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Inhalt

Plakat zum Afrikatag 2016

Bausteine für den Gottesdienst zum Afrikatag 2016

Gottes Liebe spürbar machen

Sie ist die älteste gesamtkirchliche Sammlung der Welt: die Afrikakollekte der katholischen Kirche. 1891 rief Papst Leo XIII. die Kollekte ins Leben, um den Kampf gegen die Sklaverei zu unterstützen. Die Diagnose seiner Berater klingt erschreckend aktuell: „Afrika blutet aus allen Poren“.

Helfen Sie mit, die wertvolle Tradition der Kollekte für Afrika zu erhalten. Nutzen Sie unsere Anregungen, um das Anliegen der Solidarität mit den Menschen in Afrika in den Gottesdienst einzubringen.

Hier springen Sie direkt zum gewünschten Inhalt: Predigtvorschlag - Aufruf zur Kollekte - Schuldbekenntnis - Fürbitten - Impuls - Gebet - Downloads

© Hartmut Schwarzbach / missio

Predigtvorschlag

"Liebe Gemeinde!

Heute begehen wir in unserer Diözese den Afrikatag. Es ist in diesen Zeiten kaum möglich, über Afrika zu sprechen, ohne die Bilder von Menschen auf der Flucht vor Augen zu haben: Frauen, Männer und Kinder, die auf der Flucht vor Gewalt, Terror und Katastrophen ihren Weg durch den Kontinent suchen. Das Aktionsplakat zeigt eine Szene aus dem Flüchtlingslager Mai-Aini in Äthiopien. Es erinnert uns daran, dass die Menschen, die zu uns nach Deutschland kommen, nur ein sehr kleiner Teil der weltweit fast 60 Millionen Flüchtlinge sind. Die meisten Menschen fliehen innerhalb ihres eigenen Landes oder in einen Nachbarstaat. Eben zum Beispiel nach Äthiopien. Das selbst bettelarme Land gehört zu den Ländern, die weltweit die meisten Flüchtlinge aufnehmen. Mai-Aini liegt im Grenzgebiet zu Eritrea, dem Land, das als das Nordkorea Afrikas gilt. Mehr als 300.000 der fünf Millionen Eritreer sind bereits aus ihrer Heimat geflüchtet, unter ihnen immer mehr Alte und unbegleitete Kinder. Die meisten fliehen nachts zu Fuß über die Berge, in ständiger Angst vor den Grenzsoldaten, die noch auf sie schießen, wenn sie das sichere Nachbarland Äthiopien bereits erreicht haben. Im Flüchtlingslager finden sie Schutz und versuchen, die Schrecken des Terrorregimes zu vergessen. Um weiterzuziehen sind viele zu schwach oder es fehlt einfach das Geld, um die Schlepper zu bezahlen. Aber eigentlich wollen alle nur weiter, der Apathie und Perspektivlosigkeit im Lager entfliehen. Nach Europa, Kanada oder in die USA, wo sie eine Zukunft für sich und ihre Kinder erhoffen.

Was hat aber der Afrikatag mit der Situation von Flüchtlingen in Äthiopien zu tun? Die Kollekte des Afrikatags sichert die Ausbildung von Priestern für die afrikanischen Diözesen, die dies allein nicht leisten können. Weil ihre Bevölkerung wie in Äthiopien zu arm ist oder weil die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse es nicht zulassen. Vielleicht denken Sie, es gäbe angesichts der Flüchtlingsströme heute in Afrika wahrhaft dringendere Anliegen, um langfristige Lebensperspektiven zu schaffen, als Priester auszubilden. Hunger zu lindern zum Beispiel, Krankheiten zu bekämpfen und Brunnen zu bauen oder Schulen. Für diese Auffassung gibt es viele nachvollziehbare Gründe. Vermutlich wird sie von weiten Teilen unserer Gesellschaft geteilt. Und selbstverständlich sind die Sicherung der Grundversorgung und der Ausbau von Bildung und medizinischer Versorgung ein notwendiger Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation der Menschen. Doch greift diese Betrachtung zu kurz.

