Subnavigation und Schnelleinstieg

Ihr Ansprechpartner

Werner Meyer zum Farwig ,
stv. Leiter der Abteilung Bildung

Tel.:
+49 (0)241 / 7507-289
Kontaktformular:
zum Kontaktformular

Ihre Ansprechpartnerin

Hilde Wilhelm ,
Abteilung Bildung; Koordination Gästeeinsatz

Tel.:
+49 (0)241 / 7507-263
Kontaktformular:
zum Kontaktformular
» Afrikatag 2017 » Reportage » Kollektenaufruf und -termine » Bausteine für den Gottesdienst » Afrikatag 2018
Aktion Schutzengel - Für Familien in Not. Weltweit. Wir bauen ein Haus für Alle Solidarität mit bedrängten Christen Glauben teilen. Weltweit.

Projektauswahl

Filterkriterien
.
missio im Web 2.0: Facebook, Twitter, Google+, Youtube, Instagram, Blog » Twitter » Instagram » Youtube » Blog » Google+ » Facebook

Inhalt

arrow Die Völker werden in diesem Licht einhergehen arrow

Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum Sonntag der Weltmission 2009 am 25. Oktober

Papst Benedikt XVI.

An diesem Sonntag, der den Missionen gewidmet ist, wende ich mich insbesondere an euch, Brüder im Bischofs- und Priesteramt, und dann auch an euch, Brüder und Schwestern des ganzen Gottesvolkes, und fordere jeden auf, in sich das Bewusstsein vom Sendungsauftrag Christi „geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern“ (Mt 28,19), auf den Spuren des heiligen Paulus, des Völkerapostels, neu zu beleben.

„Die Völker werden in diesem Licht einhergehen“ (Offbg 21,24). Ziel der Mission der Kirche ist es in der Tat, alle Völker auf ihrem Weg zu Gott durch die Geschichte mit dem Licht des Evangeliums zu erleuchten, damit sie in Ihm ihre Verwirklichung und ihre Erfüllung finden. Wir sollen den Wunsch und die Leidenschaft spüren, alle Völker mit dem Licht Christi zu erleuchten, das auf dem Antlitz der Kirche erstrahlt, damit alle sich in einer einzigen Menschheitsfamilie versammeln unter der liebevollen Vaterschaft Gottes.

Eine solche Perspektive ist es, in der die Jünger Christi die in aller Welt arbeiten, sich mühen, unter der Last des Leids stöhnen und das Leben hingeben. Ich betonte mit Nachdruck, was meine verehrten Vorgänger mehrmals gesagt haben: die Kirche handelt nicht um ihre Macht auszudehnen oder ihre Vorherrschaft durchzusetzen, sondern um allen Menschen Christus, das Heil der Welt, zu bringen. Wir wollen nichts anderes, als uns in den Dienst der Menschen zu stellen, vor allem der Not Leidenden und Ausgegrenzten, denn wir glauben, dass „der Einsatz bei der Verkündigung des Evangeliums unter allen Menschen unserer Zeit …zweifelsohne ein Dienst nicht nur an den christlichen Gemeinschaften, sondern auch an der ganzen Menschheit“ ist (vgl. Evangelii nuntiandi, 1), die „zwar erstaunliche Errungenschaften aufzuweisen (hat), aber sie scheint den Sinn für letzte Wirklichkeiten und für das Dasein selbst verloren zu haben“ (Redemptoris missio, 2).

1. Alle Völker sind zum Heil berufen

Die ganze Menschheit ist von Grund auf dazu berufen zur eigenen Quelle zurückzukehren, die Gott ist, in Dem sie ihre endgültige Erfüllung durch die Wiederherstellung aller Dinge in Christus finden wird. Zerstreuung, Vielfalt, Konflikt, Feindschaft werden durch das Blut des Kreuzes besänftigt und ausgesöhnt und wieder zur Einheit geführt.

