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Was heißt Mission heute?

WDR-Morgenandacht am Dienstag, 11. Oktober 2011

von Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident (Aachen)

Den nachfolgenden Text bieten wir Ihnen auch zum Anhören an:

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Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident in Aachen © Montage: R. Simon / missio

Liebe Hörerinnen und Hörer,

ich habe ein Bild vor Augen. Ich sehe eine Gruppe von Menschen, die unter einem Baum steht: eine Ordensschwester in einem weißen Ordenskleid – sie ist im Gespräch mit einer jungen Mutter, die ein kleines Kind auf ihrem Arm trägt, das größere steht vor ihr und hört wie gebannt zu. Zwei Männer haben sich ebenfalls unter den Baum zu der Gruppe gestellt, einer stützt sich auf sein Fahrrad – er hat offenbar seine Fahrt für dieses kurze Gespräch unterbrochen.

Eine Szene aus einer Landgemeinde im Senegal, dem Beispielland der diesjährigen missio-Aktion zum Sonntag der Weltmission. Das Motiv ist auf den Plakaten zu sehen, die in diesen Tagen in vielen Kirchen, Schaukästen und Plakatwänden auf die Aktion hinweisen.

© Fritz Stark / missio

Dieses Motiv ist ein sehr sprechendes Bild für die Situation der Christen im Senegal: Kirche im Dialog. Als kleine Minderheit von fünf Prozent der Bevölkerung geben die Christen nicht den Ton an in diesem vom Islam geprägten Land. Und doch verstecken sie sich nicht. Die Christen im Senegal sind eine selbstbewusste Minderheit, die den Kontakt zu den anderen Menschen aktiv sucht, die eine gestaltende Rolle im öffentlichen Leben spielt und dadurch die senegalesische Gesellschaft mit prägt und mit bestimmt. „Dialog des Lebens“ nennen das die Vertreter der Kirche im Senegal. Dieser Dialog nimmt die Lebenswirklichkeit der Mitmenschen ernst. Er nimmt Anteil an dem, was die Menschen bewegt, was sie beschäftigt, was ihnen Sorge macht und woraus sie Kraft für ihren Alltag schöpfen. Dieser Dialog nimmt Anteil am anderen, er teilt zugleich aber auch mit, aus welchen Quellen Christinnen und Christen leben, was ihnen Kraft gibt, woraus sie Hoffnung schöpfen und was ihnen Mut macht, trotz vieler Schwierigkeiten nicht aufzugeben. Der „Dialog des Lebens“ ist ein unaufdringliches Zeugnis des Glaubens im Alltag der Menschen. Und vielleicht gerade darum ein besonders glaubwürdiges und einladendes Zeugnis.

Kirche im Dialog mit den Menschen – das ist denke ich ein schönes Bild für eine Kirche, die ihre Mission ernstnimmt. Eine Kirche, die auch heute noch davon überzeugt ist, dass sie den Menschen etwas zu sagen hat, dass die Botschaft des Glaubens eine hilfreiche, eine befreiende, eine ermutigende Botschaft ist.

Glaube kommt vom Hören – das hat schon der Apostel Paulus in seinem Brief an die Römer kurz und bündig festgestellt. Glaube braucht lebendigen Austausch und das Zeugnis eigener Erfahrungen. Nur im Dialog, in der Ernsthaftigkeit eines offenen Gesprächs bekommt der Glaube den Raum, in dem er sich entfalten kann und Zugang findet zu den Herzen der Menschen. Das wissen auch die Missionare und Ordensleute, die im Senegal tätig sind. Die frohe Botschaft kann man nicht von oben herab verkünden, aber man kann sie auf Augenhöhe, von Mensch zu Mensch erzählen! So kann es zu einem Dialog kommen, der nicht oberflächlich ist, sondern in die Tiefe führt, zu den Fragen, die im letzten jeden Menschen in seinem Herzen berühren und beschäftigen.

Der Baum, unter dem sich die Menschen unserer senegalesischen Landgemeinde versammelt haben, ist nicht irgendein Baum: Im Senegal wird er Baobab-Baum genannt, in vielen Regionen Afrikas sehen die Menschen in ihm einen Lebensbaum. Er kann viele hundert Jahre alt werden und große Wassermengen speichern. Tieren und Menschen dient er in Trockenzeiten als Wasserquelle. Der Baobab-Baum wächst zwar nur sehr, sehr langsam. Dafür gräbt er seine Wurzeln aber Jahr für Jahr tiefer in die Erde hinein und bekommt so mit der Zeit einen immer festeren Halt. Dieser Baum ist also nicht nur der Ort, an dem sich Menschen versammeln, um miteinander über das Leben zu reden. Er ist in sich so etwas wie ein Symbol für das, worauf es im Leben letztlich ankommt: dass wir tiefe Wurzeln haben, damit uns auch in den Trockenzeiten unseres Lebens das Wasser nicht ausgeht – und dass wir dieses Wasser mit anderen teilen!

Das wünscht ihnen Klaus Krämer von missio Aachen.

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