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Schwester Hilaria Soundari – Anpacken bei der Arbeit

WDR-Morgenandacht am Freitag, 15. Oktober 2010

von Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident (Aachen)

Den nachfolgenden Text bieten wir Ihnen auch zum Anhören an:

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Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident in Aachen © Montage: R. Simon / missio

Von Mutter Teresa wird berichtet, dass einmal ein gut gekleideter Mann in ihr Haus für Sterbende in Kalkutta kam. Der Herr bat darum, mit Mutter Teresa sprechen zu dürfen. Man gab ihm zu Auskunft, dass „mother“, wie sie liebevoll von ihren Mitschwestern genannt wurde, gerade beim Reinigen der Toiletten im hinteren Teil des Gebäudes sei. So ging der Mann zu ihr, und Mutter Teresa sah ihn schon kommen. Sie hielt ihn für einen der freiwilligen Helfer und erklärte ihm, wie die Toiletten zu reinigen seien, ohne zu viel Wasser zu verbrauchen. Sie drückte ihm die Klobürste in die Hand und ging. Eine Viertelstunde später kam der Mann wieder aus der Toilette, ging erneut zu Mutter Teresa und bat erneut, mit ihr sprechen zu dürfen. Er zog einen Briefumschlag aus der Tasche und sagte: „Mutter Teresa, ich bin der Direktor der Fluglinie. Ich bin gekommen, um Ihnen Ihre Flugtickets zu bringen.“ Später erzählte dieser Airline-Direktor immer wieder sein Erlebnis und sagte, dass das wohl die wichtigsten 20 Minuten seines Lebens gewesen seien.

Mutter Teresa hatte zweifelsohne ein Geschick, Menschen in ihre Arbeit einzubinden. Sie verstand es, Menschen das Gefühl zu geben, gebraucht zu werden und dass es auf ihre Unterstützung ankommt.

Im konkreten Tun erfahren, worauf es ankommt. Das gilt auch für Schwester Hilaria Soundari. Vor vielen Jahren verbrachte die Ordensfrau zusammen mit einigen Anwärterinnen ihrer Kongregation der Schwestern vom Kreuz einige Tage auf dem Land, um auf den Reisfeldern zu arbeiten. Eine Arbeit, die gewöhnlich einer Tochter aus reichem Haus nicht zuzumuten war. Im Matsch stehen, Pflanzen setzen, schneiden und ernten, das war schwere und schmutzige Arbeit. Aber während sie arbeitete begriff sie, dass sie sich in ihrem Innersten gegen diese niedere Arbeit sträubte. Und dadurch, so berichtet Schwester Hilaria, wurde ihr bewusst, wie in ihrem eigenen Elternhaus Dienstboten behandelt wurden und wie wenig der Wert ihrer Arbeit geschätzt wurde. In diesem Moment wurde ihr klar, dass sie sich in ihrem Leben für die Armen einsetzen wollte.

Sr. Hilaria Soundari © Fritz Stark / missio

Heute arbeitet die 43jährige Ordensschwester im Süden Indiens mit Frauen, die als Latrinenreinigerinnen arbeiten müssen. Früh morgens machen sie sich vor Tagesanbruch auf den Weg, gehen von Haus zu Haus und beseitigen die Exkremente, oft mit bloßen Händen. Diese Frauen gehören zu den Dalits, die früher auch Unberührbare genannt wurden. Aufgrund ihrer niedrigen Stellung im traditionellen Kastensystem werden sie auch heute noch ausgegrenzt und diskriminiert. Anfangs war es nicht leicht für Schwester Hilaria, Kontakt zu den Latrinenreinigern zu finden. Sie begegneten ihr mit Skepsis. War sie doch die Erste, die sich ernsthaft um ihre Belange kümmerte.

Für Schwester Hilaria war es ein weiter Weg: von der Tochter aus wohlhabender Familie bis hin zu einer Ordensschwester, die mit Menschen lebt, die in der indischen Gesellschaft als Abschaum gelten. Aber heute ist sie überzeugt davon, dass sie das Geschenk ihres Lebens nutzen möchte, um sich in den Dienst der Armen, der Kranken und der Ausgegrenzten zu stellen. Die schwere Arbeit im Reisfeld war der erste Schritt dazu.

Das, was der indische Airline-Direktor erlebte, das gibt es immer wieder. Mutter Teresa war wahrlich begnadet, Menschen in ihre Arbeit einzubinden. Karl-Heinz Melters der als Fotograf 30 Jahre für missio in aller Welt unterwegs war, erzählte mir vor kurzem, dass auch er einmal in das Ordenshaus von Mutter Teresa nach Kalkutta kam, um ein paar Fotos von ihr zu machen. Aber Mutter Teresa sagte ihm, er solle erst einmal die Kamera weglegen und mithelfen, die Kranken und Sterbenden zu waschen und zu füttern. Erst danach durfte er wieder zu Kamera greifen.

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