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Inhalt

Bausteine für den Gottesdienst zum Afrikatag 2017

Gottes Liebe spürbar machen

Sie ist die älteste gesamtkirchliche Sammlung der Welt: die Afrikakollekte der katholischen Kirche. 1891 rief Papst Leo XIII. die Kollekte ins Leben, um den Kampf gegen die Sklaverei zu unterstützen. Die Diagnose seiner Berater klingt erschreckend aktuell: „Afrika blutet aus allen Poren“.

Helfen Sie mit, die wertvolle Tradition der Kollekte für Afrika zu erhalten. Nutzen Sie unsere Anregungen, um das Anliegen der Solidarität mit den Menschen in Afrika in den Gottesdienst einzubringen.

Hier springen Sie direkt zum gewünschten Inhalt: Predigtvorschlag - Aufruf zur Kollekte - Schuldbekenntnis - Fürbitten - Gebet - Downloads

© Fritz Stark

Predigtvorschlag

"Liebe Schwestern und Brüder!

Stellen Sie sich vor, Sie müssten jemandem in einer Minute erklären, warum der christliche Glaube ein überzeugendes Lebensmodell ist. Im Marketing wird eine solche Gesprächssituation Elevator Pitch, Aufzugpräsentation, genannt. Gemeint ist eine Technik, mit der man innerhalb kürzester Zeit eine Idee überzeugend präsentieren kann. Nicht länger eben, als die Fahrt in einem Aufzug dauert.

Wer das einmal versucht, merkt schnell, wie schwer es ist. Es hat seinen Grund, warum die Suche nach Kurzformeln, die das Wesen des Glaubens in wenigen Worten ausdrücken, Generationen von Theologen beschäftigt hat. In wenigen Worten das aussprechen, was vom Evangelium her Hoffnung gibt, im Miteinander der Menschen und in der Beziehung zu Gott, ist alles andere als einfach.

Die Aktion zum Afrikatag, den wir heute in unserem Bistum begehen, stellt uns Menschen vor, die auf ihre Weise eine Antwort geben. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr Ruanda. Das dicht besiedelte Land in Ostafrika ist nicht größer als das Bundesland Hessen. Heute steht das Land selten in den Schlagzeilen. Das war nicht immer so. Vielleicht erinnern Sie sich noch: 1994 geschah in Ruanda das Unfassbare. Mindestens 800.000 Menschen starben auf grausamste Weise während eines der blutigsten Völkermorde der Geschichte. Das brutale Morden der radikalen Hutu an der Tutsi-Minderheit und an denen, die bei dem organisierten Töten nicht mitmachen wollten, machte keinen Halt vor Nachbarn, Freunden, Angehörigen. Auch Vertreter der Kirchen waren an dem Morden beteiligt oder sahen dem rund 100 Tage dauernden Grauen teilnahmslos zu. Kirchen wurden zu Massengräbern, Priester zu Tätern.

In diesem kleinen Land, in dem unzählige Menschen zu Mördern und zu Opfern wurden, hat sich die Geschichte zugetragen, die ich Ihnen erzählen möchte.

Es ist die Geschichte von Marie. Niemals wird sie den Tag im April 1994 vergessen können. Am Morgen ist die damals 27-Jährige noch unterwegs, um irgendwo etwas Essbares für ihre kleinen Töchter aufzutreiben. Erfolglos. Am Abend irrt die junge Frau durch den nahe gelegenen Wald. Allein. Ihr Mann und ihre beiden Töchter sind tot. Ermordet von einem Nachbarn aus ihrem Dorf, einem Maurer, selbst Vater von sechs Kindern. Die Pfarrei, in die die Familie geflohen war, konnte ihnen keinen Schutz bieten. Auch der Pfarrer ist unter den Toten.