Papst Franziskus hat seine Botschaft zum Welttag des Migranten und Flüchtlings 2016 unter die Überschrift gestellt: „Migranten und Flüchtlinge sind eine Herausforderung. Antwort gibt das Evangelium der Barmherzigkeit.“ Für den Heiligen Vater ist Gottes Barmherzigkeit nicht eine abstrakte Liebe, sondern eine konkrete Wirklichkeit, durch die Gott seine Liebe offenbart. Eine Liebe, die unsere Herzen verwandeln will. Antwort gibt das Evangelium der Barmherzigkeit, das heißt, es geht darum, selbst zum Zeichen zu werden für das Handeln des Vaters. Genau hier kommt für Papst Franziskus der Gedanke der Vergebung ins Spiel. Wir sollen und können Barmherzigkeit üben, weil wir sie selbst bereits erfahren haben. Die Vergebung von begangenem Unrecht wird zum sichtbarsten Ausdruck der barmherzigen Liebe. Für uns Christen wird sie zum Imperativ, den wir nicht übergehen können. „Vergebung“, so Papst Franziskus, „ist das Instrument, das in unsere schwachen Hände gelegt wurde, um den Frieden des Herzens zu finden. Groll, Wut und Rache hinter sich zu lassen, ist die notwendige Voraussetzung für ein geglücktes Leben.“

In der Sprache einer päpstlichen Bulle hört sich das vielleicht abstrakt an. Der äthiopische Gemeindepfarrer Ghidey Alema, den Sie auf dem Plakat zum Afrikatag sehen und über den Sie auf den Opfertüten in den Bänken lesen können, weiß jedoch genau, wovon der Heilige Vater schreibt. Er hat es am eigenen Leib erfahren. Sein Dorf wurde 1998 von eritreischen Soldaten überfallen. Drei Jahre musste er mit seiner Gemeinde „wie Tiere“ in den Bergen leben, in ständiger Angst und völlig isoliert. Jahre später trifft er im Flüchtlingslager zwei frühere eritreische Soldaten. Genau die Menschen, die er gehasst hat, die ihn und seine Gemeinde terrorisiert und Lebensmittel geplündert haben, die Priester geschlagen und die Menschen mit Gewehren eingeschüchtert, ja Zivilisten erschossen haben. Pfarrer Alema bringt diese Begegnung zum Nachdenken darüber, warum er Priester ist. Er begreift: „Ich muss allem ins Auge sehen, überall. Ich muss vergeben.“

Heute macht sich der Gemeindepfarrer jedes Wochenende auf den Weg, verlässt seine Pfarrei und besucht zusammen mit einem anderen Priester die Flüchtlingslager im Grenzgebiet. Versucht, die Menschen, die hier gestrandet sind, aus ihrer Verzweiflung zu reißen, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und ihnen neue Hoffnung zu schenken. Die Menschen im Flüchtlingslager vertrauen dem Priester. Sein Motor ist sein Glaube, sein Kapital eine gute Ausbildung.

Die Erfahrung vieler Entwicklungsprojekte zeigt: Ohne Menschen wie Pfarrer Alema, die sich vor Ort in diesem Geist der Barmherzigkeit engagieren, geht es nicht. Fluchtursachen bekämpfen beginnt damit, Menschen eine Perspektive zu eröffnen, einen Grund zum Bleiben zu geben, der stärker ist als die ungewisse Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

„Bereitet dem Herrn den Weg“ lautet das biblische Leitwort des Afrikatags. Gott der Herr selbst bereitet diesen Weg. Aber Gott braucht Menschen, die sich in seinen Dienst nehmen lassen. Mit Herzen, die groß genug sind, seine Liebe anzunehmen und weiterzugeben.

Mit Ihrem Beitrag zur heutigen Kollekte für Afrika helfen Sie, dass die Frauen, Männer und Kinder in den Krisenregionen Afrikas ihr Leid nicht allein tragen müssen. Dass ihnen Menschen zur Seite stehen, die mit ihnen Wege in eine menschenwürdige Zukunft suchen. Eine Perspektive, die es ihnen ermöglicht, zu bleiben anstatt sich selbst und ihre Familie den Strapazen einer Flucht ins Ungewisse auszusetzen.

Ich bitte Sie für diese dringenden Aufgaben um Ihre großzügige Gabe."

© Hartmut Schwarzbach / missio

Aufruf zur Kollekte

Kollekte
© Ernst Rose / pixelio.de

"Mit Ihrem Beitrag zur heutigen Kollekte für Afrika ermöglichen Sie die Ausbildung von einheimischen Priestern und Ordensleuten, die sich als glaubwürdige Boten des Evangeliums für ein Leben in Würde einsetzen. Ich bitte Sie für diese dringenden Aufgaben um Ihre großzügige Gabe."

Mehr zur Kollekte erfahren Sie hier.

Schuldbekenntnis

V Jesus Christus, du bist in die Welt gekommen, uns den Weg der barmherzigen und mitleidenden Liebe zu zeigen.
Herr, erbarme dich.

A Herr, erbarme dich.

