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„Sie tun alles, um mich zu töten“

Wenn Fr. Cedric Prakash lächelt, strahlt nicht nur sein Gesicht – der ganze Mensch strahlt. Er sieht aus, als könne er kein Wässerchen trüben. Doch der Eindruck täuscht. Knallhart kämpft der Leiter des Zentrums Prashant in Indien für Menschenrechte und gegen Hindu-Fundamentalisten, die sich auf die Ideologie Adolf Hitlers berufen. Dabei setzt Prakash auch sein Leben aufs Spiel. Seine Waffen sind umfangreiches Wissen und Berge von Beweismaterial. missio sprach mit ihm auf dem Weg nach Berlin, wo er im Ausschuss für Menschenrechte der deutschen Bundesregierung erwartet wurde.

Sie setzen sich für verfolgte Minderheiten - Christen und Muslime - ein. Von welcher Seite geht die größte Gefahr aus?

In Gujarat und in vielen anderen Provinzen regiert eine rechtsradikale Hindu-Partei, die Bharatiya Janata Party (BJP). Sie folgt der Hindutva, das ist eine faschistische Ideologie, die sich eng an Hitler und den Nazis orientiert. Es geht um eine Nation, eine Sprache, eine Kultur, eine Religion. Es gibt keinen Platz für etwas anderes. Es ist eine Ideologie, keine Religion. Die Ideologie bedient sich hinduistischer Religion. Und aus dieser Position heraus werden Minderheiten verfolgt.

Es gibt hinduistische Nazis?

Ja, das sind sehr gefährliche Menschen, die schon lange an der Macht sind. Diese rechte Hindu-Gruppe hat in der Vergangenheit immer wieder betont, dass die Minoritäten das größte Problem in Indien sind. Dass Muslime nicht patriotisch genug sind, dass Christen ihre Allianzen nach Rom haben, dass sie kein Teil der Kultur Indiens sind. Sie haben alles Mögliche angeführt, um Christen und Muslime zu stigmatisieren.

Die BJP gilt auch als Urheber des Genozids von Gujarat, bei dem Tausende Menschen starben. Was ist damals passiert?

Ende Februar 2002 brannte ein Waggon des Zuges nach Godhra, der zahlreiche Hindu-Extrimisten transportierte. 58 Menschen starben. Es ist traurig, dass die Hindus starben. Fast schlimmer ist, was dann passierte: Die BJP verdächtigte sofort die Muslime. Aber das stimmt nicht. Eine unabhängige Kommission stellte fest, dass es ein Unfall war, nicht das Werk von Muslimen.

Trotzdem galten die Muslime als Sündenböcke.

Richtig. Der Brand ging einher mit dem Gerücht, dass ein muslimisches Mädchen in dem Zug von Hindus vergewaltigt worden sein soll – was nicht stimmte. Trotzdem standen Muslime in der Nähe des Bahnhofs und warfen Steine auf den Zug. Die Leute aus dem Zug warfen Molotow-Cocktails auf die Muslime. Und dabei fing der Zug Feuer.

Und als Racheakt begann eine unglaubliche Menschenhatz.

Drei Monate lang wurden Muslime in Gujarat brutal hingemetzelt. Wir haben Beweise, dass mehr als 2.000 Muslime in unseren Straßen und Städten getötet wurden, Hunderttausende wurden heimatlos. Wir nennen das den Genozid von Gujarat. Es war das schlimmste Verbrechen seit der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947. Seit vielen Jahren kämpfen wir für Gerechtigkeit – doch es passiert nichts. Und das Schlimmste ist: Der Staat ist in die Sache verwickelt: Narendra Modi, der Chief Minister von Gujarat und Mitglied der BJP, ließ den Mob gewähren und griff nicht ein.

"Es war das schlimmste Verbrechen seit 1947" - Fr. Cedric Prakash über den Genozid von Gujarat
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