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Anmerkungen zum Instumentum Laboris der Zweiten Afrikasynode

Marco Moerschbacher

Während seiner ersten Afrikareise hat Benedikt XVI. am 19. März 2009 in Kamerun das Instrumentum Laboris zur Zweiten Afrikasynode der Öffentlichkeit vorgestellt. Für die afrikanischen Bischöfe, die sich vom 5. bis 24. Oktober 2009 in Rom versammeln werden, liegt damit also die offizielle Arbeitsgrundlage vor.

Zuvor wurde bereits das Präsidium der Zweiten Afrikasynode benannt: es sind Kardinal Francis Arinze (Kurie, Nigeria), Kardinal Wilfrid Fox Napier von Durban (Südafrika) sowie Kardinal Théodore-Adrien Sarr von Dakar (Senegal). Sondersekretäre sind Erzbischof Antonio Franklyn von Luanda (Angola) und Bischof Edmond Djitangar aus Sarh (Tschad). Den wichtigen Posten des Relators erhält Kardinal Peter Turkson von Cape Coast (Ghana). Der vorliegende Beitrag stellt das Arbeitsdokument der Synode vor und nimmt eine kritische Analyse vor. Dabei wird deutlich, dass das nun vorliegende Dokument in seinen Ausführungen aufgrund der Rückmeldungen der verschiedenen Bischofskonferenzen Afrikas gegenüber den so genannten Lineamenta an Klarheit und Deutlichkeit gewonnen hat. Doch es fehlt in wichtigen Zusammenhängen eine theologische Sprache, die in der Lage ist, die beschriebenen Sachverhalte auch theologisch in Worte zu fassen, die für die Menschen heute eine Relevanz haben.

Der Text ist in folgende vier Kapitel gegliedert: I. Die Kirche im heutigen Afrika, II. Versöhnung, Gerechtigkeit und Friede – eine dringende Notwendigkeit, III. Die Kirche als Familie Gottes: »Salz der Erde« und »Licht der Welt«, IV. Das Handeln der Kirche als Familie Gottes: Zeugnis und Perspektiven.

Anmerkung

(1) Instrumentum laboris (= IL), Preface, cf. http://www.vatican.va/roman_curia/ synod/documents/rc_synod_doc_ 20090319_instrlabor-africa_en.html. Diese und die folgenden Übersetzungen von Marco Moerschbacher.

Das Instrumentum Laboris zur Zweiten Afrikasynode

Das Dokument, so Erzbischof Nikola Eterovic, Generalsekretär der Römischen Bischofssynode in seinem Vorwort, berücksichtige die Reaktion auf die Lineamenta von 36 afrikanischen Bischofskonferenzen, zwei nichtlateinischen katholischen Kirchen, von 25 Abteilungen der Römischen Kurie und von der Versammlung der Ordensoberen. Und »sein Inhalt umfasst auch Beobachtungen aus verschiedenen kirchlichen Institutionen sowie von Christgläubigen, die für Evangelisierung und Entwicklung in Afrika Verantwortung tragen.« (1) Sein Zweck sei es, »Gedanken und Diskussion anzustoßen und die kollegiale Erörterung der Hirten zu nähren und zu leiten, die in der Synodenversammlung in Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom, Benedikt XVI. versammelt sein werden.« (IL 2)