Der neue Anfang hat bereits begonnen mit der Auferstehung und Verherrlichung Christi, der alle Dinge an sich zieht, sie erneuert, sie an der ewigen Freude Gottes teilhaben lässt. Die Zukunft der neuen Schöpfung glänzt bereits in unserer Welt und entflammt, trotz aller Widersprüche und Leid, die Hoffnung auf neues Leben. Die Sendung der Kirche besteht darin, alle Völker mit dieser Hoffnung „anzustecken“. Deshalb beruft Christus seiner Jünger, macht sie gerecht und heilig und entsendet sie, damit sie das Reich Gottes verkünden, damit aller Völker ein Volk Gottes werden. Und nur diese Sendung macht den wahren Weg der Menschheit in der Geschichte verständlich und authentisch. Die Weltmission muss eine grundlegende Konstante im Leben der Kirche werden. Die Verkündigung des Evangeliums muss für uns, wie bereits für den Apostel Paulus, unaufschiebbar und vorrangig sein.

2. Die pilgernde Kirche

Die Weltkirche, in der es weder Grenzen noch Barrieren gibt, fühlt sich gegenüber ganzen Völkern verantwortlich für die Verkündigung des Evangeliums (vgl. Evangelii nuntiandi, 53). Sie ist Keim der Hoffnung kraft der eigenen Berufung und soll den Dienst Christi an der Welt fortführen. Ihre Mission und ihr Dienst messen sich nicht an materiellen oder auch geistlichen Erfordernissen, die sich im Rahmen des zeitlichen Lebens erfüllen, sondern an einem transzendenten Heil, das sich im Reich Gottes verwirklicht (vgl. Evangelii nuntiandi, 27). Dieses Reich, das, obschon es in seiner ganzen Fülle eschatologisch ist und nicht von dieser Welt (vgl. Joh 18,36), ist doch in dieser Welt und in ihrer Geschichte ist es die Kraft der Gerechtigkeit, des Friedens, der wahren Freiheit und der Achtung der Würde jedes Menschen. Die Kirche möchte die Welt durch die Verkündigung des Evangeliums der Liebe verwandeln, das „eine dunkle Welt immer wieder erhellt und uns den Mut zum Leben und zum Handeln gibt… und damit das Licht Gottes in die Welt einzulassen“ (Deus caritas est, 39). Zum Mitwirken an dieser Sendung und an diesem Dienst möchte ich, auch mit dieser Botschaft, alle Mitglieder und Institutionen der Kirche aufrufen.

3. Missio ad gentes

Die Sendung der Kirche besteht deshalb darin, alle Völker zum Heil zu rufen, das Gott durch seinen menschgewordenen Sohn gewirkt hat. Es ist deshalb notwendig, dass wir den Einsatz bei der Verkündigung des Evangeliums erneuern, das Ferment der Freiheit und des Forschritts, der Brüderlichkeit der Einheit und des Friedens ist (vgl. Ad gentes, 8). Ich möchte „erneut bestätigen, dass der Auftrag zur Evangelisierung aller Völker eine wesendliche Sendung der Kirche ist“ (Evangelii nuntiandi, 14), eine Aufgabe und eine Sendung, die durch die weit reichenden und tief greifenden Veränderungen der heutigen Gesellschaft noch dringlicher werden. Es steht das ewige Heil der Menschen auf dem Spiel, das Ziel und die Erfüllung der Menschheitsgesichte und des Universums selbst. Ermutigt und inspiriert vom Völkerapostel müssen wir uns bewusst sein, dass Gott viel Volk in allen Städten gehört, die auch von den heutigen Aposteln durchquert wurden (vgl. Apg 18,10). In der Tat, gilt die Verheißung „all denen in der Ferne, die der Herr unser Gott herbeirufen wird.“

Die ganze Kirche muss an der missio ad gentes mitwirken, bis die rettende Herrschaft Christi ganz verwirklicht ist: „Jetzt sehen wir noch nicht alles ihm zu Füßen gelegt“ (Heb 2,8).

