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"Adolf Hitler wird in unseren Schulbüchern glorifiziert"

"Dass Minderheiten zum Ziel von Anschlägen werden, ist in Indien in der Tat weit verbreitet"

Das heißt, es gibt auch keine Behörde, die sich um die Hinterbliebenen der Opfer kümmert.

Der Vorgang wurde angezeigt und vor Gericht gebracht, viele kleine Dinge sind passiert. Aber die Justiz ist sehr langsam. Es kann noch Jahre dauern. Es gibt Fälle in Indien, da hat es 60 Jahre gedauert, bis Recht gesprochen wurde. Und der Vorgang, von dem wir sprechen, wurde 2002 angezeigt. Wir haben kleine Erfolge, aber wir konnten für viele Menschen noch keine Gerechtigkeit erreichen.

Ist das ein weit verbreitetes Problem?

Dass Minderheiten zum Ziel von Anschlägen werden, ist in Indien in der Tat weit verbreitet. Gravierender aber ist die Rolle der BJP. Dass sie sich mit ihrer Ideologie und ihren Vorstellungen nicht durchsetzen kann, ist klar. Sie werden keinen Erfolg haben. Indien ist zu pluralistisch, Indien ist zu säkular. Was passiert ist, befeuert aber einen anderen Typ von Fundamentalismus: den Aufstieg von rechtem Islam-Fundamentalismus. Und dieses Konglomerat ist brandgefährlich für den südostasiatischen Kontinent.

Reagiert die internationale Gemeinschaft darauf?

Ja, nehmen Sie zum Beispiel Narendra Modi. Er darf nicht in die EU einreisen, er ist eine persona non grata. Das hat die deutsche Regierung veranslasst. Er kann auch nicht in die USA einreisen, denn die USA haben ihm kein Visum ausgestellt. Eine Reihe hochrangiger Muslime hat dem deutschen Parlament gratuliert, als sie das getan haben.

Trotzdem ist Modi nach wie vor sehr populär in Indien.

Seine Gedanken sind weit verbreitet. Deshalb müssen wir die Missstände ansprechen. Wir müssen die Vorgänge in einer sehr fundierten Art und Weise kommunizieren. Und zwar lokal, national und international. Die BJP ist eine Gruppe, die für immer mit Pakistan im Krieg leben will. Aber Inder und Pakistanis sind doch dieselben Menschen. Wir teilen dasselbe Land. Die Religionen unterscheiden sich, okay. Aber wir haben mehr Muslime in Indien als in Pakistan. Die Frage ist doch, warum wir ständig Spannungen haben.

Was können Sie denn gegen diese politische Übermacht tun?

Ich will die Vorgänge publik machen. Und ich will darauf hinweisen, dass eine ganze Menge der Ideen, auf die sich die Hindu-Fundamentalisten berufen, aus Nazi-Deutschland stammt. Hitler steht als Held in unseren Schulbüchern. Wir haben den deutschen Botschafter alarmiert, die jüdische Botschaft ist informiert, wir haben ihnen die Fakten dargelegt. Wir lehren unseren Kindern, dass Hitler ein Mann ist, der bewundert werden soll.

Hitler wird in indischen Schulbüchern als Held verkauft?

Ja, die Menschen lesen auch „Mein Kampf“ völlig unkritisch. Adolf Hitler wird in den aktuellen Schulbüchern von Gujarat glorifiziert. Es heißt darin, dass Hitler der deutschen Rasse Würde und Selbstachtung gab. Wir müssen nun alles versuchen, damit sich die Geschichte nicht wiederholt. Was gestern in Europa passiert ist, ist bekannt. Wollen wir zulassen, dass es morgen in Indien passiert? Wir müssen diese Tendenzen im Keim ersticken.

Kann die deutsche Regierung denn so punktgenau Druck ausüben?

Ja, mit Sicherheit. Deutsche Firmen wollen immer wieder in Gujarat investieren. Ich habe kein Problem damit, wenn sie kommen. Aber was ist denn der Grund? Lieben sie die Leute aus Gujarat? Wollen sie Jobs schaffen? Oder wollen sie nur die Gewinne steigern?

Natürlich höhere Gewinne.

Richtig. Es ist auch nichts dagegen zu sagen. Aber warum werden dabei denn die Menschenrechte nicht angesprochen? In einer globalisierten Welt, wo internationale Firmen global agieren, sind sie auch in der Pflicht, Menschenrechtsverletzungen anzusprechen. Deshalb treten wir in Kontakt mit Regierungen und legen ihnen Zahlen und Fakten über die Vorgänge auf den Tisch. Wir sagen: Seht euch die Realität an und macht euch bewusst, was dort passiert.

"Dieses Konglomerat ist brandgefährlich für den südostasiatischen Kontinent"
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