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Ganzheitliches Heil

WDR-Morgenandacht am Freitag, 14. Oktober 2011

von Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident (Aachen)

Den nachfolgenden Text bieten wir Ihnen auch zum Anhören an:

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Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident in Aachen © Montage: R. Simon / missio

Ein farbenfrohes Bild spiegelt sich in den Wellen der senegalesischen Meeresküste, liebe Hörerinnen und Hörer: rot-, grün-, blau- und gelbbemalte Schiffsplanken vermitteln einen Hauch von Romantik und Urlaubsstimmung. Es ist eine kleine Flotte von Pirogen, die typischen einfachen Schiffe der Fischer, deren Außenflächen so bunt bemalt sind, dass ein Ankerplatz von mehreren Booten zu einem wahren Farbenmeer wird.

Im Senegal wurden diese Schiffe lange Zeit vor allem für den Fischfang genutzt. Viele Menschen im Senegal lebten traditionell vom Fischfang. Mit ihren Piroge-Booten sind sie über Generationen hinweg auf das Meer hinausgefahren und haben in den küstennahen Gewässern gefischt. Doch in jüngster Zeit wird Fischerei im Senegal immer mehr industriell betrieben: Internationale Unternehmen schicken große Fangschiffe auf die Meere und fischen die Gewässer systematisch leer. In der Küstennähe gibt es seit dem so gut wie nichts mehr zu fangen. Die Folgen liegen auf der Hand: Immer mehr Fischer werden im Senegal arbeitslos. Und schlimmer noch: Unter den Jugendlichen macht sich Hoffnungslosigkeit breit.

Diese Hoffnungslosigkeit ist einer der wichtigsten Gründe dafür, dass die Piroge-Boote heute zu ganz anderen Zwecken verwendet werden: Menschen, die im Senegal keine Zukunft mehr für sich sehen, besteigen die kleinen unsicheren Boote, um ihre Heimat zu verlassen. Über die kanarischen Inseln steuern sie nach Europa, dem vermeintlich „gelobten Land“. Viele werden es nie erreichen und auf diejenigen, die nach einer abenteuerlichen und lebensgefährlichen Reise die Küsten Europas erreichen, wartet in aller Regel eine große Ernüchterung – oft sogar die Abschiebung zurück in die Heimat.

© Fritz Stark / missio

Père Fulgence, ein langjähriger missio-Partner, wollte diesen Massenexodus von jungen Menschen aus dem Senegal nicht einfach tatenlos hinnehmen. Zusammen mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern will er in seinem Projekt im Südwesten des Landes Jugendliche davon überzeugen, dass heimliche Auswanderung nicht die Lösung für ihre Probleme ist. Père Fulgence entwickelte eine eigene Aufklärungskampagne und stärkt die Vereine und Selbsthilfegruppen von Jugendlichen in den Dörfern. Um ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern, unterstützt er die Jugendlichen dabei, neue Einkommensquellen zu schaffen, zum Beispiel durch die Vergabe von Mikrokrediten.

Père Fulgence weiß, dass spirituelle Begleitung und ganz konkrete Lebenshilfe Hand in Hand gehen müssen. Man kann den Menschen nicht in zwei Hälften teilen. Gott hat immer den ganzen Menschen im Blick: mit Leib und Seele! Indem er sich für die Zukunftschancen der Jugendlichen im Senegal einsetzt, stärkt er ihr Vertrauen in die Zukunft und gibt ihnen neue Hoffnung. Die Jugendlichen spüren: Der Gott, von dem Père Fulgence spricht, ist ein Gott, der Zukunft ermöglicht und so dem Leben neue Kraft und neuen Mut gibt. „Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Joh 10,10) Dieses Wort Jesu aus dem Johannesevangelium wird für die Jugendlichen, die Père Fulgence begegnen, ganz konkret erfahrbar. Wer auf die Realität mit diesen neuen Augen zu sehen vermag, für den bekommen auch die bunten Farben der Piroge-Boote an der Meeresküste des Senegal einen neuen Glanz.

Das kann auch Ayai Bayam Difous bestätigen. Ihr Leben hatte jeden Glanz verloren, als sie vom Tod Ihres Sohnes erfuhr. Er war erst 27 Jahre, als er mit zig anderen Menschen eines der kleinen bunten Boote bestieg in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Dafür hatte er den Schleppern eine große Summe an Geld bezahlt. Doch der größte Preis, den er bezahlen musste, war der seines eigenen Lebens. Als Ayai von seinem Tod erfuhr, war sie entsetzt und verzweifelt. Der Verlust raubte ihr jede Lebensfreude. Doch nach einem Jahr Trauerzeit fasste sie neuen Mut und gründete eine Vereinigung von Frauen, die sich gegen die heimlichen Überfahrten engagieren. Menschen neue Hoffnung schenken – eine schöne Umschreibung für das, was Mission heute bedeuten kann.

Einen guten und hoffnungsfrohen Tag wünscht Ihnen Prälat Klaus Krämer, missio Aachen.

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