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Pauline-Marie Jaricot – die erste Spendensammlerin

WDR-Morgenandacht am Freitag, 26. Oktober 2012

von Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident (Aachen)

Den nachfolgenden Text bieten wir Ihnen auch zum Anhören an:

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Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident in Aachen © Montage: R. Simon / missio

Spendengalas, Benefiz-Dinners, Türsammlungen: Spenden ist heute selbstverständlich, Spenden gehört zum guten Ton.

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

auch wir von missio sind auf Spenden angewiesen. Als Leiter eines großen Hilfswerkes bin ich immer wieder in Sorge um die zahlreichen Projekte, für die wir weltweit Verantwortung tragen.

Dabei ist das Spenden ein relativ junges Phänomen. Was es vielleicht schon immer gab, ist Nachbarschaftshilfe, für den Nächsten in der eigenen Umgebung. Aber über den Tellerrand zu schauen, Geld zu geben für ein Anliegen, das auf anderen Kontinenten Früchte tragen wird, für diese Idee brauchte es die Leidenschaft und den Glauben einer jungen Frau vor knapp 200 Jahren. Pauline-Marie Jaricot war ihr Name und auf ihrer Idee beruht auch unser Hilfswerk missio. Das Jahr 1822 gilt als Geburtsstunde der katholischen Laienmissionsbewegung und als erste Spendenoffensive von engagierten Christen für Menschen in anderen Ländern der Welt.

Damals war Pauline Jaricot gerade einmal 23 Jahre alt. Als Tochter eines wohlhabenden Seidenhändlers wurde sie 1799 im französischen Lyon geboren. Eigentlich hätte sie das typische Leben der bürgerlichen Oberschicht ihrer Zeit führen können. Doch Lyon war eine aufstrebende Industriestadt. Und Pauline sah tagtäglich das Elend der Arbeiter und die bittere Armut ihrer Familien.

Pauline-Marie Jaricot © missio-Archiv

Mit 17 Jahren bricht Pauline mit ihrem gesellschaftlichen Leben und verschreibt sich dem Dienst an den Armen und Notleidenden: Sie pflegt kranke Menschen, kümmert sich um verelendete Kinder und verschafft vielen Frauen eine Arbeit in der Fabrik ihres Schwagers. Doch bei allem sozialen Engagement spürt sie: Das Elend geht tiefer. Viele sind tief in ihrer Seele verwundet. Zu einem Leben in Würde gehört für sie auch die Hoffnung des Glaubens. Pauline ist sich sicher: Diese Kraftquelle darf keinem Menschen vorenthalten werden – weder in Lyon noch irgendwo sonst auf der Welt.

Pauline blickt über den Tellerrand: Es ist die Zeit, in der viele Missionare von Europa aus aufbrechen, um den Glauben in andere Teile der Welt zu tragen. Hier möchte Pauline ihren Beitrag leisten. Ihre Idee ist genauso einfach wie wirkungsvoll: Wenn jeder täglich einen kleinen Geldbetrag beisteuert und den Missionaren im Gebet verbunden bleibt, dann kann deren Arbeit Gutes bewirken. Die Idee der Pauline Jaricot erreicht schnell Tausende von Menschen. Plötzlich fühlen sich nicht nur die offiziellen Vertreter der Kirche verantwortlich für das Glaubensleben der Menschen in der Welt, sondern auch die katholischen Bürger Frankreichs, die Laien. In dieser Bewegung wurzelt der Gedanke einer Solidarität mit den Menschen in der Welt.

Von Pauline Jaricot ist ein Satz überliefert, der mir besonders gut gefällt. Sie sagte einmal: „Ich war nur das Streichholz, welches das Feuer entzündete.“ Das bedeutet: Das Feuer des Glaubens kann ich nicht aus mir hervorbringen. Wenn ich dieses Feuer spüre, dann ist es von Gott geschenkt. Auf dieses Geschenk des Glaubens mit einem Geschenk für die Welt zu antworten – das war die entscheidende Spenden-Idee von Pauline Jaricot, vor 200 Jahren.

Ich wünsche mir mehr von diesen Menschen mit zündenden Ideen, Menschen, die einen weiten Horizont haben – und ein unerschütterliches Gottvertrauen.

Einen guten Tag wünscht ihnen Klaus Krämer von missio Aachen.

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