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Inhalt

Schwester Ann Moyalan – Engagement für Nicht-Christen

WDR-Morgenandacht am Donnerstag, 14. Oktober 2010

von Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident (Aachen)

Den nachfolgenden Text bieten wir Ihnen auch zum Anhören an:

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Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident in Aachen © Montage: R. Simon / missio

Der Tag der 61jährigen indischen Ordensschwester Ann Moyalan aus Dehli beginnt früh. Schon um 5 Uhr morgens steht sie auf, um halb sieben besucht sie in der Kirche der Schwestern von Mutter Teresa die Messe, anschließend frühstückt sie mit den Schwestern ihrer Ordensgemeinschaft der Schwestern der Nächstenliebe von Nazareth. Dann verbringt sie den ganzen Tag in den Slums der Millionenstadt Neu Dehli. Hunderttausende Menschen leben hier auf engstem Raum zusammen – ohne funktionierende Kanalisation, mit Müllbergen und stinkenden Abfällen in den Straßen, ohne jede Aussicht auf ein besseres Leben. Besonders schlecht dran sind dort die Frauen und Mädchen. Sie stehen am Ende der sozialen Leiter. Der Zugang zu Bildung ist ihnen verwehrt, oft werden sie Opfer von Verbrechen, Ausbeutung oder sexueller Gewalt.

Auf die lebensunwürdigen Bedingungen, unter denen viele Frauen in Indien zu leiden haben, wurde Ann schon sehr früh durch den Unterricht in der Schule aufmerksam. Als sie zehn war, nahm sie ihr Vater mit in die Stadt, um ihr zwei politische Führer zu zeigen – so erzählt Schwester Ann – es waren zwei Frauen: Indira Gandhi, die spätere Ministerpräsidentin, und eine Richterin des Obersten Gerichts in Kerala. „Mein Vater wollte mir zeigen, dass Frauen genauso gut sind wie jeder andere auch – und dass sie etwas in der Welt bewegen können.“ Um selbst etwas in der Welt zu bewegen wurde Ann vor 39 Jahren Ordensschwester.

Sr. Ann Moyalan © privat

Heute ermutigt sie Frauen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie geht zu ihnen, spricht mit ihnen, zeigt ihnen neue Möglichkeiten auf, wie sie sich ein eigenes Einkommen erwirtschaften können. Schwester Ann steht an der Seite der Frauen in den Slums von Neu Dehli. Die meisten dieser Frauen sind muslimisch. Das mag zunächst überraschen: Eine katholische Ordensfrau, die mit Frauen anderer Religionsgemeinschaften arbeitet, die für sie Selbsthilfegruppen, Jugendtreffs und Frauengruppen organisiert.

Dass Nächstenliebe nicht vor Andersgläubigen Halt machen darf, das war auch einer der zentralen Grundsätze von Mutter Teresa. Sie sagte immer wieder: „Rasse, Religion, ob Christ oder Kommunist, das spielt hier keine Rolle. Wir sind alle Kinder Gottes, geschaffen, um zu lieben und um geliebt zu werden.“ Mutter Teresa sah in jedem Menschen Jesus Christus selbst und besonders in den Armen, in den Leidenden, in den Bedürftigen. Und wenn Mutter Teresa einen Menschen auf der Straße auflas, einem Armen zu essen gab und einem Sterbenden Zuflucht schenkte, dann fragte sie niemals nach seiner Religion. Hindus, Muslime, Christen oder Atheisten; sie alle konnten gleichermaßen auf ihre Fürsorge zählen – allen begegnete sie mit derselben Liebe: mit der Liebe des Gottes, der jedem Menschen eine unveräußerliche Würde gegeben hat, und ihn dazu geschaffen hat, zu lieben und geliebt zu werden.

Inzwischen hat Schwester Ann 125 junge Frauen in ihrem Weiterbildungsprogramm. Sie lernen schneidern und andere Handwerksberufe. Damit ist es möglich, dass sie sich einen kleinen Lebensunterhalt verdienen. Und nicht zuletzt tragen die Frauen auch ihre Botschaft in den Stadtteil: Jede Frau und jedes Mädchen hat eine Würde, die es von jedem zu respektieren gilt. Und dafür lohnt es sich aufzustehen, zu kämpfen und das eigene Recht einzufordern. Das gilt für Christen, Hindus und Muslime – das gilt für jeden Menschen.

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