Subnavigation und Schnelleinstieg

Ihr Ansprechpartner

Werner Meyer zum Farwig ,
stv. Leiter der Abteilung Bildung

Tel.:
+49 (0)241 / 7507-289
Kontaktformular:
zum Kontaktformular

Ihre Ansprechpartnerin

Hilde Wilhelm ,
Abteilung Bildung; Koordination Gästeeinsatz

Tel.:
+49 (0)241 / 7507-263
Kontaktformular:
zum Kontaktformular
Aktion Schutzengel - Für Familien in Not. Weltweit. Wir bauen ein Haus für Alle Solidarität mit bedrängten Christen Glauben teilen. Weltweit.

Projektauswahl

Filterkriterien
.
missio im Web 2.0: Facebook, Twitter, Google+, Youtube, Instagram, Blog » Twitter » Instagram » Youtube » Blog » Google+ » Facebook

Inhalt

Schwester Namrata Joseph – In den Armen Christus finden

WDR-Morgenandacht am Dienstag, 12. Oktober 2010

von Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident (Aachen)

Den nachfolgenden Text bieten wir Ihnen auch zum Anhören an:

Sie benötigen einen Flash-Player um diesen Film zu sehen.
Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident in Aachen © Montage: R. Simon / missio

Schwester Namrata Joseph ist viel mit dem Moped unterwegs. Die 43-jährige Franziskanerin lebt und arbeitet im Nordosten Indiens. Und wenn das einzige Moped ihrer Schwesterngemeinschaft einmal nicht zur Verfügung steht, geht sie zu Fuß oder hält ein Pferdetaxi an. Sie berichtet, dass die Regierung die Region Rampur, in der sie lebt, völlig vergessen habe. „Öffentliche Verkehrsmittel existieren nicht“, so berichtet die Schwester, „Strom gibt es nur wenige Stunden am Tag und die ersten Schulen sind hier nicht von der Regierung, sondern von unserer Ordensgemeinschaft gebaut worden“.

In den Dörfern im Nordosten Indiens kümmert sie sich um die Mädchen und Frauen. In dieser Region sind Frauen noch viel mehr von Armut und Perspektivlosigkeit betroffen. Das Wenige, das die Familien besitzen, wird in die Söhne investiert, die Töchter stehen meist hinten an. Und dies setzt sich auch fort, wenn die Frauen verheiratet sind. Schwester Namrata möchte diese Situation verbessern. Sie geht von Haus zu Haus, spricht mit den Familienvätern, lädt Frauen und Töchter zu Alphabetisierungskursen ein. In einigen Dörfern haben sich inzwischen Frauengruppen gebildet. Damit gelingt es ihnen sogar, ein bisschen Geld zu verdienen und es zurückzulegen.

Sr. Namrata Joseph © Fritz Stark / missio

Schwester Namrata erzählt, dass sie mit zwölf Jahren etwas über Mutter Teresa gelesen hatte. Damals schon wurde ihr klar, dass sie später so werden wollte wie diese große Ordensfrau: „Ich wollte unter den Armen, den Unerwünschten, den Ausgegrenzten leben. Ich wollte Jesus in ihnen finden.“ So hat sie den Weg in die abgelegene Provinz im Nordosten Indiens zu den Armen gesucht, obwohl sie es in einer guten Mädchenschule in der Stadt viel angenehmer haben könnte.

In den Ausgegrenzten Jesus Christus finden. Das ist das, was Mutter Teresa zeitlebens angetrieben hat. Sie hat sich denen zugewandt, für die niemand mehr da war: den Todkranken und den Sterbenden. In der Rede zur Verleihung des Friedensnobelpreises berichtet sie von einem für sie prägenden Erlebnis: „Ich werde nie vergessen, wie ich einst einen Mann in Kalkutta von der Straße auflas. Er war mit Maden bedeckt. Sein Gesicht war die einzige Stelle, die sauber war. Ich brachte den Mann in das Heim für Sterbende, und er sagte nur einen Satz: ‚Ich habe wie ein Tier auf der Straße gelebt, aber nun werde ich wie ein Engel sterben, geliebt und umsorgt.’ Er starb wunderschön. Er ging heim zu Gott. Ich spürte, er erfreute sich an dieser Liebe, dass er erwünscht war, geliebt, dass er für Jemand Jemand war.“

Das, was Mutter Teresa hier berichtete, lässt sich mit einem Satz aus dem Matthäus – Evangelium formulieren: „Was ihr für einen der Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.“(Mt 25,40) Dieser Satz war Mutter Teresa ganz wichtig. Und deswegen hat sie sich dazu eine „Fünffingerkatechese“ ausgedacht. Besonders wenn Kinder anwesend waren, nutzte sie die Gelegenheit, den Kern des Evangeliums zu erklären. Dazu hob sie die Hand eines Kindes in die Höhe und schüttelte nacheinander zu jedem der fünf Worte einen Finger der erhobenen Hand des Kindes: „Das habt ihr mir getan.“

Schwester Namrata, die sich Mutter Teresa zum Vorbild gewählt hat, ist es in den unwirtlichen Dörfern des indischen Nordostens gelungen, einige Frauen um sich zu sammeln. In Privathäusern treffen sie sich und lernen lesen und schreiben. Sowohl Englisch wie Hindi steht auf dem Stundenplan. Eine Schule haben die wenigsten von ihnen jemals von innen gesehen. Mit den Kursen versuchen sie, sich schrittweise eine bessere Zukunft aufzubauen. Denn nur wer Lesen und Schreiben kann, wird eine gute Arbeit finden können. Nur so kann es einen Weg aus der Ausgrenzung geben.

© 2009-2017 missio Aachen