Es ist aber auch die Geschichte von Valens, dem Täter. Zwölf Jahre nach dem Morden kehrt er zurück in die Heimat und stellt sich. Nach sechs Jahren kommt er wegen guter Führung aus dem Gefängnis und verbüßt den Rest seiner Strafe durch gemeinnützige Arbeit. Als er bei Marie anklopft, um sie um Vergebung zu bitten, weist sie ihn ab. Dreimal. Seine Antwort auf die Frage, wie man als Christ und Vater von sechs Kindern zum Mörder werden kann, überzeugt sie nicht. Kann eine Mutter dem Mann vergeben, der ihre Töchter und ihren Ehemann getötet hat? Es scheint unmöglich. Hilfe finden beide bei Pfarrer Joseph, der mit ihnen den schweren Weg der Versöhnung geht. Um Verzeihung bitten ist nicht leicht. Vergeben ist auch nicht leicht. Aber beides heilt. Heute sitzen Marie, das Opfer, und Valens, der Täter, nebeneinander und Valens hört schweigend zu, wie Marie erzählt, was an jenem Tag vor 22 Jahren geschah. Valens hat wieder Arbeit gefunden. Angestellt hat ihn Maries Bruder.

Die Wunden, die durch die tragischen Ereignisse entstanden sind, sind auch mehr als 20 Jahre nach dem Völkermord nicht verheilt. Die Kirche begleitet die Menschen und ringt gleichzeitig damit, ihre eigene Beteiligung an den Verbrechen aufzuarbeiten.

Eine Gesellschaft wieder zu versöhnen, ist eine große Herausforderung – nicht nur in Ruanda. Doch Versöhnung lässt sich nicht verordnen, nicht durch den Staat und auch nicht durch die Kirche. Wer Versöhnung fordert, muss sich darüber im Klaren sein, dass es sich um einen teuren Begriff handelt. Er ist nicht zu verwechseln mit einem einfachen „Schwamm drüber“.

Unversöhnlichkeit ist eine schmerzhafte Realität. Im Großen wie im Kleinen. In Ehen und Familien, in der Schule, im Beruf, in der Geschäftswelt. Wohl kaum jemandem bleibt die Erfahrung erspart, dass Versöhnung nicht gelingt. Trotzdem gibt es immer wieder dieses Wunder: Menschen finden zu einem friedlichen Zusammenleben, obwohl alles dagegen spricht. Glaube und Gebet können Vergebung und Versöhnung auch dort möglich machen, wo sie aus menschlicher Sicht zunächst ausgeschlossen scheinen.

Als Christen bekennen wir, dass Gott uns mit sich versöhnt hat, indem er in seinem Sohn Jesus Christus unsere Schuld getragen hat. Wir glauben daran, dass er uns damit frei gemacht hat, uns auch untereinander zu versöhnen.

Ein Elevator Pitch wäre mit einer solchen Erklärung sicher nicht zu gewinnen. Aber um das Gewinnen geht es hier auch nicht. Die Geschichte von Marie und Valens hinterlässt einen tiefen Eindruck. Sie klingt lange nach. Sie lässt ahnen, welche Kraft in diesem Glaubensgeheimnis liegt. Eine echte Hoffnungsgeschichte. Lassen wir uns anstecken mit dieser Hoffnung, die nichts verdrängt oder beschönigt, aber gerade deshalb Mut macht. Der Afrikatag ist nicht nur ein wichtiger Kollektentermin. Er ist auch eine Gelegenheit, unseren Glauben im Spiegel von Erfahrungen neu zu sehen, die Menschen in uns fremden Lebenssituationen machen.

Schließen möchte ich mit einem Ausschnitt aus dem diesjährigen Gebet zum Afrikatag. Es stammt aus der Demokratischen Republik Kongo, einem Land, in dem seit Jahrzehnten ein Bürgerkrieg tobt. Hoffnung, heißt es da, „Hoffnung ist. Hoffnung wächst. Hoffnung kämpft. Hoffnung wird herausgefordert … Aber niemals stirbt sie. Sie stolpert … Aber niemals fällt sie.“ Wir können einiges von unseren afrikanischen Glaubensgeschwistern lernen."

