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"Die Hoffnungen, Sorgen und Probleme eines Entwicklungslandes"

Kardinal Théodore-Adrien Sarr (Dakar/Senegal) © Harald Oppitz / KNA/missio

Interview mit Kardinal Sarr über die Situation im Senegal

Kardinal Théodore-Adrien Sarr ist Erzbischof von Dakar und Vorsitzender der gemeinsamen Bischofskonferenz des Senegal, Mauretanien, Kap Verde und Guinea Bissau. Im folgenden Interview gibt er Einblicke in die Situation seiner Heimat, die sich durch eine stabile Demokratie und ein beispielhaftes Zusammenleben der Religionen auszeichnet. Nichtsdestotrotz benötigt vor allem die Jugend des Landes eine Perspektive, um die häufig lebensgefährliche Migration nach Europa zu stoppen. Und auch für den Konflikt in der Casamance gibt es bis heute keine Lösung.

Herr Kardinal Sarr, Ihre Heimat, der Senegal, im Westen Afrikas gelegen, wurde 1960 von der französischen Kolonialmacht in die Unabhängigkeit entlassen. Das Land Senegal gilt als eine der stabilsten Demokratien Afrikas. Wie erklären Sie sich diese Stabilität?

Ich denke, dass unter Präsident Léopold Ségar Senghor (Anm.: erster Präsident des unabhängigen Senegal; er regierte das Land von 1960–1980) wichtige Grundlagen für die politische Stabilität gelegt wurden. Sehr wichtig ist in diesem Zusammenhang die Verfassung unseres Landes. Senghor hat dafür gesorgt, dass der Senegal ein laizistischer Staat ist, das heißt ein Staat, der sich auf keine bestimmte Religion beruft und auch keine bestimmte Religion bevorzugt. Gleichzeitig aber werden die Religionen in ihrer Bedeutung anerkannt, und es gibt eine intensive Zusammenarbeit zwischen Staat und Religionsgemeinschaften. Diese Zusammenarbeit wird auch tatsächlich bis heute praktiziert. Auch wenn sie nicht perfekt ist, können wir sagen, dass wir wirklich in einer Demokratie leben. Wesentliche demokratische Prinzipien werden respektiert. Besonders deutlich wurde dies im Jahr 2000, als aufgrund von Wahlen ein Regierungswechsel stattgefunden hat und die bisherige Regierungspartei abgewählt worden ist. Der Regierungswechsel wurde ohne Konflikte vollzogen. Das macht uns auch stolz. Wir hoffen sehr, dass es so weitergeht und dass die nächsten Wahlen im Jahr 2012 ebenso unproblematisch, das heißt in derselben Grundstimmung, verlaufen. Wenn das senegalesische Volk der Meinung sein wird, eine neue Regierung haben zu wollen, dann soll auch dies wieder durch einen Urnengang entschieden werden und nicht durch etwasanderes. Ich bin der Meinung, dass nach unserer Unabhängigkeit gute Grundlagen gelegt wurden, die es zu bewahren gilt.

Trotzdem herrscht auch weiterhin in der senegalesischen Region Casamance ein schwerer Konflikt, der seit 2010 wieder gewaltsamer wird. Worum geht es in dem Konflikt?

Die Ursache liegt in einer Unzufriedenheit der Einwohner dieser Region, die aus den 1980er Jahren datiert. Die Menschen hatten damals das Gefühl, im Vergleich mit dem übrigen Senegal vergessen worden zu sein. Möglicherweise wurde in dieser Region damals weniger investiert. Die Casamance war zugegebenermaßen nicht die einzige Region, die dieses Problem hatte. Die Tatsache, dass das Land Gambia eine Grenze zieht zwischen dem Nord- und dem Südsenegal, hat die Beziehungen nicht gerade einfacher gemacht. Die Bewohner der Casamance fühlten sich also vom übrigen Senegal vergessen. Außerdem gingen einige Territorialverwalter beim Thema »Land«, »Landvergabe« und »Besiedelung« zugegebenermaßen leider ungeschickt vor. Diese beiden Ursachen führten im Jahr 1982 zu einem Volksaufstand. Seither wird versucht, die Rebellion zu beenden. Die Einwohner der Casamance sind heute die ersten, die Frieden fordern. Ich bin der Meinung, dass die Chance auf Frieden in der Casamance heute größer ist denn je. Es ist an uns, die Gelegenheit zu nutzen, um in der Casamance den Frieden wiederherzustellen.Meiner Ansicht nach kann uns das jetzt gelingen, wenn wir die nötigen Schritte unternehmen.

