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Evangelium und Kultur

WDR-Morgenandacht am Mittwoch, 12. Oktober 2011

von Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident (Aachen)

Den nachfolgenden Text bieten wir Ihnen auch zum Anhören an:

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Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident in Aachen © Montage: R. Simon / missio

Liebe Hörerinnen und Hörer,

die missio-Aktion zum Monat der Weltmission haben wir vor wenigen Tagen in Hamburg eröffnet. Besonders beeindruckt hat mich ein Kulturabend, den wir gemeinsam mit dem evangelischen Missionswerk in der evangelischen Hauptkirche Hamburgs St. Michaelis gestaltet haben. Ein Höhepunkt dieses besonderen Abends war der Beitrag einer Gruppe von Mönchen aus dem Benediktinerkloster Keur Moussa im Senegal. Sie hatten ein ganz besonderes mir bis dahin unbekanntes Instrument mitgebracht: Eine aus einem Kürbis hergestellte Kalebasse, über die – wie auf einer Harfe – 21 Saiten gespannt sind. Zum Klang dieser Kora – so nennen die Senegalesen das Instrument – sangen die Mönche ihre gregorianischen Choräle. Für mich war das ein faszinierendes Erlebnis: Auf der einen Seite erkannte ich die vertrauten Texte und für die Gregorianik typischen Tonfolgen. Auf der anderen Seite begegneten sie mir in einer Klangfärbung und in einer Lebendigkeit, die ich zuvor so noch nie gehört hatte.

Père Dominique, der Leiter der Musikgruppe, der als einer der ersten Benediktiner schon 1963 aus Frankreich in den Senegal kam, erzählte von seiner ersten Begegnung mit den ungewöhnlichen Klängen dieses typisch senegalesischen Musikinstruments: „Als ich die Musik der Kora das erste Mal im Radio hörte, war mir sofort klar, dass dieses Saiteninstrument wunderbar mit dem gregorianischen Choral harmonieren würde.“

Benediktinerchor "Keur Moussa" © missio

Das, was die Benediktiner im Senegal getan haben, wie sie die jahrhundertealte Tradition des gregorianischen Chorals verbunden haben mit der einheimischen Kultur, ist ganz typisch für die Art und Weise, wie Mission heute geschieht. Auch wenn das Christentum durch seine Geschichte sehr von der europäischen Kultur geprägt ist, darf die Begegnung mit dem Evangelium die einheimische Kultur nicht einfach beiseite drängen. Ganz im Gegenteil: Das Befreiende dieser Botschaft kann nur dort wirklich erfahrbar werden, wo die eigene Kultur von dieser Botschaft ganz durchdrungen und auf eine neue Art erfüllt wird. Erst wenn sich der Glaube in der Kultur der Menschen ausdrückt wird er lebendig und fängt an, Wurzeln zu schlagen in den Herzen der Menschen.

Die Theologen nennen dieses Geschehen „Inkulturation“: Das Evangelium trifft auf die Lebenswelt der Menschen. Der Glaube verbindet sich mit ihrer Kultur. So entsteht etwas Neues, etwas Unverwechselbares, etwas, das ganz typisch und charakteristisch ist für diese Menschen. Und doch drückt sich darin der eine gemeinsame Glaube aus, der alle Menschen und alle Kulturen miteinander verbindet.

Irgendwie scheinen das auch schon die Beter des Alten Testaments gewusst zu haben, wenn sie in den Psalmen beten: „Singt, dem Herrn ein neues Lied.“ Ja das Lied des Glaubens muss immer wieder neu gesungen werden, muss in den verschiedenen Kulturen eine neue Gestalt gewinnen, damit die Frohe Botschaft von der Liebe Gottes zu uns Menschen auch heute bei allen Menschen ankommen kann.

Im Senegal werden diejenigen, die die Kora spielen als „Griots“ bezeichnet. Sie sind es, die das traditionelle Liedgut kennen und an die Kinder weitergeben. Sie erzählen alte Geschichten und geben Erfahrungen weiter – Erfahrungen, die Menschen zu allen Zeiten mit Gott gemacht haben. Der Gesang und das Spiel der Griots ist immer einer der Höhepunkte bei den Feiern der Menschen im Senegal, denn sie wissen: Um Gott zu loben, reichen Worte allein nicht aus. Für das Lob Gottes brauchen wir Musik und Gesang. Im Letzten tun sie genau das, was auch die Psalmensänger im alten Israel schon getan haben und was auch uns ermutigen soll: „Singt dem Herrn ein neues Lied, singt dem Herrn alle Länder der Erde.“

Aus der missio-Zentrale in Aachen grüßt sie Prälat Klaus Krämer.

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