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Werte des Evangeliums

WDR-Morgenandacht am Donnerstag, 13. Oktober 2011

von Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident (Aachen)

Den nachfolgenden Text bieten wir Ihnen auch zum Anhören an:

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Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident in Aachen © Montage: R. Simon / missio

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

heute morgen möchte ich Ihnen eine faszinierende Frau vorstellen: Schwester Christine Ngom, eine junge Ordensfrau, die im Senegal lebt und der Gemeinschaft der „Filles du Saint Coeur Marie“ angehört. Wenn Schwester Christine die Dörfer in der Nähe der Stadt Ndoffane besucht, wird sie meist schon freudig erwartet. Denn sie hat in den letzten Jahren schnell das Vertrauen der Menschen gewonnen.

Die 38-jährige Krankenschwester und Ordensfrau arbeitet seit 2010 in der Diözese Kaolack, im Zentrum des westafrikanischen Senegal. Zu Beginn ihrer Arbeit hat sie festgestellt, dass ungewöhnlich viele Frauen in dieser Region unfruchtbar waren. Als sie weiter nachfragte hat sie mit Entsetzen erfahren, dass in einigen Dörfern immer noch die archaische Tradition der Beschneidung von Frauen praktiziert wird. Obwohl die Gesetze des Landes diese Praxis schon seit langem verbieten, bleibt jungen Mädchen meist keine Wahl: sie müssen diese grausame Genitalverstümmelung über sich ergehen lassen. Argumente, die scheinbar dafür sprechen, hat Schwester Christine vielfach gehört: Das sei schon immer so üblich gewesen. Das gehöre zur lokalen Kultur. Andere behaupten, dass hygienische Gründe dafür sprächen.

Sr. Christine Ngom © Fritz Stark / missio

Schwester Christine hat es sich zur Aufgabe gemacht, gegen diese menschenunwürdige Praxis anzukämpfen. In den Dörfern führt sie mit einem Team von freiwilligen jungen Frauen Aufklärungskampagnen durch. Sie produziert Radiosendungen, studiert Theateraufführungen ein und manchmal organisiert sie sogar Demonstrationen. Doch sie weiß auch, dass sie sich eine sehr schwierige Aufgabe vorgenommen hat: Eine Praxis zu ändern, die seit vielen Generationen als richtig und notwendig betrachtet wird, das geht nicht einfach von heute auf morgen. Das braucht viel Geduld und Fingerspitzengefühl.

Aber Schwester Christine weiß auch, dass sie gute Argumente auf ihrer Seite hat, die schließlich doch zu einem Umdenken führen können. Ihr stärkstes Argument ist die Botschaft des Evangeliums selbst: die Botschaft von der Würde eines jeden Menschen, den Gott als sein Ebenbild erschaffen hat – und das, was Gott erschaffen hat, das dürfen wir Menschen nicht entstellen oder verstümmeln. Die Botschaft des Evangelium hat in der Tat eine befreiende Kraft. Das hat Schwester Christine erfahren und das möchte sie den Frauen, mit denen sie arbeitet, auch vermitteln und erschließen. So können sie nach und nach annehmen, dass auch eine veränderte Praxis ihren religiösen Überzeugungen nicht widerspricht, sondern den Willen Gottes tiefer und umfassender zur Geltung bringt. Das Evangelium will das Denken der Menschen und ihre Lebenswirklichkeit verändern und erneuern. Auch das ist Mission – und es ist vielleicht das Wichtigste: Wo die Lebenswirklichkeit der Menschen mit den Werten des Evangeliums in Berührung kommt und von ihnen durchdrungen wird, da geschieht Erneuerung, ja Befreiung. Da wird Glaube wirklich zu eine frohen und befreienden Botschaft – und das nicht nur im Senegal!

Die Herzlichkeit, mit der Schwester Christine immer wieder empfangen wird, ist vielleicht das sprechendste Zeichen dafür, dass diese Botschaft wirklich ankommt. Und sie kommt nicht nur bei den christlichen Frauen an. Auch viele muslimische Frauen spüren, dass der Einsatz von Schwester Christine auch sie in ihren Rechten stärkt und ihre Lebenssituation verbessert. Die meisten von ihnen werden auch nach der Begegnung mit Schwester Christine ihren muslimischen Glauben weiter praktizieren. Viele werden aber spüren, dass sich ihre Sicht der Dinge durch diese Begegnung verändert hat. Und das sie das im Letzten nicht von ihrem Glauben weggeführt, sondern näher zu Gott gebracht hat. Auch so kann die Begegnung mit dem Evangelium das Leben der Menschen verändern. Das sind die Erfolgserlebnisse, die der Missionsschwester Christine ermutigen, trotz allem weiter zu machen.

Es grüßt sie herzlich Prälat Klaus Krämer von missio Aachen.

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