I. Die Kirche im heutigen Afrika

Das erste Kapitel zeichnet die Geschichte nach von der Ersten (1994) zur Zweiten (2009) Sonderversammlung der Römischen Bischofssynode für Afrika und hebt den neuen gesellschaftlichen Kontext, einige demokratische Fortschritte sowie das immer stärker gewordene weltweite Phänomen der Globalisierung hervor(hier ist wohl an die immer stärker werdende Rolle Chinas in Afrika gedacht). Auf Seiten der Kirche werden die Kleinen Christlichen Gemeinschaften und ihre aktive Beteiligung am gesellschaftlichen Leben erwähnt sowie die gestiegene Zahl der Taufen, Priester- und Ordensberufungen. Die soziale Situation habe sich jedoch in mehrfacher Hinsicht verschlimmert, etwa durch eine Kultur des Krieges, durch immer schwerer drückende Lasten von auswärtigen Kräften (Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, Waffenhandel …) sowie durch eine generelle Marginalisierung Afrikas auf Weltebene. Theologisch wird das von der Ersten Afrikasynode formulierte Verständnis der Kirche als Familie Gottes betont und ergänzt »durch einen neuen Bezugspunkt, nämlich das ›Salz der Erde‹ und ›Licht derWelt‹ zu sein« (IL 15).

Bemerkenswert ist die Betonung, die das Schreiben auf Kultur legt. »Tief in einer Kultur verwurzelt zu sein, ist der Schlüssel zu einer ganzheitlichen Entwicklung von Individuen und Gemeinschaften« (IL 30), aber: »Unter dem Deckmantel der Moderne scheint ein Prozessstattzufinden, der darauf angelegt ist, die afrikanische Kultur zu zerstören« (IL 31). Bei den wichtigen und sehr klar formulierten Ausführungen zu den sozio-kulturellen Herauforderungen gehe es darum, »die genuin afrikanischen Werte zu bewahren: Achtung vor den Ältesten, Respekt vor Frauen als Mütter, eine Kultur der Solidarität, gegenseitiger Hilfeleistungen, Gastfreundschaft und Einheit, Respekt vor dem Leben, Ehrlichkeit, Wahrheit, zu seinemWort stehen usw.« (IL 30).

Im Unterschied zu den Lineamenta wird hier auch das Thema Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden als Aufforderung an die Kirche und ihre innerkirchliche Organisation verstanden. Die Kirche habe Gerechtigkeit zuallererst in ihren eigenen Reihen zu leben (vgl. IL 43).

II. Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden – eine dringende Notwendigkeit

Das kurze zweite Kapitel des Instrumentum Laboris zeigt die »Öffnungen« und »Hindernisse« auf dem Weg zu Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden auf, formuliert allerdings die Herausforderungen an die Gesellschaft in pointierterer Form als die an die Kirche.

Die Ausführungen über Gerechtigkeit gehören zu den deutlichsten Beschreibungen gesellschaftlicher Probleme in Afrika und erwähnen die Probleme der Gefängnisinsassen, die Kultur der Straffreiheit, die ökologische Problematik einschließlich genmanipulierter Nahrungsmittel, den Klimawandel, Agrarpolitik und die Frage der Frauenrechte in der Gesellschaft und in der Kirche.

Ganz im Sinne der zentralen Rolle der afrikanischen Kultur gibt der Abschnitt über den »Weg zum Frieden« einen tieferen Einblick in einige der Ursachen der afrikanischen Krise und verurteilt scharf die Diskriminierung und Missachtung afrikanischer Kultur:

»… ein tieferer Grund für die mangelnde Stabilität der Gesellschaften auf dem Kontinent hängt mit der kulturellen Entfremdung und Rassendiskriminierung zusammen, die im Lauf der afrikanischen Geschichte einen Minderwertigkeitskomplex, Fatalismus und Furcht hervorgebracht haben. Eine Missachtung afrikanischer Sprachen und oraler afrikanischer Literatur hat zur Zurückweisung von genuin afrikanischen Werten geführt. Das Fehlen dieser Referenzpunkte hat bei den jungen Leuten zu Instabilität geführt.« (IL 66)

III. Die Kirche als Familie Gottes: »Salz der Erde« und »Licht der Welt«

Unter dem Stichwort der Inkulturation prägt die Sorge um die traditionelle afrikanische Kultur auch das dritte Kapitel. »Die Ortskirchen haben bekräftigt, dass die Herausforderung der Inkulturation für die afrikanischen Gesellschaften, deren Kulturen bedroht sind, wichtiger als je zuvor ist.« (IL 70)

