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© Fritz Stark / missio

Senegal: "Der Freund der Fischer"

Seit Generationen leben die Menschen im Mangrovendschungel der Casamance vom Fischfang. Doch ihr täglicher Kampf im Süden des Senegal, abgeschnitten von der Zivilisation, wird immer schwieriger. Der Katechist Jacques Manga ist einer von ihnen. Mit Tatkraft und Gottvertrauen motiviert er die Fischerfamilien zu neuer Hoffnung.

© Fritz Stark / missio

Die Wellen schwappen gegen sein Boot, doch Lasar Tendeng steht aufrecht und fest in der schwankenden Piroge, einem Boot aus einem ausgehöhlten Baumstamm. Schwungvoll schleudert der Senegalese sein Netz in den roten Abendhimmel. Seine kräftigen Hände sind es gewohnt, die 100 Meter langen Netze mehrere Male im Laufe der Nacht auszulegen, wieder einzuholen, die Maschen mit routinierter Sorgfalt zu kontrollieren und Fische daraus zu befreien. Für Fischer wie Lasar beginnt der Tag in den Mangrovensümpfen der Casamance mit dem Sonnenuntergang. Dann kommen die Fische, die vor der Tageshitze in die tiefen Wasserregionen geflohen sind, an die Oberfläche.

Abseits von Luxushotels und Touristenzentren bewohnen Flussfischer wie Lasar und ihre Familien die Inseln im Mangrovendschungel. Sie sind nur über den Wasserweg zu erreichen. Von einem idyllischen Leben inmitten der Natur kann dabei jedoch keine Rede sein: Die Flussfischer der Casamance sind bitterarm.

Der Katechist Jacques kennt ihre Sorgen und Nöte - denn er ist einer von ihnen. Vergessen von der Außenwelt und abgeschnitten von der Zivilisation kämpft er mit ihnen ums tägliche Überleben. Regelmäßig rudert er mit seinem Einbaum zu ihren Behausungen. Die Casamance kennt er wie die anderen Fischer von Kindesbeinen an. Seit Generationen hat ihr Fisch sie ernährt. Doch immer öfter bleiben die Netze der traditionellen Fischer leer. Zu viele wollen vom Reichtum des Flusses profitieren. „Wo 1980 ein einzelner Fischer noch 40 Kilogramm Fisch gefangen hat, verteilen sich heute diese 40 Kilogramm auf zehn Fischer“, erklärt Isidore Biagui. Er ist Leiter der Abteilung der regionalen Fischerei in Ziguinchor und kennt die Probleme der Region.

Auch der Ackerbau ist schwierig geworden. „Der Regen bleibt aus, die Felder vertrocknen, der Boden ist unfruchtbar“, sagt Biagui. Den Fischern setzt nicht zuletzt diese Entwicklung zu. Denn Hochsaison für den Fischfang ist nur in der Trockenzeit von November bis Juli. Den Rest des Jahres arbeiten sie auf den Feldern und versuchen, ihre Familien mit den knappen Erträgen durchzubringen.

© Fritz Stark / missio

Neun von zehn Einwohnern wollen weg

„Die jungen Leute wandern ab“, sagt Jacques Manga lapidar. Hinter seinen Worten verbirgt sich jedoch eine Katastrophe: Viele Senegalesen sehen keine Zukunft mehr in ihrer Heimat. Schätzungsweise neun von zehn würden das Land am liebsten sofort verlassen. Immer mehr, vor allem junge Menschen, machen sich auf den gefährlichen Weg nach Europa – in der Hoffnung, dass sie auf den Feldern oder in den Gewächshäusern Spaniens ein besseres Leben erwartet. Sie steigen in Boote, die beim kleinsten Seegang wie Nussschalen schwanken, und riskieren auf dem Meer ihr Leben. Zurück lassen sie Familien, die keine mehr sind: verzweifelte Angehörige, die mit ihren Ehemännern und Söhnen oft auch die Ernährer der Familie verlieren.