V Du rufst uns, das Recht eines jeden auf ein Leben in Würde zu schützen.
Christus, erbarme dich.

A Christus, erbarme dich.

V Du rufst uns, Werkzeuge der Vergebung und lebendige Zeichen der Liebe des Vaters zu werden.
Herr, erbarme dich.

A Herr, erbarme dich.

V Nachlass, Vergebung und Verzeihung unserer Sünden gewähre uns der liebende und barmherzige Gott. Amen.

© Hartmut Schwarzbach / missio

Fürbitten

V Zu Jesus Christus, der in die Welt gekommen ist, uns den Weg der barmherzigen und mitleidenden Liebe zu zeigen, wollen wir beten:

V Wir beten für unsere Schwestern und Brüder, die ein besseres Leben fern von Armut, Hunger und Ausbeutung suchen und sich auf den entbehrungsreichen und gefährlichen Weg nach Europa machen.

– Stille –

V Gott, unsere Hoffnung.

A Wir bitten dich, erhöre uns.

V Wir beten für unsere Schwestern und Brüder, die keine Möglichkeit haben, ihr Land zu verlassen, oder die sich bewusst entscheiden, nicht auszuwandern, um zur Entwicklung ihres Landes und ihrer Gesellschaft beizutragen.

– Stille –

V Gott, unsere Hoffnung.

A Wir bitten dich, erhöre uns.

V Wir beten für die Priester und Ordensleute in Afrika, dass sie sich als glaubwürdige und überzeugte Boten deines Evangeliums für Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden einsetzen.

– Stille –

V Gott, unsere Hoffnung.

A Wir bitten dich, erhöre uns.

V Wir beten für die Kirche in Afrika und weltweit, dass sie den von Armut, Gewalt und Verfolgung ausgelösten Massenauswanderungen ihren Einsatz für eine menschenwürdige Welt entgegensetzt.

– Stille –

V Gott, unsere Hoffnung.

A Wir bitten dich, erhöre uns.

V Wir beten für alle, die sich für die Begleitung und Aufnahme von Menschen auf der Flucht engagieren und Energie, Zeit und Ressourcen zur Verfügung stellen.

– Stille –

V Gott, unsere Hoffnung.

A Wir bitten dich, erhöre uns.

V Wir beten für uns und unsere Gemeinde, dass wir nicht gleichgültig werden und schweigen angesichts des Leids unzähliger Menschen, die keinen anderen Ausweg sehen, als ihre Heimat zu verlassen und zu uns zu kommen.

– Stille –

V Gott, unsere Hoffnung.

A Wir bitten dich, erhöre uns.

V Guter Gott, wir vertrauen auf deine Barmherzigkeit. Nimm unsere Bitten an durch Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder. Amen.

Impuls

© www.vatican.va

„In diesem Heiligen Jahr können wir die Erfahrung machen, wie es ist, wenn wir unsere Herzen öffnen … Wie viele prekäre Situationen und wie viel Leid gibt es in unserer Welt! Wie viele Wunden sind in das Fleisch so vieler Menschen gerissen, die keine Stimme mehr haben, weil ihr Schrei, aufgrund der Teilnahmslosigkeit der reichen Völker, schwach geworden oder gar ganz verstummt ist. In diesem Jubiläum ist die Kirche noch mehr aufgerufen, diese Wunden zu behandeln, sie mit dem Öl des Trostes zu lindern, sie mit der Barmherzigkeit zu verbinden und sie mit der geschuldeten Solidarität und Achtung zu heilen.“

Papst Franziskus: Barmherzig wie der Vater – Leitwort des Heiligen Jahres 2015−2016

Gebet

© Hartmut Schwarzbach / missio

Gott,
mache unsere Herzen groß,
damit sie groß genug sind,
die Größe Deiner Liebe anzunehmen.

Mache unsere Herzen weit,
damit sie alle diejenigen im Blick haben,
die mit uns zusammen an
Jesus Christus auf Erden glauben.

Mache unsere Herzen weit,
damit sie denen begegnen können,
die Dich nicht kennen.

Ja, öffne unsere Herzen,
damit sie auch die wahrnehmen,
die in unseren Augen nicht liebenswert sind,
die wir nicht einmal berühren möchten:
Ja, öffne unsere Herzen.

aus Afrika
Quelle: Lege dein Herz in deine Hände, Gebete aus der Ökumene 3, S. 13, Nr. 4

Sie finden diese Bausteine für den Gottesdienst auch in unserer gleichnamigen Arbeitshilfe:

Bausteine für den Gottesdienst (PDF, 1.86 MB)
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