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„Barcelona oder der Tod!“

Senegalesischer Caritasdirektor besucht Hamburger Flüchtlingszentrum

30. September 2011

Der Caritasdirektor für den Senegal, » Pfarrer Ambrosius Tine, hat von den europäischen Ländern verstärkte finanzielle Rückkehrhilfen für afrikanische Flüchtlinge gefordert. Bei einem Besuch im Hamburger Flüchtlingszentrum sagte Tine, Flüchtlingen falle die Rückkehr in ihre Heimat schwer, weil sie dort keine wirtschaftlichen Perspektiven sähen. „Viele Flüchtlinge haben große Risiken auf sich genommen, um nach Europa zu gelangen. Die Familien erwarten von ihnen regelmäßige Geldüberweisungen. Wenn sie heimkehren, werden sie schnell als Versager abgestempelt“, so Pfarrer Tine. Er würdigte das Rückkehr-Programm der EU. Es müsse das Prinzip der freiwilligen Rückkehr dienen. Wichtig sei, dass finanzielle Rückkehrhilfen von den Flüchtlingen in den Aufbau der wirtschaftlichen Existenz gesteckt werden, zum Beispiel durch die Vergabe von Mikrokrediten, so der senegalesische Caritasleiter.

v.l.n.r.: Abdou Tschedre Djibril, Josef Daeullary, Abbé Ambroise Tine © Matthias Greve / missio

Tine hält sich auf Einladung des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio in Deutschland auf, um über die Arbeit der katholischen Kirche im Senegal zu informieren. Der Senegal ist das Schwerpunktland in der diesjährigen missio-Aktion zum Monat der Weltmission, der im Oktober weltweit begangen wird. Im Gespräch mit Mitarbeitern und Flüchtlingen im Flüchtlingszentrum tauschte sich Tine die Situation von afrikanischen Flüchtlingen aus. Ein Arbeitsschwerpunkt der senegalesischen Caritas sind Flüchtlinge, die aus westafrikanischen Ländern in den Senegal ziehen, und Menschen, die den Senegal über das Meer verlassen, um nach Europa zu kommen.

Ambrosius Tine berichtete, dass aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Senegal viele Menschen in anderen Ländern Arbeit suchten. Europa sei besonders bei jungen Menschen das Ziel ihrer Träume. Er erklärte, dass die Vorstellungen der meisten senegalesischen Migranten, die nach Europa wollten, fern jeder Realität lägen. Dennoch sei bei jungen Senegalesen „Barcelona oder der Tod“ ein geflügeltes Wort.

Abbé Ambosius Tine © Fritz Stark / missio

Der Caritasdirektor erläuterte, dass der politisch stabile Senegal nicht nur Herkunftsland von Migranten sei, sondern aufgrund der gastfreundlichen Bevölkerung auch Zielland für viele afrikanische Flüchtlinge und Migranten. Ähnlich wie das Hamburger Flüchtlingszentrum unterhalte die Kirche in der Hauptstadt Dakar eine Anlaufstelle für Flüchtlinge und Migranten, die dringend der Hilfe bedürften.

Der Geschäftsführer des Flüchtlingszentrums in Hamburg, Josef Daeullary, berichtete, dass elf Berater 4.000 Flüchtlinge im Jahr betreuen. Das Zentrum wird von Wohlfahrtsverbänden getragen und berät Flüchtlinge, deren Aufenthaltsstatus noch nicht geklärt ist.

„Die meisten Flüchtlinge sind bei ihrer Ankunft desorientiert und wirken verloren“, erklärte Anne Helberg, Beraterin im Zentrum. „Sie brauchen für alle Dinge, die zu erledigen sind, eine unterstützende Begleitung.“ Viele Menschen seien traumatisiert, manche durch Geschehnisse in ihrer Heimat, aber auch viele durch Erlebnisse auf ihrer Flucht.

Der Togolese Abdou Tschedre Djibril, der 1994 aus politischen Gründen aus seiner Heimat floh, berichtete von seinen Erfahrungen. Weil er an einer Demonstration teilgenommen hatte, musste er über Nacht das Land verlassen. Über Benin, Malta, Moskau, Brüssel kam er schließlich nach Hamburg. Heute ist er als Flüchtling anerkannt und berät Hilfe suchende Afrikaner im Flüchtlingszentrum. Dabei begleitet er auch Menschen, die dringend medizinisch versorgt werden müssen, ins Krankenhaus.

missio unterstützt im Senegal die Arbeit der katholischen Kirche für Flüchtlinge und Migranten.
» In Hamburg wird am Sonntag, dem 2. Oktober 2011, bundesweit der » Monat der Weltmission eröffnet. Im Zentrum steht die Arbeit der katholischen Kirche im » Senegal, die zwar mit 5 Prozent nur eine kleine Gemeinschaft bildet, im ganzen Land aufgrund ihres Engagements jedoch große Anerkennung findet.

Sehen Sie hier einen Kurzfilm zum Thema "Migration im Senegal":

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