Die besondere Bedeutung Kleiner Christlicher Gemeinschaften wird unter der Überschrift »Einsatz für ein versöhntes Afrika« ausgeführt: »Kleine Christliche Gemeinschaften verkörpern in der Kirche die Freude, zu einer Familie zu gehören.… In dieser Gemeinschaft sind Taten der Solidarität als Ausdruck christlicher Nächstenliebe beispielhaft. An einigen Orten wird auf dieser Ebene das Wort Gottes gelesen, geteilt und gelebt. Die Rolle von Laien-Animatoren in diesen Gemeinschaften ist von besonderer Bedeutung, da sie einen Leitungsdienst (leadership-service) gewährleisten, der den Mitgliedern hilft, in ihrem Glauben zu wachsen und sich in Bemühungen um Versöhnung und eine gerechtere und friedlichere Welt einzusetzen. Zweifellos muss in diesem ›Bereich‹ noch viel theologische Arbeit geleistet werden.« (IL 93)

Dies ist wohl in der Tat eine anstehende theologische Aufgabe: die Verantwortung von »Laien«, Frauen und Männern, in der Kirche zu bedenken, Laiendienstämter zu bestimmen, ihre offizielle Einsetzung und Vielfalt auszuarbeiten und ein Verständnis von Führung (leadership) zu entwickeln, das auf Partizipation und Subsidiarität fußt.

IV. Das Handeln der Kirche als Familie Gottes: Zeugnis und Perspektiven

Der grundlegende Aufruf, so das vierte und letzte Kapitel, ist der zu einer »tieferen Umkehr« (IL 104). Verkündigung der Frohen Botschaft sei zuerst und vor allem das Zeugnis des Lebens, und der Aufruf zur Heiligkeit gelte für alle in der Verkündigung tätigen Menschen. Diese werden aufgezählt: Bischöfe, Priester, Ordensleute, Laien in der Kirche, und erhalten Ratschläge für die Verkündigung. Zu den Laien zählen:

– die katholische Aktion,

– apostolische und spirituelle Vereinigungen der Gläubigen,

– Katechisten, die eine fundierte Ausbildung sowie eine angemessene Entschädigung für ihre Arbeit verdienen,

– Frauen, deren Rolle gestärkt werden muss,

– Männer, die aufgerufen sind, besonders in Familien und Kleinen Christlichen Gemeinschaften Zeugnis über ihren Glauben abzulegen.

Einige kritische Punkte

Im Vergleich mit dem vorangegangen vorbereitenden Dokument, den Lineamenta, kann man sagen, dass das Instrumentum Laboris wesentlich näher an die Praxis gerückt ist und wichtige, von den Lineamenta vernachlässigte Fragestellungen anspricht, wie etwa die Herausforderung durch HIV und AIDS, die Frage der finanziellen Abhängigkeit der Kirche und das Thema der Frauenrechte. Es ist sozusagen »afrikanischer« geworden.

Dank der afrikanischen Reaktionen auf die Lineamenta sind die Themen im Instrumentum Laboris erweitert und vervollständigt worden. Und sie scheinen besser in den afrikanischen Kontext zu passen. Dies gilt zum Beispiel für die Frage der Rechte von Frauen, zu der es heißt: »Frauen werden zu Opfern und missbraucht in Erbschaftsangelegenheiten, bei den Witwenriten, bei sexueller Verstümmelung, Zwangsehen, Polygamie usw.« (IL 32) Und hier kommt das Schreiben auch zu einer Art kirchlicher Gewissenserforschung: Frauen werden als die ersten Mitarbeiterinnen im Verkündigungsauftrag der Kirche bezeichnet (vgl. IL 114), was die Kirche aber noch besser zu würdigen habe. »Die Rolle von Frauen wird wirksamer, wenn die Kirche-Familie sie in einer besser sichtbareren, klareren Weise an ihrer Mission beteiligt.« (IL 117)

Generell konfrontiert das Thema von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden die Kirche sehr direkt mit der Frage ihrer eigenen Glaubwürdigkeit. Wie können zum Beispiel Kirchen Politiker für ihre Art des Machtmissbrauchs maßregeln, wenn es in der Kirche nicht gelingt, Macht auf verantwortete, transparente Weise und im Dienst an der Gemeinschaft auszuüben? Klerikalismus widerspricht der Botschaft von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden.

