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Plakat zum Afrikatag 2016

Ein Priester für die Flüchtlinge aus Eritrea

Bis zum Horizont ducken sich die Hütten in den Wüstensand – windschiefe, armselige Bauten, zusammengeschustert aus dem, was ihre Bewohner in der Not finden konnten: Steine, Lehm, Wellblechteile, zerfranste Plastikplanen. Schachbrettartig durchziehen Gassen das riesige Lager, in dem täglich neue Flüchtlinge aus Eritrea eintreffen. Sie fliehen vor den Folterknechten eines Terrorregimes, das die Menschenrechte mit Füßen tritt, religiöse Minderheiten verfolgt und Männer zu unbegrenztem Militärdienst zwingt. Eritrea gilt als das Nordkorea Afrikas, Flucht als Landesverrat. Die Grenzsoldaten schießen noch auf ihre Landsleute, wenn sie bereits äthiopischen Boden unter den Füßen haben.

„Ich hatte die Grenze gerade überquert, als ich gefasst wurde“, erzählt Okbakrstos Haileselasie. „Sie brachten mich in ein unterirdisches Gefängnis und nahmen mich drei Monate in Isolationshaft. In meiner Zelle war nichts außer den nackten Wänden. Ich wurde gefoltert. Ich kann nicht in Worte fassen, was passiert ist. Aber Gott hat mich gehalten.“ Nach zwei Jahren Gefängnis glückte dem jungen Computerfachmann die Flucht außer Landes. Jetzt lebt er in Mai-Aini, einem von vier Flüchtlingslagern im Norden Äthiopiens. Haileselasie gehört zu den Laien, die die Gemeinde dort leiten. Sie organisieren Kinderkatechese, Bibelstunden, das Rosenkranzgebet, zu dem sie sich morgens und abends treffen.

© Hartmut Schwarzbach / missio

Der Glaube gibt den Menschen Kraft. Er hilft, auszuhalten, was schwer zu ertragen ist: die Langeweile im Camp, das sie nicht verlassen dürfen. Die Ungewissheit, ob sie irgendwann in Kanada, den USA oder Europa Asyl bekommen. Die Angst um ihre Kinder, die sich auf den gefährlichen Weg über den Sudan, die libysche Wüste und das Mittelmeer gemacht haben. Pfarrer Ghidey Alema ist einer, der sie versteht. Während des Grenzkriegs mit Eritrea musste er selber fliehen und hat sich drei Jahre in den Bergen versteckt. „Ich bin Priester geworden, um den Menschen zu dienen“, sagt er. „Es rührt mich in meinem Innersten an, wenn ich diese zerrissenen Familien, die Alleingelassenen, die Kranken im Flüchtlingslager sehe.“

Abba Ghidey, Vater Ghidey, wie die Menschen ihn nennen, nimmt sich Zeit für sie und ihre Sorgen, hört zu, macht Mut. Er feiert mit ihnen Gottesdienst, bereitet junge Paare auf die Ehe vor; er gibt den Kleinen Glaubensunterricht und kümmert sich um die Alten und Kranken. „Gott könnt ihr überall finden“, sagt er, „auch hier an einem der schlimmsten und heißesten Orte.“

Flüchtlingslager Mai-Aini (Äthiopien)
© Hartmut Schwarzbach / missio

Immer wieder bitten ihn die Flüchtlinge darum, dass ein Priester im Camp bleibt. Denn Abba Ghidey ist Pfarrer im zwei Stunden Autofahrt entfernten Shire und kann nur alle zwei Wochen nach Mai-Aini kommen. „Wir bräuchten mehr Priester“, sagt er, „um alle spirituellen Bedürfnisse zu befriedigen.“

Die Priesterausbildung in Äthiopien wird mit Mitteln aus der Kollekte für Afrika unterstützt.

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