Jacques will diese Entwicklung nicht einfach hinnehmen. Er glaubt fest daran, dass eine andere Zukunft möglich ist. Deshalb unterstützt der Katechist die Fischerfamilien dabei, neue Wege zu gehen. Mit dem Gemeindepfarrer versucht er, sie aus ihrer Isolation zu holen. Seine Arbeit trägt erste Früchte: Die Pfarrei hat einen Motor für ein Boot organisiert. Kranke können nun endlich zum Arzt, Kinder zur Schule gebracht werden.

Der Katechist macht den Fischern und ihren Familien Mut, nicht aufzugeben, weil er als Christ von Hoffnung getragen ist – und nicht von der vagen Erwartung, in der Fremde geduldet zu werden und eine schlecht bezahlte Handlangerarbeit zu finden. Jacques teilt das Leben seiner Mitmenschen und stellt sich an die Seite derjenigen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen.

missio finanziert jedes Jahr Kurse, die engagierte Christen wie Jacques qualifizieren. In der Diözese St. Louis kommen sie zusammen und erwerben das Rüstzeug für ihre tägliche Arbeit. Denn wie im Senegal wäre kirchliches Leben in den meisten Ländern Afrikas ohne Katechisten nicht denkbar.

Der Text basiert auf einer Reportage von Claudia Haus (missio), Fotos: Fritz Stark.

© Fritz Stark / missio

Afrikatag

Die „fluchwürdige Pest der Sklaverei“ wollte Papst Leo XIII. bekämpfen. Dazu führte er 1891 die Kollekte zum Afrikatag ein. Sie wird in diesem Jahr 120 Jahre alt und ist damit die älteste gesamtkirchliche Kollekte der Welt.

Die Kollekte zum Afrikatag kommt der Ausbildung kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugute und sorgt dafür, dass sie für ihren Weg an der Seite der Armen die nötigen Voraussetzungen erhalten. In Afrika setzen sich Frauen und Männer der Kirche gegen moderne Formen der Sklaverei ein. Sie machen den Menschen Mut, zeigen ihnen Perspektiven auf und schenken Hoffnung, wo Unterdrückung, Ausbeutung, Armut und Gewalt herrschen.

Senegal - Land am Scheideweg

Von den bunten Holzbooten blättert die Farbe. Wind und Wetter nagen erbarmungslos an den Planken. Die Pirogen, mit denen die Fischer noch vor wenigen Monaten aufs Meer hinausfuhren, sind wertloses Strandgut geworden, zurückgelassen auf dem Weg in eine vermeintlich bessere Welt. Obwohl der Senegal eine der letzten großen Fischreserven der Erde birgt, kehren immer mehr Menschen ihrer Heimat den Rücken. Denn Fangflotten aus der EU, Russland und Japan haben die Küste leergefischt; die traditionellen Fischer verdienen nicht mehr genug, um ihre Familien ernähren zu können. Ihre Hoffnung ist Europa, das sie oft nach lebensgefährlichen Bootsfahrten erreichen. Dort angelangt arbeiten sie als illegale Einwanderer meist für einen Hungerlohn. Trotzdem sind die Überweisungen der Migranten in ihre Heimat höher als die gesamte Entwicklungshilfe für den Senegal.

Das westlichste Land Afrikas steht am Scheideweg: Es ist politisch stabil, die Aidsrate ist niedrig, der Dialog der christlichen Minderheit mit der muslimischen Mehrheit funktioniert. Doch mehr als die Hälfte der Menschen leben unter der Armutsgrenze, in ländlichen Gebieten sogar bis zu 88 Prozent. Der Fischfang hat keine Zukunft. Da zwei Drittel des Senegal in der Sahelzone liegen, sind nur zwölf Prozent der Fläche landwirtschaftlich nutzbar. Seit 1970 leidet das Land immer wieder unter Hungerwellen. Junge Leute wandern ab, Familien zerbrechen. Die Kirche organisiert Hilfe, steht den Menschen zur Seite und unterstützt sie dabei, neue Wege zu gehen. Der Senegal ist in diesem Jahr missio-Schwerpunktland. Unser besonderes Augenmerk gilt ihm zum Afrikatag im Januar und zum Weltmissionssonntag im Oktober 2011.

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