4. Berufen auch durch das Martyrium zu evangelisieren

An diesem Tag, der den Missionen gewidmet ist, gedenke ich im Gebet aller, die ihr Leben ganz der Evangelisierungstätigkeit geweiht haben. Besonders erwähnen möchte ich jene Ortskirchen und jene Missionare und Missionarinnen, die das Reich Gottes in Situationen der Verfolgung bezeugen und verbreiten, mit Formen der Unterdrückung, die von der gesellschaftlichen Diskriminierung bis zu Gefängnis, Folter und Tod reichen. Es sind nicht wenige, die derzeit wegen seinem „Namen“ zum Tode verurteilt sind. Es ist immer noch erschreckend aktuell, was mein verehrte Vorgänger, Papst Johannes Paul II. schrieb: „Das Gedächtnis des Jubiläums hat uns einen überraschenden Schauplatz eröffnet. Es hat uns gezeigt, daß unsere Zeit reich ist an Zeugen, die auf je eigene Weise trotz Widerstand und Verfolgung das Evangelium zu leben vermochten und dabei oft bis zur höchsten Hingabe des Blutes gegangen sind“ (Novo millennio ineunte, 41).

Die Teilhabe an der Sendung Christi kennzeichnet in der Tat das Leben der Verkünder des Evangeliums, denen das gleiche Schicksal vorbehalten ist, das auch ihrem Meister widerfuhr. „Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen.“ (Joh 15,20). Die Kirche begibt sich auf denselben Weg und sie erduldet dasselbe Schicksal Christi, denn sie handelt nicht auf der Grundlage einer menschlichen Logik, sie rechnet nicht mit der Macht der Kraft, sondern sie folgt dem Weg des Kreuzes und wird in kindlichem Gehorsam gegenüber dem Vater Zeugin und Weggefährtin der Menschheit.

Die antiken Kirchen ebenso wie die neuerer Gründung erinnere ich daran, dass sie vom Herrn als Salz der Erde und Licht der Welt errichtet wurden und berufen sind Christus, das Licht der Völker bis an das äußerste Ende der Erde zu verbreiten. Die missio ad gentes muss deshalb Priorität ihrer Pastoralprogramme sein.

Den Päpstlichen Missionswerken danke ich und ich ermutige sie bei ihrer unverzichtbaren missionarischen Animations- und Bildungsarbeit und bei der materiellen Unterstützung junger Kirchen. Durch diese päpstlichen Institutionen verwirklicht sich auf wunderbare Weise die Gemeinschaft unter den Kirchen, durch den Austausch der Gaben, gegenseitige Fürsorge und gemeinsame missionarische Projekte.

5. Schluss

Die Befolgung des missionarischen Auftrags war stets Zeichen des kraftvollen Lebens unserer Kirchen (vgl. Redemptoris missio, 2). Es muss jedoch auch betont werden, dass die Evangelisierung ein Werk des Geistes ist und dass sie mehr noch als Aktivität Zeugnis und Ausstrahlung des Lichtes Christi (vgl. Redemptoris missio, 26) durch die Ortskirche bedeutet, die ihre Missionare und Missionarinnen aussendet, damit diese über die eigenen Grenzen hinausgehen. Deshalb bitte ich alle Katholiken um das Gebet zum Heiligen Geist, dass er in der Kirche die Leidenschaft für die Mission der Verbreitung des Reiches Gottes wachsen lassen möge, und um die Unterstützung der Missionare und Missionarinnen und der christlichen Gemeinden, die sich an vorderster Front für diese Sendung einsetzen, bisweilen auch in einem feindlichem Umfeld der Verfolgung.

Ich lade gleichsam alle ein, glaubhaft die Gemeinschaft unter den Kirchen zu bezeugen, durch die materielle Unterstützung insbesondere auch in der Zeit der Krise, die die Menschheit zur Zeit erlebt, damit die jungen Ortskirchen in der Lage sind, die Völker mit dem Evangelium der Liebe zu erleuchten.

Es leite unser missionarisches Handeln die Jungfrau Maria, Stern der Neuevangelisierung, die der Welt Christus geschenkt hat, der zum Licht für die Völker gemacht wurde, damit er „bis an das Ende der Erde“ (Apg 13,47) das Heil bringen möge.

Allen erteile ich meinen Segen.

Aus dem Vatikan, am 29. Juni 2009

© 2009-2017 missio Aachen