Subnavigation und Schnelleinstieg

Ihr Kontakt zu missio

Unsere Servicezeiten ,
Mo.-Do. 8-17 Uhr Fr. 8-13 Uhr

Goethestr. 43 , 52064 Aachen

Tel.:
0800 / 38 38 393
Kontaktformular:
zum Kontaktformular
Weltmissionssonntag 2017: Navigationselement » Liturgische Hilfen » Gäste » Filme & Reportagen » Downloads » Sonntag der Weltmission » Spenden & Projekte » Aktionen für die Gemeinde » Burkina Faso
Wir bauen ein Haus für Alle Solidarität mit bedrängten Christen Glauben teilen. Weltweit. Aktion Schutzengel - Für Familien in Not. Weltweit.

Projektauswahl

Filterkriterien
.
missio im Web 2.0: Facebook, Twitter, Google+, Youtube, Instagram, Blog » Twitter » Instagram » Youtube » Blog » Google+ » Facebook

Inhalt

Afrikatag 2012: Zehn Jahre Schirmherrschaft durch Gundula Gause

Seit zehn Jahren engagiert sich die Fernsehjournalistin Gundula Gause für die missio-Aktion zum „Afrikatag“. Der Afrikatag ist die älteste kirchliche Kollekte der Welt. Die Einnahmen der bundesweiten Sammlungen, die vom 1. bis 15. Januar 2012 stattfinden werden, fließen in Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen kirchlicher Mitarbeiter in Afrika.

Gundula Gause spricht mit einer Senegalesin, deren Sohn auf der Flucht nach Europa ertrunken ist.
Gundula Gause spricht mit einer Senegalesin, deren Sohn auf der Flucht nach Europa ertrunken ist.

Frau Gause, Sie sind seit zehn Jahren Schirmherrin für missio und den missio-Afrikatag. Was haben Sie in dieser Zeit erlebt, was Ihren Blick auf die Menschen in Afrika verändert hat?

Gundula Gause: Auf drei Reisen in diesen Jahren – nach Kenia, Südafrika und jetzt in den Senegal – habe ich diese unvorstellbare Armut sehr nah erlebt: im Slum von Nairobi, in einem Aidswaisenheim im südafrikanischen Nkandla und am Straßenrand von Dakar, wo wir mit einer missio-Delegation Flüchtlinge aus Togo trafen, war große Not spürbar. Zugleich war und ist es faszinierend zu erleben, wie missio jenseits der klassischen Entwicklungshilfe den Menschen seelischen und spirituellen Beistand leistet, in dem das katholische Hilfswerk Pfarrer und Ordensleute in den betroffenen Ländern unterstützt. Sie kennen die Nöte der Menschen und leben mit ihnen. Wenn ich an Afrika denke, sehe ich nicht nur Dürre und Armut, sondern auch Lebenswillen und eine unglaubliche Hoffnung, -im christlichen Glauben an Gott.

Wie vermitteln Sie die durch Ihre Schirmherrschaft neu gewonnenen Erfahrungen – zum Beispiel nach Afrikareisen oder persönlichen Gesprächen mit Betroffenen - Ihren Kindern?

Gundula Gause: Als Journalistin habe ich grundsätzlich ein Augenmerk auf Afrika. Leider sind es zu oft Nachrichten über Hungersnöte oder Anschläge in Afrika, die uns hier in Europa erreichen. Ich versuche immer wieder, von den einfach schönen Begegnungen in Afrika zu erzählen. Am Weltmissionssonntag lud mich der Pfarrer unserer katholischen Gemeinde in Mainz ein, im Gottesdienst über das Projektland Senegal zu berichten. Meine Familie kam mit – wie an vielen Sonntagen – und natürlich sprachen wir im Anschluss weiter über meine Erlebnisse in diesem westlichen Zipfel von Afrika. Oft erzähle ich auch im Freundeskreis von beeindruckenden Begegnungen, - wie zum Beispiel mit Schwester Christine, die sich im Landesinneren des Senegal intensiv und mit Erfolg gegen das grausame Ritual der Beschneidung engagiert.