Fischer holen ihr Boot ein am Strand von Kap Skirring, Senegal. Viele Fischer haben aufgrund der Überfischung auch durch europäische Fangflotten ihre Existenzgrundlage verloren.
Fischer holen ihr Boot ein. Viele haben aufgrund der Überfischung auch durch europäische Fangflotten ihre Existenzgrundlage verloren. © F. Stark / missio

Haben Sie bei Friedensbemühungen in diesem Konflikt eine Rolle gespielt?

Ein Priester war in den Konflikt verwickelt: Abbé Diamacoune Senghor. Uns Bischöfen war es gemeinsam mit dem Bischof von Ziguinchor immer wichtig, den übrigen Senegalesen klarzumachen, dass dieser Priester nicht den Auftrag hatte, sich der Separatistenbewegung anzuschließen, um schließlich ihr führender Kopf zu werden. Es ist nicht Sache eines Priesters, sich einer politischen Bewegung anzuschließen, die sich für ihren Kampf der Gewalt bedient. Daher haben wir dies immer wieder angeprangert und unsere Haltung deutlich gemacht. Und wir haben versucht, mit Abbé Diamacoune Senghor zu reden, um ihn dazu zu bewegen, sich aus der Bewegung zurückzuziehen. Dies hat er jedoch abgelehnt. Schließlich hat das Bistum Ziguinchor in Absprache mit uns einen kirchlichen Ausschuss eingesetzt, der ab 1992 den Auftrag hatte, den Dialog zwischen der MFDC-Bewegung (Mouvement des Forces Démocratiques de la Casamance) und der senegalesischen Regierung zu fördern. Als aber im Jahr 2000 unser neuer Präsident die Amtsgeschäfte übernahm, ließ er verlautbaren, dass sich zu viele Personen in den Konflikt von Casamance einmischen würden und man solle die Konfliktparteien gewähren lassen. Daher beendete der kirchliche Ausschuss seine Aktivitäten und zog sich zurück. Kürzlich wurde ich von mehreren Leuten angefahren, warum ich mich denn einmische. Meine Antwort: Ich versuche herauszufinden, was ich zusammen mit dem Bistum beziehungsweise der Kirche von Ziguinchor ganz behutsam dazu beitragen kann, dass die senegalesische Regierung und die Bewegung wieder miteinander sprechen und man sich wieder an den Verhandlungstisch setzt.

Wirtschaftlich gesehen gilt der Senegal weiterhin als Entwicklungsland. Was sind Ihrer Ansicht nach heute, etwa 50 Jahre nach Erlangung der Unabhängigkeit, die größten Probleme des Senegal?

Die größten Probleme sind heute wirtschaftlicher Art. Gott sei dank haben wir in den vergangenen Jahren Glück gehabt, was die Regenzeit angeht. Etwa 70 Prozent unserer Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Aufgrund der guten Regenzeit fielen die Ernten recht gut aus. Das ist sehr wichtig für unser Land. Volkswirtschaftlich gesehen haben wir das große Problem, dass es nicht genügend Arbeitsplätze gibt. Die Industrie tritt etwas auf der Stelle. Zudem gibt es große Probleme in der Infrastruktur. Vor allem die Energieversorgung ist sehr schwierig. Die Stromproduktion deckt nicht den tatsächlichen Bedarf, was wiederum der Industrie das Leben schwer macht. Die Bevölkerungszahl ist angestiegen, der Lebensstandard ebenfalls, aber der Bedarf an elektrischer Energie kann nicht gedeckt werden. Ich denke, die Regierung war nicht wachsam genug, man hat nicht genügend investiert, um nach und nach dem steigenden Bedarf gerecht werden zu können. So kommt es immer wieder zu Stromausfällen. Das stört alle: die Industrie, das Handwerk und Kleingewerbe. Auch öffentliche Einrichtungen und der Gesundheitsbereich sind betroffen. Dies führt zu einer sehr realen Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Hier muss auf jeden Fall etwas passieren. Es könnte sonst zu einem Eklat kommen.

Sonntagsmesse auf dem Hügel des Wallfahrtsortes »Mont Rolland«, Senegal.
Sonntagsmesse auf dem Hügel des Wallfahrtsortes »Mont Rolland«, Senegal. © F. Stark / missio

Viele Afrikaner riskieren ihr Leben, um nach Europa zu gelangen. Was wäre nötig, um diese oft lebensgefährliche Migration zu stoppen?

