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Plakat zum Afrikatag 2018 (DR Kongo)

Der Staat ist weit weg.

Die Kirche ist da.

Es gibt unzählige Dörfer wie Kasongo im Südosten der Demokratischen Republik Kongo: abgelegene Siedlungen, wo nie ein Bus hält, ohne Schule und ohne Krankenstation. Die Menschen sind bitterarm und der Regierung egal. Pfarrer Gustave sind sie es nicht.

© Hartmut Schwarzbach / missio

Die Kleine schämt sich. Als der Fotograf die Kamera auf sie richtet, wird ihr die Armut schlagartig bewusst: das schmutzige, zerrissene Kleid, in dem ihr magerer Körper steckt, die bloßen Füße, über die sie so gerne ein Paar Gummisandalen streifen würde. „Schuhe bekommen die Kinder erst, wenn sie in die höhere Schule gehen – weil die Schule es verlangt“, erklärt Pfarrer Gustave Kileya Mukobe.

Sozialarbeiter und Seelsorger

Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht von seiner Ankunft im Dorf. Die Kinder haben den Pfarrer zuerst bemerkt und laufen aus allen Himmelsrichtungen zusammen. Es scheint, als würde die 1.200-Seelen-Gemeinde fast nur aus Kindern bestehen. Im Nu haben sie den 44-Jährigen umringt und weichen ihm nicht von der Seite. Sie lieben Père Gustave. Wenn er einmal im Monat kommt, in der baufälligen Lehmziegelkapelle Gottesdienst feiert und ihnen Religionsunterricht gibt, spielt er anschließend oft mit ihnen. Dann geht er von Hütte zu Hütte, besucht die Kranken, fragt, wer Hilfe braucht. Die Kinder heften sich wie ein Bienenschwarm an ihn. Die Traube aufgeregter Jungen und Mädchen bewegt sich langsam durchs Dorf, in ihrer Mitte der Priester, der sie um Längen überragt.

Kishimba Kamengwa hat ihn gebeten, zu ihr zu kommen. Sie wartet vor ihrer Hütte, im Arm ihren Enkel Simon. Der Junge ist zwei Jahre alt. Seine Beinchen ragen wie dürre Äste aus der Hose, sein Kopf kippt zur Seite, als wäre die Last zu schwer für den schmächtigen Körper. Simons Mutter starb, als er noch ein Baby war. Damals hatte Großmutter Kishimba noch Milch für ihn, weil sie gerade das letzte ihrer eigenen sieben Kinder stillte. Jetzt ist ihr Enkel akut mangelernährt. Pfarrer Gustave verspricht, einen Arzt und die Krankenstation der Diözese zu verständigen, damit der Junge Hilfe bekommt. Er kennt die Probleme. Er weiß, dass die Menschen ihr Trinkwasser aus dem Fluss holen, dass Cholera und Malaria allgegenwärtig sind und viele Babys sterben, bevor sie das erste Lebensjahr erreicht haben. Es gibt keinen Bus und keine Krankenstation. Die nächste Schule ist zwei Stunden Fußmarsch entfernt. In guten Zeiten reicht die Ernte gerade zum Überleben. Aber es gibt mehr schlechte als gute Zeiten. Der Regierung in Kinshasa sind Menschen wie die in Kasongo nicht mehr als ein Achselzucken wert. „Der Staat ist weit weg“, sagt Pfarrer Gustave Mukobe.

© Hartmut Schwarzbach / missio

„Ich leide mit den Menschen“

Seit vier Jahren arbeitet er als Priester in Kasongo. Es ist eins von sechs Dörfern im Umkreis von 50 Kilometern, die er betreut. Sein Vorbild sind die Missionare aus dem Dorf seiner Kindheit, die in einer Hütte an der Seite der Armen lebten. „Besonders nachts, wenn ich Zeit habe, nachzudenken“, sagt Pfarrer Gustave, „leide ich mit den Menschen. Aber als Priester teile ich das Leid mit Christus. Er gibt uns immer wieder Kraft, weiterzumachen.“

Die Ausbildung von Priestern wie Gustave Mukobe wird mit Mitteln aus der Kollekte für Afrika unterstützt.

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