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Inhalt

In der Woche vom 12. bis zum 17. Oktober 2009 strahlte der WDR in der Reihe „Kirche im WDR“ Morgenandachten von Prälat Klaus Krämer, Präsident von missio in Aachen, aus. Anlässlich der diesjährigen missio-Kampagne im Monat der Weltmission „Selig, die Frieden stiften“ sprach Prälat Krämer über das Friedensengagement der katholischen Kirche in Nigeria.

Mittwoch, 14. Oktober 2009:

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Begegnung mit dem Emir von Wase

Emir Abdullahi von Wase mit Erzbischof Kaigama von Jos. © missio / F. Stark

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

„In wenigen Wochen werde ich bei Ihnen in Deutschland sein!“ – so werde ich im Haus des Erzbischofs von Jos in der Mitte Nigerias von einem mittelgroßen hageren Mann mit freundlich leuchtenden Augen begrüßt. Der weiße Turban und sein wallendes Gewand geben ihm eine orientalisch anmutende Erscheinung: Es ist Alhaji Haruna Abdullahi, der Emir von Wase, das geistliche Oberhaupt der Muslime in der Region, für die auch der Erzbischof von Jos, Ignatius Kaigama, zuständig ist. Drei Stunden ist er von der historischen Stadt Wase in die moderne Metropole Jos gereist, um im Haus des Erzbischofs die Gäste aus Deutschland zu treffen.

Der Emir und Erzbischof Kaigama berichten uns von ihren gemeinsamen Erfahrungen. In der Region um Jos kommt es immer wieder zu Gewalt zwischen Christen und Muslimen. In Jos sterben bei Unruhen im November 2008 mehr als 700 Menschen. Nicht zum ersten Mal kommt es in Jos zu Ausschreitungen: Seit Langem herrscht in der Stadt ein Kampf um die Macht. Es geht um die Frage, wer die rechtmäßigen Eigentümer der Stadt sind, wer „einheimisch“ und wer „zugezogen“ ist. Einheimische haben nämlich aufgrund der Verfassung Privilegien, die ihnen einen besseren Zugang zu Bildung, Ressourcen und politischen Ämtern sichern. Zugezogenen sind diese Rechte verwehrt. Bestimmte Volksgruppen gelten in Jos als heimisch – sie sind mehrheitlich christlich. Einige muslimische Volksgruppen gelten als Zugezogene, obwohl sie schon seit mehreren Generationen dort leben. Sie fühlen sich diskriminiert. In anderen Städten ist die Konstellation genau umgekehrt und führt dann dort zu Konflikten mit umgekehrtem Vorzeichen! „Wenn dieses Problem gelöst würde, wäre es hier nahezu himmlisch“, sagt Kaigama. „Wenn aber nicht, werden sich solche Unruhen immer wieder wiederholen.“

Gleich nach seiner Ernennung zum Erzbischof im Jahr 2000 hatte Kaigama alle traditionellen Führer in Jos besucht, Christen wie Muslime. Er warb um freundschaftliche Beziehungen und für ein friedliches Zusammenleben. Als es im folgenden Jahr in Jos zu heftigen Auseinandersetzungen mit 1.000 Toten kam, suchten auch Muslime Schutz bei Kaigama. Sie retteten sich in die Kapelle des Erzbischofs neben dem Bischofssitz. Der Emir von Wase suchte Kaigama daraufhin auf. Er wollte den Bischof kennen lernen, der Muslimen Zuflucht gewährte. Als es 2004 zu blutigen Unruhen in und um die Stadt Yelwa mit mehreren Hundert Toten kommt, greift Kaigama zum Telefon. Er bittet den Emir, mit ihm nach Yelwa zu fahren. Gemeinsam treten sie vor mehrere Tausend Menschen, Christen wie Muslime. Die Atmosphäre ist aufgeheizt. Sie bitten die Menschen eindringlich, das Morden zu stoppen. Sie ermahnen sie. Nicht der Islam und auch nicht das Christentum erlaube, im Namen Gottes zu töten. „Die Menschen hörten uns zu“, sagt Kaigama. „Und sie glaubten uns.“

[Ende Kurzfassung]

Seit diesen Ereignissen gelten der Emir und der Erzbischof über den Bundesstaat Plateau hinaus in Nigeria als engagierte Friedensstifter. Sie gründen Initiativen, in denen Muslime und Christen gemeinsam lernen, Konflikte auf friedliche Weise zu lösen.

Der Emir und der Erzbischof – zwei Friedensstifter, die allen Widerständen und Anfeindungen zum Trotz, an dem eingeschlagenen Weg des Dialogs festhalten. Gemeinsam decken sie auf, wo Religion für politische Zwecke instrumentalisiert und damit missbraucht wird. Unmissverständlich machen sie deutlich: Wer Gewalt anwendet, kann sich nicht auf die Religion berufen, weder auf den Islam noch auf den christlichen Glauben!

Der Emir und der Erzbischof – zwei Hoffnungsgestalten, von denen Impulse für eine friedliche Zukunft ausgehen – nicht nur für Afrika!

„Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden!“
(Mt 5, 9)

Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident in Aachen
Mittwoch, 14. Oktober 2009

Die heutige WDR-Morgenandacht zum Anhören (MP3, 1.4 MB)
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Alle Morgenandachten in einer Datei (PDF, 0.38 MB)
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