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Reiche Vielfalt – in bitterer Armut

Nigeria

In Nigeria gelingt es bisher nicht, den vorhandenen Reichtum gerecht zu nutzen. Die Mehrheit der Bevölkerung darbt von weniger als einem Dollar pro Tag zwischen Leben und Sterben.

Es gibt kein anderes Land in Afrika, das so viele Völker und Sprachgruppen vereint wie Nigeria: über 400! Fast 50 Prozent sind Muslime und 40 Prozent sind Christen. Dabei sind die Christen aufgesplittert in Tausende Kirchen und Sekten. Katholisch sind rund 14 Prozent der Bevölkerung. 10 Prozent gehören einer traditionellen Religion an.

Gemessen an dieser konfliktträchtigen Vielfalt mag es wie ein Wunder erscheinen, dass Nigeria als Staatswesen existiert und – nicht zuletzt wegen seines Ölreichtums – grundsätzlich über ein gutes Zukunftspotenzial verfügt. Dennoch sind die Lebensbedingungen für die Mehrheit der Nigerianer alles andere als menschenwürdig:

Nigeria ist seit 1999 offiziell ein demokratisches Land mit einer gewählten Regierung, aber weit davon entfernt, demokratisch zu sein oder die Einhaltung der Menschenrechte zu garantieren. Korruption auf allen Ebenen der Gesellschaft und eine „Elitenherrschaft“, in der Ämter für die persönliche Bereicherung missbraucht werden, prägen das Leben. Die Folgen sind Unruhen, Streiks, Aufstände, Kriminalität.

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Verhindert wird eine Entwicklung zum Positiven auch durch die extreme Armut der Bevölkerungsmehrheit: Lebte 1990 noch jeder dritte Nigerianer (33 Prozent) unter der Armutsgrenze, sind dies heute über 70 Prozent! Daneben genießt eine Minderheit extremen Reichtum, der vor allem aus den staatlichen Einnahmen des Ölgeschäfts stammt (95 Prozent der Exporterlöse).

Diese Gegensätze führen immer wieder zu – oft blutigen – Unruhen in Nigeria. Häufig sind auf der einen Seite Christen und auf der anderen Seite Muslime die Betroffenen. Viele Kommentatoren sprechen dann vorschnell vom „Religionskrieg“. Dieses Etikett ist aber völlig falsch im nigerianischen Kontext. Die Ursachen für Unruhen sind bisher in keinem einzigen Fall religiös begründet gewesen, sondern z.B. durch:

  • die extreme Armut: Jugendliche randalieren, weil rund 60 Prozent arbeitslos sind. Sie werden kriminell, um das Überleben bis zum nächsten Tag zu sichern.
  • Hetzkampagnen von Politikern – vor Wahlen –, die dem Machterhalt dienen;
  • Streit um Landverteilung, wenn nomadisierende Viehhirten mit ihren Herden Felder von Ackerbauern verwüsten.

Grundsätzlich fehlt es in Nigeria bisher an charismatischen Führungspersönlichkeiten, die willens und in der Lage wären, aus der nigerianischen Vielfalt eine geeinte Nation zu formen.

Die Katholische Kirche findet – aufgrund ihrer Glaubwürdigkeit – weit über ihre zahlenmäßige Bedeutung hinaus Gehör. Sie hat immer mit Nachdruck für Frieden und Versöhnung gearbeitet, z. B. durch:

  • mutige und klare Stellungnahmen der Bischofskonferenz;
  • ungezählte Ausbildungsprojekte und Sozialprogramme;
  • durch Evangelisierung und eine Seelsorge, die „Frieden und Versöhnung“ im Blick hat;
  • durch die Ausbildung von Priestern und Katechisten. Diese arbeiten in „Interreligiösen Arbeitskreisen“: um Konflikte zu lösen, bevor sie zu Gewalt führen.

Weitere Zahlen und Fakten:

Bevölkerung: 144 Millionen. Damit ist Nigeria der bevölkerungsreichste Staat Afrikas.

Lebenserwartung: 45 Jahre

Klima und Vegetation: Im Süden ist Nigeria tropisch-feucht, im Norden grenzt das Land an die Sahara. Demgemäß leben im Süden traditionell schwarzafrikanische Völker, die bis zu 95 Prozent Christen sind, und im Norden leben hellhäutige Haussa und Fulani, die bis zu 95 Prozent Muslime sind. Vor allem in der mittleren Region, dem Middle Belt, treffen beide Gruppen aufeinander und mischen sich. Hier entstehen die meisten Unruhen.

Wirtschaft: Nigeria ist ein führender Ölproduzent Afrikas. Trotz enormer Einnahmen zählt das Land zu den 20 ärmsten der Welt.

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