© Fritz Stark

Aufruf zur Kollekte

Kollekte
© Ernst Rose / pixelio.de

"Am heutigen Afrikatag bitten die deutschen Bischöfe und das Internationale Katholische Missionswerk missio um unsere Hilfe für die Arbeit der Kirche in Afrika. Die Kollekte ermöglicht es, einheimische Priester und Ordensfrauen für die Seelsorge und Sozialarbeit in den bedürftigsten Ländern des Kontinents auszubilden. Ich bitte Sie für diese dringenden Aufgaben um Ihre großzügige Gabe."

Mehr zur Kollekte erfahren Sie hier.

Schuldbekenntnis

Bevor wir das Wort Gottes hören und das eucharistische Mahl feiern, lasst uns unser Herz bereiten, indem wir das Schuldbekenntnis sprechen: GL 582, 4/5

Kyrie-Rufe

Jesus Christus, du kennst die Ängste und Sorgen der Menschen. Du weißt um die Gewalttaten, die diese Welt beherrschen.

Kehrvers: GL 157

Du bist in die Welt gekommen, uns Wege der Versöhnung zu zeigen. Durch dich entdecken wir neue Möglichkeiten, aufeinander zuzugehen.

Kehrvers: GL 157

Du kennst unsere Sehnsucht und unsere Hoffnungen. Du kommst uns immer wieder neu entgegen.

Kehrvers: GL 157

© Fritz Stark

Fürbitten

Guter Gott, du wachst über deine Kinder bei Tag und Nacht. Auch heute bist du uns nahe. Im Vertrauen darauf, dass du unsere Gebete hörst, bitten wir dich:

V Für die Menschen in Ländern, die von Krieg und Gewalt gezeichnet sind. Schenke ihnen Hoffnung und gib den Verantwortlichen Mut zu Umkehr und Versöhnung.

– Stille –

V Gott, du bist Leben für alle.

A Wir bitten dich, erhöre uns.

V Für die Menschen, die in unserer Gesellschaft unter Gewalt leiden: in der Familie, auf dem Schulhof und wo immer Menschen zusammenkommen. Schenke ihnen Menschen, die ihnen zuhören und mit ihnen nach einem Ausweg suchen.

– Stille –

V Gott, du bist Leben für alle.

A Wir bitten dich, erhöre uns.

V Für uns selber, wenn wir andere durch unser Verhalten verletzen und ausgrenzen. Hilf uns, auch denen achtsam und liebevoll zu begegnen, bei denen es uns schwerfällt.

– Stille –

V Gott, du bist Leben für alle.

A Wir bitten dich, erhöre uns.

V Für die Männer und Frauen in Afrika, die deinen Ruf gehört haben. Schenke ihnen den Mut, sich mit ihrem ganzen Leben für die Frohe Botschaft einzusetzen.

– Stille –

V Gott, du bist Leben für alle.

A Wir bitten dich, erhöre uns.

V Für die Verstorbenen – die, die im Vertrauen auf dich gestorben sind, und die, die ohne Auferstehungshoffnung gehen mussten. Nimm sie bei dir auf und tröste, die um sie trauern.

– Stille – Wir beten

V Gott, du bist Leben für alle.

A Wir bitten dich, erhöre uns.

Guter Gott, mit allem, was uns bewegt, kommen wir zu dir. Du bist die Mitte unseres Lebens, heute und in Ewigkeit. Amen.

Gebet nach der Kommunion

© Hartmut Schwarzbach / missio

Hoffnung ist.
Hoffnung wächst.
Hoffnung kämpft.
Hoffnung wird herausgefordert ...
Aber niemals stirbt sie.
Sie stolpert ...
Aber niemals fällt sie.
Hoffnung ist Leben.
Leben ist Hoffnung.
Immer da,
immer in Bewegung.
Nicht wahrnehmbar oder
unerhört präsent,
aber immer, immer:
Da.

(aus der Demokratischen Republik Kongo)

Sie finden diese Bausteine für den Gottesdienst auch in unserer gleichnamigen Arbeitshilfe. Ebenso bieten wir Ihnen das Plakat kostenlos zum Download an.

Bausteine für den Gottesdienst
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