Die Kollekten zum Afrikatag dienten ursprünglich dem Freikauf von Sklaven. Auf Ihrer Senegalreise mit missio im Sommer diese Jahres haben Sie die Ile de Gorée besucht, ein Ort mit einer grausamen Vergangenheit: Von der Ile de Gorée aus wurden Sklaven nach Nordeuropa und Amerika verschifft. Wie haben Sie Ihren Besuch erlebt und welche Bedeutung hat er für Sie?

Gundula Gause: Es war sehr bedrückend, sich vorzustellen, wie von dieser kleinen –heute idyllisch anmutenden – Insel wohl zehntausende, wenn nicht hunderttausende oder gar Millionen Menschen, in die Barbarei der Sklaverei geschickt wurden. Historiker schätzen, dass bis Mitte des 19. Jahrhunderts zwischen 10 und 60 Millionen Menschen aus Westafrika verschleppt wurden. Die Menschen wurden ihrer Freiheit beraubt, wie Tiere gehalten, für schwere Arbeit gemästet oder einfach dem Tod überlassen, Mädchen wurden vergewaltigt – ein unvorstellbares Maß an roher Gewalt! Die Ile de Gorée ist ein weltberühmtes Mahnmal gegen die Sklaverei und in seiner Traurigkeit ein Denkmal für die Menschenwürde. Und missio hilft, durch gelebte Solidarität den Respekt derselben zu halten und zu fördern.

Welche Formen der Hilfe können in Ihren Augen dazu beitragen, Armut nachhaltig zu lindern? Was kann jeder von uns dafür tun?

Gundula Gause: Wer missio mit Spenden unterstützt, kann sicher sein, dass die Hilfe ankommt. Missio gibt den Armen jenseits der „normalen“ Entwicklungshilfe in Form von Lebensmitteln und Medikamenten einen bewundernswerten Mehrwert in geistiger, geistlicher, spiritueller Hinsicht, ohne den die Hilfe eben nicht so nachhaltig wäre. Indem kirchliche MitarbeiterInnen in den Ländern ausgebildet werden, die mit den Menschen in den Gemeinden oder auf dem Land leben, wird das Ziel einer langfristigen Unterstützung strukturell erreicht. Zudem bieten die Projektpartner von missio in Afrika langfristige Kooperationsmöglichkeiten, da sie die Nöte der Menschen auf diesem armen Kontinent kennen und teilen. Dabei eint sie und uns der gemeinsame Glaube an Gott – was wiederum zu einem hoffnungsvollen Miteinander und tröstlicher Solidarität führt.

Eine Geschichte zum Schluss: durch mein Engagement für missio kam es zu einem Kontakt zwischen Südafrika und meiner Heimatstadt Mainz. Die dortigen Rotarier suchten eine Spendenmöglichkeit für eine Einrichtung in Afrika, die ihren Vorstellungen von Nachhaltigkeit entsprechen sollte. Ich brachte sie in Kontakt mit Schwester Ellen, die als deutsche Ordensfrau und Ärztin in bewundernswerter Selbstlosigkeit und Nächstenliebe eine Missionsstation mit Krankenhaus und Aidswaisenheim im südafrikanischen Nkandla führt. Sie brauchte dringend ein neues Auto, um mit ihren Ordensschwestern weiterhin tausende von verwaisten Kindern in ihrer Region versorgen zu können. Durch eine internationale Kooperation zweier Rotary-Clubs aus Mainz mit südafrikanischen Freunden hat Schwester Ellen nun wieder ein funktionstüchtiges Fahrzeug, mit dem sie „im Namen Gottes“ in Südafrika unterwegs ist. missio hat die Brücke gebaut und bietet durch seine Arbeit für und mit Menschen viele Ideen und Möglichkeiten für gelebte Solidarität.

missio-Schirmherrin Gundula Gause besucht eine Koranschule in Dakar.
missio-Schirmherrin Gundula Gause besucht eine Koranschule in Dakar.
© 2009-2017 missio Aachen