»Als eine Gemeinschaft handelt die Kirche in der Gesellschaft durch ihre Glieder, besonders durch die gläubigen Laien… Christen leben ihren Glauben auf selbstlose Weise, indem sie den Armen, Marginalisierten und Schwachen helfen, sich aktiv an der Lösung sozialer Probleme beteiligen und entschlossen die Einheit anstreben.« (IL 137) Und zu den Christen zählen Priester ebenso wie Ordensleute und die so genannten Laien. Denn die Kirche steht im Dienst an der geheimnisvollen Beziehung zwischen Gott und Welt.

»Salz der Erde, Licht der Welt« – man kann diesen neuen »Bezugspunkt« im Verständnis der Kirche als Familie Gottes als Hinweis zur Überwindung der Dichotomie zwischen Kirche und Welt verstehen. Die Kirche ist Familie nicht aufgrund innerfamiliärer Gemütlichkeit, sondern weil sie eine Botschaft über neue menschliche Beziehungen verkündet, die zu leben sie zuerst selber aufgefordert ist – Evangelisierung ad intra und Evangelisierung ad extra. Der Gedanke vom »Salz der Erde« assoziiert eine ökologische Herausforderung, und der Gedanke vom »Licht der Welt« ist eine Einladung, die Kirche in ihrer Funktion des Dienstes an der Welt von heute zu begreifen. Die wahre Familie Gottes ist nicht die Kirche, sondern die Menschheit auf ihrem Weg durch die Geschichte.

Eine andere Seite dieses Verhältnisses scheint das Instrumentum Laboris zu vernachlässigen, nämlich die Kirche als Institution, als ein kollektives Subjekt, das in der Geschichte handelt und als solches zur Umkehr aufgerufen ist. Das Instrumentum Laboris richtet sich mehr an der individuellen Heiligkeit aus. »… die am besten passende Antwort der Jünger Christi… ist es, die Waffen des Glaubens zu verwenden und eine tiefere Umkehr in ihrem Streben nach Heiligkeit zu suchen.« (IL 104) Der ganze ethische Ansatz des Instrumentum Laboris ist auf das Individuum konzentriert, das zur Umkehr aufgerufen ist und dessen Heiligkeit die Welt heil machen wird.

In der Gesellschaftsanalyse müsste jedoch in den Blick kommen, dass nicht jedes Übel von Individuen stammt, deren Umkehr zu seiner Überwindung ausreichen würde. Es gibt strukturelle Übel, die mit der Geschichte und heutigen systemischen Parametern zusammenhängen. Die Unterscheidung der Geister als Grundlage für das Handeln des ethischen Subjekts Kirche heute erfordert eine gründliche Betrachtung der Geschichte, eine kritische Analyse der heutigen Strukturen der Sünde – auch in der Kirche – und den ehrlichen Willen, Ungerechtigkeiten auszugleichen. Wie Erzbischof Eterovic in der Einleitung schreibt, muss »Verteilungsgerechtigkeit mit Wiedergutmachung gekoppelt werden«, was er als Ausdruck der Option für die Armen versteht. Dies ist sicher für die katholische Kirche in Afrika eine Herausforderung, mehr jedoch für die innerhalb der Catholicà immer noch dominanten nordatlantischen Kirchen.