Wenn man jung ist, möchte man eine Arbeit finden, um sich entfalten zu können, man hat Pläne hinsichtlich der eigenen Zukunft. Wenn man dann aber feststellen muss, dass in der eigenen Heimat keine Arbeit, keine Perspektiven zu finden sind und man gleichzeitig hört, dass in Frankreich, Spanien oder Deutschland genügend Arbeitsplätze angeboten werden, dann ist die Entscheidung, die Reise nach Europa anzutreten, schnell gefällt. Geschichten von Migranten, die in europäischen Ländern recht gute Einkommen erzielen – gemessen an unseren hiesigen Löhnen – die ihre Verwandten im Senegal unterstützen, die dafür sorgen, dass sich die eigene Familie ein neues Haus bauen kann – all dies sorgt dafür, dass viele junge Afrikaner nach Europa wollen. Kein Wunder also, wenn sich junge Afrikaner sagen: Wenn ich dorthin gehe, kann ich mich beruflich verwirklichen, meinen Lebensunterhalt verdienen und meine Familie unterstützen. Je mehr Perspektiven junge Leute in ihrer Heimat finden, umso seltener werden sie ihr Auskommen im Ausland suchen.

Was erwarten Sie in diesem Zusammenhang von der EU, um die Einwanderung zu stoppen?

Ich bin davon überzeugt, dass die Europäer die wirtschaftliche Entwicklung unserer Länder noch stärker unterstützen sollten. Natürlich gibt es auch noch andere Akteure als die Europäer: Zunächst einmal sind wir selbst gefragt. Unsere Regierungen müssen eine wohl durchdachte, gut strukturierte Entwicklungs- und Arbeitsmarktpolitik betreiben und an dieser beharrlich festhalten. Wir selbst sind also an erster Stelle verantwortlich für die wirtschaftliche Entwicklung. Aber ich denke auch, dass die entwickelten Länder uns noch mehr und vielleicht noch systematischer und noch entschlossener helfen sollten, damit sich unsere Gesellschaften tatsächlich weiterentwickeln können und damit die Einwanderung nach Europa nach und nach mittel- und langfristig gestoppt werden kann. Dass es in den Ländern Europas Gesetze gibt für den Umgang mit Immigranten, kann ich wohl verstehen. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass die Schließung der Grenzen für Menschen aus Afrika und anderswo die illegale Einwanderung nach Europa nicht beenden wird und kann.

Kommen wir auf die Kirche zu sprechen. Welche Rolle spielt die katholische Kirche im Senegal?

Im Senegal gibt es ungefähr 800.000 Christen, die Katholiken stellen etwa 5 – 6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die katholische Kirche ist im Senegal die größte christliche Gemeinschaft. Dies hängt auch mit der Geschichte zusammen. Katholische Missionare waren die ersten Christen, die in den Senegal kamen. Protestantische Missionare folgten erst später. Alle christlichen Gemeinschaften zusammen stellen etwa 6 –7 Prozent der Gesamtbevölkerung des Senegals, der 12 Millionen Einwohner hat. Obwohl die absolute Mehrheit der Bevölkerung des Landes, etwa 90 Prozent der Gesamtbevölkerung, Muslime sind, ist die katholische Kirche dennoch gut präsent und vor allem auch anerkannt. Anerkannt einerseits durch das persönliche Zeugnis der Kirchenmitglieder – Muslime sagen häufig, die Christen seien ernsthafte, anständige, gewissenhafte Menschen – andererseits aber auch durch das soziale Engagement der Kirche: ihre Schulen, ihre Gesundheitszentren. Die Menschen wissen die Dienste der Kirche zu schätzen, die die Kirche ihnen durch die sozialen Einrichtungen anbietet, zum Beispiel durch die Caritas. Wenn die Menschen Probleme haben, merken sie, dass die Kirche bereit ist, ihnen durch die Caritas zu helfen. Auch im Kampf gegen die Armut, in der Frage der Entwicklungshilfe und im Bereich der Frauenförderung ist die Kirche aktiv. All dies hat dazu geführt, dass die Senegalesen die Kirche und das, was sie tut, zu schätzen wissen und ihr viel Vertrauen entgegenbringen. Zudem hat die Bischofskonferenz in den letzten Jahren mehrmals Stellung bezogen zu aktuellen Fragen, die das Land beschäftigen. Dies schätzen die Menschen sehr. Sie bringen den Bischöfen viel Vertrauen entgegen, da sie die Bischofskonferenz als eine Einrichtung ansehen, die in ihren Stellungnahmen auch der Regierung die Wahrheit sagt. Die Bischöfe können die Aufmerksamkeit auf Fragen lenken, die von der Regierung vielleicht vernachlässigt worden sind. All dies hat dazu geführt, dass die Kirche im Senegal hohes Ansehen genießt, obwohl die Christen eine absolute Minderheit darstellen.

Die große Moschee in der Stadt Touba. Das friedliche Zusammenleben der Religionsgemeinschaften im Senegal gilt als beispielhaft.
Die große Moschee in der Stadt Touba. Das friedliche Zusammenleben der Religionsgemeinschaften im Senegal gilt als beispielhaft. © F. Stark / missio

In vielen Ländern gibt es zwischen Christen und Muslimen Spannungen. Insbesondere in Ländern, die muslimisch geprägt sind, in denen Christen eine absolute Minderheit darstellen, wird immer wieder von Konflikten berichtet. Wie ist die Situation diesbezüglich im Senegal?

