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Ein Priester für die Versöhnung in Ruanda

Als Elfjähriger hat Pfarrer Joseph Nayigiziki selbst die Hölle des Völkermordes in Ruanda miterlebt. Er erinnert sich noch genau. Damals im Frühjahr 1994 begann das martialische Morden der Hutu-Gruppe an der Tutsi-Minderheit. Nachbarn töteten ihre Nachbarn im Blutrausch, metzelten sie mit unvorstellbarer Brutalität nieder. Nayigiziki verstand dieses Töten nicht und er hatte Angst, selbst umgebracht zu werden. Innerhalb von 100 Tagen wurden fast eine Million Menschen ermordet. Auch Vertreter der Kirche waren an den Morden beteiligt. Zurück blieb eine in weiten Teilen schwer traumatisierte Bevölkerung.

Heute, mehr als 20 Jahre später, herrscht Frieden in Ruanda. Doch offene Wunden gibt es immer noch viele. Sie zu heilen, dieses Ziel hat sich Pfarrer Joseph Nayigiziki gesetzt. Mit 13 Jahren fasste er den Entschluss, Priester zu werden. Doch seine Eltern konnten ihm die Ausbildung nicht bezahlen. Dank der finanziellen Unterstützung der deutschen Katholiken konnte er dennoch Priesterseminare besuchen. Heute ist er auch Leiter der diözesanen Kommission Justitia et Pax, die Seminare zur Konfliktbewältigung anbietet. Derzeit finden in diesen Seminaren mehr als 70 Menschen Hilfe, um die traumatischen Erlebnisse des Genozids verarbeiten zu können. Täter und Opfer sitzen dabei oftmals nebeneinander. So wie Marie und Valens. Mit wenigen Hieben hatte Valens im April 1994 die beiden Töchter und den Ehemann von Marie getötet. Sie selbst verletzte er schwer an Nacken und Hinterkopf. Sie überlebt, aber ein Teil von ihr ist an diesem Tag gestorben, für immer.

Der Ehemann und die Kinder von Tutsi-Frau Marie Mukagasana (links) wurden vom Hutu Vales Nteziryaya (rechts) getötet. Gemeinsam mit Pfarrer Joseph Nayigiziki stehen sie auf dem Massengrab des Genozids von 1994 und gedenken der Opfer.
Der Ehemann und die Kinder von Tutsi-Frau Marie Mukagasana (links) wurden vom Hutu Vales Nteziryaya (rechts) getötet. Pfarrer Joseph Nayigiziki vermittelt.© Fritz Stark

Kann eine Mutter dem Mann vergeben, der ihre Töchter und ihren Ehemann getötet hat? Es scheint unmöglich. Doch die Kirche in Ruanda geht mit den Menschen den schweren Weg der Versöhnung. „Um Verzeihung bitten ist nicht leicht, vergeben auch nicht, aber beides heilt Wunden“, sagt Nayigiziki und sowohl als Marie als auch Valens pflichten ihm bei. Aber es dauerte, bis auch Marie diese Aussage bejahen konnte. Drei Mal weist Marie Valens zurück, als er anklopft und um Vergebung bittet.

Valens wurde zu elf Jahren Haft verurteilt, nach sechs Jahren wegen guter Führung wieder aus dem Gefängnis entlassen und verbüßt den Rest seiner Strafe durch gemeinnützige Arbeit. Ausgerechnet der Bruder von Marie hat den gelernten Maurer angestellt.

Fotos ermordeter Kinder des Genoziods von 1994 im Genocide Memorial in Kigali, Ruanda.
Fotos ermordeter Kinder des Genoziods von 1994 im Genocide Memorial in Kigali, Ruanda.© Fritz Stark

„Das Leben muss trotz allem weitergehen“, sagt Pfarrer Joseph. Staat und Kirche arbeiten in Ruanda an dem großen Projekt der Versöhnung und versuchen, die Menschen zu unterstützen, wo es geht: mit dem Bau von Häusern für die Opfer, mit Gedenkstätten und -tagen, mit Hilfe psychologischer Betreuung. Die Wunden sind noch lange nicht verheilt, aber viele sind auf einem hoffnungsvollen Weg in die Zukunft. Priester wie Pfarrer Joseph stehen dabei an der Seite der Menschen.

Die Ausbildung von Priestern wie Joseph Nayigiziki in Ruanda wird mit Mittel aus der Kollekte für Afrika unterstützt.

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