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Irak und Syrien brauchen Frieden

Einschusslöcher an einer Kirche in der Niniveh-Ebene im Nord-Irak Foto: Andy Spyra/missio

Bericht von einer Konferenz katholischer Organisationen zur Lage in der Region

Papst Franziskus besucht Anfang März den Irak. Für unsere Partnerinnen und Partner in dem geschundenen Land ist diese Nachricht kurz vor Weihnachten ein großartiges Zeichen der Hoffnung. Was die Menschen im Irak und in Syrien am nötigsten brauchen: Frieden. Dies war die persönliche Botschaft des Papstes bei einer Videokonferenz verschiedener katholischer Organisationen, Hilfswerke und vatikanischer Einrichtungen zur humanitären Krise im Irak und Syrien, an der ich für missio Aachen teilnahm.

Der Papst dankte den katholischen Hilfswerken für ihren unermüdlichen Einsatz und betonte, dass die Unterstützung eines Friedensprozesses in der Region die oberste Priorität sein müsse. Vor allem sei es wichtig, sich der Unterstützung der Flüchtlinge verschiedener Konfessionen anzunehmen und die traditionsreiche, aber leider schwindende christliche Präsenz in der Region zu stärken. Das Thema Flüchtlinge und ihre besonderen Schutzbedürftigkeit zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung und verdeutlichte die Notwendigkeit ihrer Unterstützung.

Dramatischer Rückgang der christlichen Bevölkerung

Verschiedene Konferenzteilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Region berichteten von einem dramatischen Rückgang der christlichen Bevölkerung. Im Irak sei ihre Anzahl von rund 1,5 Millionen auf 350.000 Christinnen und Christen zurückgegangen. In Syrien lebten derzeit noch eine halbe Millionen Menschen einer christlichen Konfession. Dabei sei in der Vergangenheit der christliche Einfluss in diesen Staaten so einflussreich und für die Gesellschaft belebend gewesen.  

Das Bild, das die Teilnehmenden der Konferenz aus der Region von der aktuellen Lage, vor allem in Syrien und dem Libanon, zeichneten, ist alarmierend und zutiefst bedrückend. Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Filippo Grandi, der erst kürzlich in Syrien war, betonte, dass es sogar für die Mitarbeitenden des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen schwierig geworden sei, in Syrien an Brot zu kommen, von Medikamenten ganz zu schweigen.

Vatikansekretär: Leichte politische Entspannung im Irak, aber weiter Bedrohung der Christinnen und Christen in der Ninive-Ebene

Paul Gallagher, vatikanischer Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten, stellte die politische und diplomatische Lage in der Region vor. Die finanzielle Regeneration Syriens sei unerlässlich, um Zukunftsperspektiven zu schaffen. Vor allem die Jüngsten, Studierende, katholische Schulen und Start-up-Ideen sollten unterstützt werden.

Aus politischer Perspektive sei eine leichte positive Entwicklung im Irak zu verzeichnen: Gewalttaten seien zurückgegangen, man hoffe auf die im nächsten Jahr anstehenden Wahlen sowie an eine etwas verbesserte finanzielle Situation des Landes, nichtsdestotrotz bestehe weiter eine Bedrohung der Christen in der Ninive-Ebene.

Es ist eine Tatsache, dass vor allem Syrien vor enormen Herausforderungen steht. Ohne eine wirtschaftliche Erholung, Währungsstabilisierung sowie Investitionen in die Sektoren Bildung, Gesundheit, Strom und Wasser ist ein Wiederaufbau undenkbar.

Dadurch bleibt das Land für die gesamte Weltbevölkerung ein schwieriges und wichtiges Thema. Für missio gilt langfristig, an den Projektpartnern und Projekten in den gebeutelten Staaten, trotz aller Widrigkeiten, festzuhalten und alle Involvierten in ihrem überdurchschnittlichen Engagement an den Vulnerablen und in ihrem allgegenwärtigen Gottvertrauen zu unterstützen.

Autorin: missio-Expertin Romina Elbracht


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