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Ein Emir und ein Bischof wehren sich gegen den Missbrauch der Religion.

Erzbischof Ignatius Kaigama (Jos)

In Nigeria kommt es immer wieder zu Gewalt zwischen Christen und Muslimen. Schnell ist von religiösen Konflikten die Rede - auch wenn die Ursachen politisch sind. Ein Emir und ein Bischof wehren sich gegen den Missbrauch der Religion.

In Jos, einer Stadt in der Mitte Nigerias, sterben bei Unruhen im November 2008 mehr als 700 Menschen, 28.000 Menschen verlieren ihr Zuhause. Anlass ist ein umstrittenes Wahlergebnis. Doch nicht die Parteibüros brennen, sondern die Häuser und Geschäfte von Christen und Muslimen, Kirchen und Moscheen.

Der Erzbischof von Jos, Ignatius Kaigama (r.), glaubt nicht an einen Zufall. Er sieht die Religion gezielt für politische Zwecke missbraucht: „Politiker und andere wissen, wenn du die Seele eines Nigerianers erreichen willst, dann nutze die Religion. Wenn Leute Aufmerksamkeit herstellen wollen, dann ist die Religion das einfachste Mittel dazu.“

Ursachen der Konflikte

Seit der Einführung der Demokratie in Nigeria 1999 kommt es in verschiedenen Regionen des Vielvölkerstaates wiederholt zu blutigen Auseinandersetzungen mit Tausenden Toten. Dabei geht es oft um politische und wirtschaftliche Interessen. In Jos herrscht seit langem ein Kampf um die Macht und die damit verbundenen Privilegien. Es geht um die Frage, wer die rechtmäßigen Eigentümer der Stadt sind, wer „einheimisch“ und wer „zugezogen“ ist. „Wenn dieses Problem gelöst wäre, hätten wir hier nahezu himmlische Verhältnisse“, sagt Kaigama. „Wenn aber nicht, werden sich solche Unruhen wiederholen.“

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2000 setzt sich Kaigama mit großem Engagement für ein friedliches Zusammenleben aller Volkgruppen und Religionen ein. Dabei hat der 51-Jährige einen wichtigen muslimischen Partner für den Frieden gewonnen, den Emir von Wase, Alhaji Haruna Abdullahi. Der Emir ist ein hoher muslimischer Führer im Bundesstaat Plateau.

Friedensinitiative von Yelwa

Emir Alhaji Haruna Abdullahi (Wase)

Als es 2004 in Yelwa, nicht weit entfernt von Wase, zu blutigen Unruhen mit vielen Toten kommt, greift Erzbischof Kaigama zum Telefon. Er bittet den Emir (r.), mit ihm nach Yelwa zu fahren. Der willigt ein. Die beiden religiösen Führer wollen die Gewalt beenden - trotz großer Gefahr für das eigene Leben. Gemeinsam treten sie vor mehrere Tausend Menschen, Christen wie Muslime. Sie ermahnen die Menschen eindringlich, die Gewalt zu beenden. Mit Erfolg.

Fortan gelten der Emir und der Erzbischof über den Bundesstaat Plateau hinaus in Nigeria als engagierte Friedenstifter. Sie gründen Initiativen, in denen Muslime und Christen gemeinsam Konflikte auf friedliche Weise lösen lernen. In Jos und Umgebung blieb es nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung 2006 ruhig, während es in anderen Teilen der Welt und Nigerias zu gewalttätigen Ausschreitungen kam.

Emir Abdullahi lässt keinen Zweifel daran, was er von Gewalt im Namen der Religion hält: „Ich sage denen, die sich für politische Zwecke missbrauchen lassen immer, das Fundament des Islams ist Frieden. Wenn man sich anders verhält, dann geht man weit weg vom Fundament seines Glaubens. Und das macht einen zu einem Ungläubigen.“

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Jugend ohne Perspektive

Gemeinsam mit dem Erzbischof plant der 63-Jährige ein Ausbildungszentrum für christliche und muslimische junge Männer. Dort sollen sie handwerkliche Fähigkeiten erwerben und sich gegenseitig besser kennen und respektieren lernen. „Letztlich geht es um Bildung“, sagt der Emir. „Wir müssen diese Jugendlichen bilden, die missbraucht werden. Wir müssen ihnen eine Arbeit geben, etwas, was sie beschäftigt, anstatt sie der Langeweile zu überlassen.“

Der Rückschlag durch die Gewalt in Jos 2008 lässt Erzbischof Kaigama und Emir Abdullahi nicht an ihrem eingeschlagenen Weg zweifeln. „Auf dem Höhepunkt der Krise haben viele gedacht, dass uns nun Welten trennen“, sagt Kaigama. „Doch wir sind noch enger zusammengerückt.“

Text: Bettina Tiburzy (missio)

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