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Inhalt

In der Woche vom 12. bis zum 17. Oktober 2009 strahlte der WDR in der Reihe „Kirche im WDR“ Morgenandachten von Prälat Klaus Krämer, Präsident von missio in Aachen, aus. Anlässlich der diesjährigen missio-Kampagne im Monat der Weltmission „Selig, die Frieden stiften“ sprach Prälat Krämer über das Friedensengagement der katholischen Kirche in Nigeria.

Dienstag, 13. Oktober 2009:

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Besuch im Agodi-Gefängnis in Ibadan

Prälat Krämer und Erzbischof Zollitsch besuchen das Agodi-Gefängnis in Ibadan. © Harald Opitz, KNA-Bild

Guten Morgen, verehrte Hörerinnen und Hörer!

Ein Bild hat sich bei meiner Reise durch Nigeria mit Erzbischof Robert Zollitsch tief in mein Gedächtnis eingegraben: Ein junger Mann, hinter schweren Eisengittern, in einem dunklen kargen Raum, den Kopf tief zum Boden gebeugt.

Dieser verängstigte und verunsicherte junge Nigerianer ist einer von 638 Gefangenen im Agodi-Gefängnis der südnigerianischen Großstadt Ibadan. Das Gefängnis, das aus der britischen Kolonialzeit stammt, ist nur auf 300 Gefangene ausgelegt. Die Folge sind drangvolle Enge und höchst unzureichende hygienische Verhältnisse. Die allermeisten Häftlinge sind Untersuchungsgefangene, die auf ihren Prozess warten – manche bis zu sieben Jahren. Viele kennen nicht einmal den Grund ihrer Inhaftierung.

Father Ezekiel, ein Priester des Erzbistums Ibadan, begleitet uns bei unserem Besuch des Agodi-Gefängnisses. Er ist für die pastorale Betreuung der Gefangenen zuständig. Mit einem Team von freiwilligen und professionellen Helfern besucht er die Gefangenen, spricht mit ihnen, hilft mit Kleidung und Nahrungsmitteln. Er vermittelt ihnen einen Rechtsbeistand für die Wahrnehmung ihrer Rechte, er setzt sich bei der Leitung des Gefängnisses für bessere Haftbedingungen ein. Und er feiert Gottesdienst mit den Inhaftierten!

Besonders beeindruckt hat mich ein pastorales Programm, in dem gemeinsam mit den Gefangenen ihre Lebenssituation aufgearbeitet wird. Einzel- und Gruppengespräche sollen ihnen dabei helfen, sich mit ihren eigenen Familien auszusöhnen, die sich oftmals von den Gefangenen distanzieren und lossagen. Straftäter sollen lernen, zu dem Unrecht, das sie begangen haben, zu stehen und sich mit den Opfern und ihren Angehörigen auszusöhnen. Nicht zuletzt werden sie dabei begleitet, sich mit ihrer eigenen Lebensgeschichte zu versöhnen und so auf einen Weg zu finden, der sie – nach ihrer Entlassung – in eine bessere Zukunft führen kann.

Wie Father Ezekiel arbeiten Gefängnisseelsorger in den über 250 Gefängnissen Nigerias. Sie bilden ein Netzwerk, das von missio unterstützt wird. Die Verantwortlichen arbeiten aber nicht nur mit den Gefangenen, sondern auch mit Richtern und Anwälten, mit den Leitern der Gefängnisse und den Verantwortlichen in den Justizbehörden. In vielen Workshops überlegen sie gemeinsam, wie Haftbedingungen verbessert und grundlegende rechtsstaatliche Standards gewährleistet werden können. So tragen sie mit dazu bei, dass Nigeria zu einem Land wird, in dem es Schritt für Schritt gerechter zugeht, in dem die Würde des einzelnen Menschen geachtet wird und ihm seine elementaren Rechte nicht vorenthalten werden.

[Ende Kurzfassung]

Durch Father Ezekiel und seine Mitarbeiter kommt für viele Gefangene, für die sich sonst niemand interessiert, ein kleiner Hoffnungsstrahl in das Dunkel des Gefängnisalltags. Als sich die schweren Eisentore des Agodi-Gefängnisses wieder hinter uns geschlossen haben, verabschieden sich Father Ezekiel und seine Mitarbeiter von uns mit dem Hinweis, dass sie sich in der Begegnung mit den Gefangenen immer wieder selbst als die eigentlich Beschenkten erfahren.

Das, was Father Ezekiel und seine Kollegen und Mitarbeiter in den Gefängnissen Nigerias tagtäglich tun, ist ein stilles Zeugnis, das hinter hohen Mauern von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird. Und doch ist es ein Hoffnungszeichen, weil es die ernst nimmt, die von den meisten bereits abgeschrieben oder vergessen sind.

Wenn ich an den jungen, verängstigten Mann im Agodi-Gefängnis denke, fällt mir das Wort Jesu ein:

„Ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen!“
(Mt 25, 36)

Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident in Aachen
Dienstag, 13. Oktober 2009

Die heutige WDR-Morgenandacht zum Anhören (MP3, 1.34 MB)
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Alle Morgenandachten in einer Datei (PDF, 0.38 MB)
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