegliedert. Catholic Mission arbeitet heute mit der Kirche in 27 Ländern zusammen, um rund 400 Projekte auf der ganzen Welt zu unterstützen. Wie dem Jahresbericht 2018/2019     zu entnehmen ist, hat Catholic Mission im vergangenen Jahr unter dem Motto „Reach out. Give life“ über neun Millionen Australische Dollar für Arbeit mit Kindern, die Unterstützung kirchlicher Gemeindearbeit und die Ausbildung von kirchlichen Leitungskräften gesammelt.

Einen weiteren Einblick in die aktuelle Arbeit von Catholic Mission gebe ich in einem Interview mit Kommunikationsmanager Matthew Poynting im nächsten Blogeintrag. Wer schon jetzt etwas über konkrete Projekte und Erfolgsgeschichten erfahren möchte, kann einen Blick in das ‚Mission Today‘    -Magazin werfen, das Catholic Mission halbjährig veröffentlicht.

Viele Grüße aus dem sonnigen (aber zurzeit recht windigen) Australien und bis dahin

Florian

So sieht der Ausblick vom Catholic Missio Gebäude in Sydney aus. Foto: missio / Florian Frenken
So sieht der Ausblick vom Catholic Missio Gebäude in Sydney aus.

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