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Schwester Lissa – Die Kraft des Gebets

WDR-Morgenandacht am Mittwoch, 13. Oktober 2010

von Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident (Aachen)

Den nachfolgenden Text bieten wir Ihnen auch zum Anhören an:

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Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident in Aachen © Montage: R. Simon / missio

„Gebet bedeutet, Gott spricht zu mir und ich spreche zu ihm. Das ist Gebet. Kontakt von Herz zu Herz.“ Dieses Wort ist von Mutter Teresa überliefert, die sich in den Slums der indischen Millionenstadt Kalkutta ganz den Ärmsten der Armen zugewandt hat. In einem solchen Umfeld ist es sicher nicht immer leicht zu beten. Im Lärm und der Hektik des Alltags fällt es oft schwer, die Stimme Gottes zu hören und mit ihm in Kontakt zu kommen. Doch wenn es gelingt, kann das Gebet gerade in solchen Situationen zu einer Kraftquelle werden, die geradezu Wunder zu wirken vermag.

Eine Frau, die aus ihren Gebeten Kraft für ihren Alltag schöpft, ist Schwester Lissa. Die 42jährige Ordensfrau erzählt, dass sie sich täglich mindestens eine Stunde Zeit für das Gebet nimmt: „Ohne das kann ich nicht leben, das ist meine ganze Kraft.“ Kraft, die die indische Schwester zweifelsohne braucht. 18 Jahre hat sie in Deutschland gelebt. Sie hat eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht, in Bonn, Olpe und Dortmund gearbeitet. Dann hat ihr Orden sie zurück nach Indien gerufen. Heute leitet sie ein Altenheim im südindischen Kerala. 100 Frauen und 50 Männer leben dort. Diese Menschen haben niemanden mehr, sie können sich keine Medikamente und erst recht keine ärztliche Versorgung leisten. Ohne die Hilfe der Schwestern würden sie auf der Straße sterben – berichtet Schwester Lissa. Die Armut und die Unzulänglichkeit der Sozialsysteme stellen die Schwestern vor immer neue Herausforderungen: „Es fehlt an allem. Wir brauchen Decken, Spezialmatratzen, damit die Patienten nicht wund liegen, Medikamente, Krankenbetten.“ Gemeinsam mit ihren Mitschwestern von den „Dienerinnen der Armen“ pflegt Schwester Lissa die Alten und gibt ihnen Zuwendung. Daneben kümmert sie sich um ein Waisenhaus ihres Ordens, besucht arme Familien zu Hause und gibt Katecheseunterricht.

Sr. Lissa © privat

Die Kraft für ihren hingebungsvollen Dienst schöpft sie aus dem Gebet. Auch in dieser Hinsicht lebt sie in derselben Grundhaltung, die auch Mutter Teresa eigen war. Es gibt ein Foto von Mutter Teresa, das mich immer wieder sehr beeindruckt: Früh morgens sitzt sie auf dem Fußboden in der Kapelle des Mutterhauses ihres Ordens in Kalkutta. Barfuß, den Kopf vorgebeugt in die Hände gelegt. Vor sich die Bibel geöffnet, meditierend und betend. Stundenlang konnte die Ordensfrau so sitzen und im Gebet verharren. Ihre Mitschwestern berichten, dass sie sich am Ende von langen Arbeitstagen zum Gebet in die Kapelle zurückzog. Nach einer Weile kam sie wieder heraus, frisch gestärkt und voller Tatendrang.

Mutter Teresa hat die Kraft des Gebets oft erfahren. Aus ihren Briefen, die nach ihrem Tod veröffentlicht wurden, wissen wir heute, dass sie auch dunkle Stunden erlebt und durchlitten hat: Ihre Treue zu Gott wurde auch auf die Probe gestellt. Aber was auch immer war, wie sie sich auch immer fühlte, auf das Gebet hat sie nie verzichtet – auf das Gebet konnte sie nicht verzichten. Ein Wegbegleiter von Mutter Teresa berichtet, dass die Ordensfrau bei einer Autofahrt an der Tankstelle lange auf den Tankstutzen schaute und beobachtete, wie das Benzin in den Tank floss. Schließlich sagte sie: „Schaut, das ist wie das Blut im Körper: Ohne Blut gibt es im Körper kein Leben. Ohne Benzin im Auto kein Fahren. Aber auch: Ohne Gebet ist die Seele tot.“

„Schon als Mädchen wollte ich armen Menschen helfen und Ordensfrau werden.“ Wenn Schwester Lissa das erzählt, strahlt sie über das ganze Gesicht. Ein Strahlen, das aus einer tiefen Zufriedenheit kommt und der inneren Gewissheit, den richtigen Weg gewählt zu haben. Ja, die Kraft des Gebetes kann es wirklich möglich machen, dass Jesus durch uns hindurch strahlt und so bei uns ist, dass Menschen, die uns begegnen seine Gegenwart spüren können.

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