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Der Fluch der Lepra

In Sambia ist der Glaube an Schwarze Magie noch immer sehr lebendig. Für Krankheiten und Behinderungen wird oft Hexen-Zauber verantwortlich gemacht, kranke Menschen werden ausgegrenzt. Im Lepradorf Ibeng versuchen Franziskanerinnen, Normalität herzustellen.

Asron liebt das Gemeinschaftsleben in seiner kleinen Siedlung. Ein Leben an einem anderen Ort kann er sich nicht mehr vorstellen. Ihm kommt es so vor, als hätte er hier schon sein gesamtes Leben verbracht: „Ich wohne seit 57 Jahren hier“, erzählt er lächelnd und rückt dabei seinen großen Strohhut zurecht. Ganz so lange kann es freilich nicht sein, denn die kleine dorfähnliche Gemeinschaft am Rand von Ndola, der zweitgrößten Stadt Sambias, wurde erst 1975, vor nicht ganz 40 Jahren gegründet.

© Fritz Stark / kontinente

Beim Schlendern durch die Siedlung stößt man bald auf den Gestank von Schweinen und das Gackern von Hühnern. 50 Menschen leben hier, viele von ihnen sind um die 60 Jahre alt. Meist arbeiten sie in der Landwirtschaft, oder sie bauen und verkaufen Sessel, Tische und andere Möbel. Jeder kümmert sich um etwas anderes: Ronadi mahlt Mais, Christine näht Kleider und arbeitet im Garten, John beaufsichtigt die Schweine.

Die Kinder besuchen die nahe gelegene Volksschule. Einige Kinder sind schon erwachsen geworden und ausgezogen. Von Zeit zu Zeit besuchen sie ihre Eltern. Manase Besuch von ihrem Enkel, der bei ihr groß geworden ist. Dass Kinder bei ihren Großeltern aufwachsen, ist in Sambia nicht ungewöhnlich.

Einsame Leprakranke

Wir befinden uns also in einer gewöhnlichen Siedlung in Sambia mit einigen älteren Menschen? Nicht wirklich. Die kleine Gemeinschaft im Stadtbezirk Ibeng ist ein Lepradorf. Die meisten Bewohner leiden schon seit Jahrzehnten unter der gefürchteten Infektionskrankheit. Von anderen Menschen – auch von ihren Verwandten – werden sie gemieden. Entstanden ist das Lepradorf aus der Not: Keiner wollte sich um die Kranken kümmern.

„In den 1950-er Jahren betreuten noch die Franziskaner-Patres im nahe gelegenen Spital die Leprakranken“, erinnert sich Schwester Laetitia Longolongo, die dem franziskanischen Schwesternorden „Franciscan Missionary Sisters of Assisi“ angehört. „Doch dann, im Jahr 1964, als Sambia unabhängig wurde, übernahm die Regierung zur Hälfte das Krankenhaus und beendete die Betreuung der Leprakranken.“

Diese Reportage ist in der Ausgabe 1/2015 unseres Magazins "kontinente" erschienen. © Screenshot: missio
Hier sehen Sie die achtseitige Reportage mit zahlreichen Bildern auf einen Blick. © Screenshot: missio

So mussten die verstoßenen Leprakranken wieder nach Hause ziehen, doch dort wollte man sie ebenfalls nicht haben. „Die Verwandten kümmerten sich nicht um sie“, sagt Sr. Laetitia. „Manche gaben ihnen nicht einmal zu essen. Die Leute haben Angst vor Lepra.“ So wandten sich die Lepranken in ihrer Not an die Franziskanerinnen. „Sie klopften an unsere Tür und bettelten. Schließlich, nach einigen Jahren, wurde das Lepradorf gegründet“, berichtet die 65-jährige Ordensschwester. „Wir gaben ihnen Gärten zum Leben.“ Dank der Fürsorge der Schwestern sind die Leprakranken nicht länger auf sich allein gestellt und heimatlos.

Die Scheu vor Kranken

Anfangs hielten sich die Menschen von der Leprasiedlung fern. „In den letzten 20 Jahren ließen sich einige Leute in unserer Nähe nieder“, erzählt Sr. Laetitia. „Sie hatten früher Angst vor Ansteckung. Erst als sie sahen, dass wir uns nicht mit Lepra infizieren, obwohl wir schon seit vielen Jahren permanent Umgang mit den Kranken pflegen, getrauten sie sich hierher zu ziehen.“

Die Scheu, sich kranken Menschen zu nähern, ist ein kultur-übergreifendes Phänomen. Schon die Bibel berichtet über die abgelegenen Wohnstätten der „Aussätzigen“, abseits der übrigen Gesellschaft. Doch in Sambia ist auch der Glaube an Schwarze Magie noch lebendig, und der verstärkt diese Furcht.. (...)

Text: Stefan Beig | Fotos: Fritz Stark

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