Im Senegal sind die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen immer gut gewesen.Wir tun heute alles, damit diese guten Beziehungen auch weiterhin bestehen bleiben. Deshalb haben die senegalesischen Bischöfe schon vor längerer Zeit eine Kommission ins Leben gerufen, die sich den christlich-muslimischen Beziehungen widmet, die Kommission für den christlich-muslimischen Dialog. Dadurch wollten wir einerseits alle Christen, alle Mitglieder der Kirche, für die Notwendigkeit sensibilisieren, offen zu sein für die anderen und bereit zu sein, miteinander zu sprechen, zusammenzuarbeiten und in Frieden miteinander zu leben. Es sollte alles vermieden werden, was religiöse Streitigkeiten hervorrufen könnte. Andererseits wollten wir damit auch konkrete Schritte unternehmen, um den Muslimen klarzumachen, dass die guten christlich-muslimischen Beziehungen, die fast wie naturgegeben zwischen uns bestehen, wirklich aufrechterhalten, epflegt und verstärkt werden sollten. Ich glaube, dies ist uns zu weiten Teilen auch gelungen. Es ist aber schwer zu sagen, wie es morgen aussehen wird. Es könnte auch sein, dass der heute noch offene und tolerante Islam im Senegal unter äußeren Einflüssen eine andere Entwicklung nehmen wird. Momentan ist das icht der Fall, auch wenn es einige Kundgebungen islamistischer Splittergruppen gegeben hat. Diese haben bisher jedoch noch keinen nennenswerten Einfluss auf das gesamte Land gehabt. Wir hoffen, dass dies so bleiben wird. Wir müssen wachsam bleiben, und wir sind auf alle Fälle offen und setzen den Dialog fort.

Wie ist es zu erklären, dass das Zusammenleben der beiden Religionsgemeinschaften im Senegal im positiven Sinne als beispielhaft angesehen werden kann?

Ich habe mich selber schon gefragt, woher diese Symbiose der Religionsgemeinschaften im Senegal kommt. Ich glaube, wir profitieren im Senegal von einem gewissen Erbe. Meiner Ansicht nach sind die Menschen im Senegal, Gott sei Dank, an das Anderssein der anderen gewöhnt. Im Senegal gibt es sehr verschiedene Ethnien. Nie hat es zwischen diesen Ethnien größere Probleme gegeben. Deshalb meine ich, dass wir vielleicht daran gewöhnt sind, mit gewissen Unterschieden zu leben, mit ethnischen und sprachlichen Verschiedenheiten, die uns nicht hindern, friedlich zusammenzuleben. Wenn dann noch religiöse Unterschiede dazukommen, gehen wir mit ihnen genauso um, wie mit den anderen Unterschieden. So gelingt es uns, einander anzuerkennen und zu respektieren, trotz der Unterschiede, und es gelingt uns, gute Beziehungen zueinander zu pflegen. Es gibt meiner Ansicht nach aber noch einen zweiten Grund: Christen und Muslime erkennen beide an, dass sie auch heute noch von der traditionellen Religion beeinflusst sind. Christen und Muslime im Senegal erkennen gemeinsame Visionen, die mit Sicherheit ein Erbe der traditionellen afrikanischen Religion sind. Auch dies ist ein Konvergenzpunkt, der bewirkt, dass trotz der Unterschiede zwischen dem Christentum und dem Islam die gemeinsamen Konvergenzpunkte, insbesondere in Fragen der Ahnen, uns helfen, einander anzuerkennen, in Frieden und gegenseitigem Respekt zu leben und sogar zusammenzuarbeiten. Im Senegal haben wir in bestimmten ethnischen Gruppen Familien, in denen die einen Muslime und die anderen Christen sind. Die familiären Beziehungen untereinander werden davon nicht berührt, sondern bestehen unvermindert weiter.

Die arabische Welt befindet sich heute in einem großen Aufruhr. Wird dies auch Einfluss auf den Senegal haben?

Der Aufruhr in der arabischen Welt wird sich gewiss auch auf den Senegal auswirken, aber jetzt ist es schlichtweg noch zu früh, um dies beantworten zu können. Ich verfolge die Ereignisse in der arabischen Welt mit großer Aufmerksamkeit. Direkte Auswirkungen hat es bisher meiner Ansicht nach im Senegal nicht gegeben. Man wird abwarten müssen, um eine Analyse vornehmen zu können.

Herr Kardinal Sarr, haben Sie vielen Dank für dieses Gespräch!

Bettina Tiburzy

Quelle: Forum Weltkirche, 4-2011, S. 16-20 und online auf forum-weltkirche.de.

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