Denn diese Aufgabe berührt das Verhältnis zwischen Schwesterkirchen, das in Afrika mit der Frage der finanziellen Eigenständigkeit der Ortskirche zusammenhängt. Diese Frage wurde in den Lineamenta nicht gestellt, wird aber nunmehr von den afrikanischen Ortskirchen thematisiert. Und sie betrifft die grundlegende Identität der afrikanischen Ortskirchen und die bereits erwähnte Inkulturationsfrage. Die Kluft zwischen christlichem Glauben und alltäglichem Leben in Afrika kann nur überwunden werden durch eine tiefgehende Inkulturation nicht nur der Riten und Liturgien, sondern auch der kirchlichen Strukturen und der von der Kirche verantworteten Institutionen. Die Kirche in Afrika muss selber »Ortskirche« sein, keiner kann diese »Ortung« für sie übernehmen.

Welche Sprache sprechen wir?

Sowohl die Lineamenta als auch das Instrumentum Laboris enthalten starke Passagen, die die Situation und die Probleme der afrikanischen Gesellschaften heute beschreiben. Und indem es ausdrücklich Fragen wie Globalisierung, HIV/AIDS und die Diskriminierung von Frauen anspricht, kommt das Instrumentum Laboris den kritischen afrikanischen Kontexten noch ein Stück näher. Aber wenn es um Theologie geht, scheinen beiden Dokumenten Worte und Begriffe abhanden zu kommen, finden beide Dokumente keine relevante theologische Sprache.

Das Instrumentum Laboris reiht in seiner Schlussfolgerung Schriftzitate aneinander, bei denen die zuvor genannten kritischen Situationen in Afrika nicht vorkommen oder bestenfalls versteckt sind.

»Die Zweite Sonderversammlung der Bischofssynode für Afrika ist ein wichtiges Moment für die Kirche-Familie Gottes in Afrika. Sie ist ein kairos (vgl. Mk 1,15). Der heilige Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Korinther: ›Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der Rettung.‹ (2 Kor 6,2) Dies ist die Zeit der Gnade, um die Menschen mit Gott und miteinander zu versöhnen. Diese Versöhnung wird Gerechtigkeit und Frieden hervorbringen… Denn ›Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung.… Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.‹ (Röm 5,3 –5). Christus lenkt unsere »Schritte auf den Weg des Friedens‹ (Lk 1,79) und vertraut der Kirche den ›Dienst der Versöhnung‹ (2 Kor 5,18) an.« (IL 146)

Bei all den theologischen Herausforderungen, vor die uns die Aufgabe von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden stellt, wie Inkulturation, Menschenrechte, gleiche Würde für alle, Aufbau funktionierender staatlicher Institutionen, die auf gemeinsam festgelegten Werten und der Sorge um Gemeinwohl fußen – scheint dieses Zitat vor allem eine Frage aufzuwerfen: Welche Sprache sprechen wir? Was ist mit den Schriftzitaten wirklich gesagt? Die Autoren des Neuen Testaments – und in dem zitierten Abschnitt begegnen uns bereits Markus, Lukas und Paulus – haben alle geschrieben, um auf konkrete Situationen in ihren Gemeinschaften zu antworten, und sind damit der dringenden Notwendigkeit begegnet, die Botschaft Christi in sich verändernden Umständen weiterzugeben.

Die Kirchen in Afrika sind aufgerufen, das Gleiche zu tun, von den konkreten Fragen des alltäglichen Lebens in Afrika (und anderswo) auszugehen und Christi Botschaft des Lebens an kommende Generationen weiterzugeben. Dies ist eine große Herausforderung sowohl im sich schnell wandelnden Europa als auch in Afrika, wo inmitten großer Not Afrikanerinnen und Afrikaner aufgefordert sind, für zukünftige Generationen angemessene Lebensbedingungen zu schaffen.

Marco Moerschbacher
Missionswissenschaftliches Institut, Aachen

... Quelle: Forum Weltkirche

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