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“Herzschlag der Welt” im “Weltendorf”

1. Oktober 2012

Eindrücke vom “Fest der Weltkirche bei der missio-Eröffnung in Paderborn.

Trommeln, der missio-Fluchttruck und ein „Weltendorf“: Mit einem „Fest der Weltkirche“ auf dem Paderborner Domplatz ist die bundesweite Eröffnung des Monats der Weltmission am Sonntag, 30. September, zu Ende gegangen. Besucher lernten unter anderem die Gäste des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio aus dem diesjährigen Beispielland der missio-Kampagne Papua-Neuguinea kennen. Und das Erzbistum Paderborn, Gastgeber der Eröffnung des Monats der Weltmission, zeigte sein strahlendes Gesicht.

Wer sich am Sonntagnachmittag der Ecke zum Paderborner Domplatz näherte, wurde schon von weitem mit kraftvollen afrikanischen Rhythmen empfangen: Das Percussion-Ensemble „Tokaito Toure“ aus Guinea trommelte, sang und tanzte auf der missio-Bühne neben dem Dom, brachte das Paderborner Publikum zum Mitklatschen. „Herzschlag der Welt“, so das Leitmotto des afrikanischen Musikensembles - passend zum „Fest der Weltkirche“, zu dem das Internationale Katholische Missionswerk missio mit dem Erzbistum Paderborn als Gastgeber der Eröffnung eingeladen hatte.

Den europäischen Blick für die Weltkirche zu öffnen, ist eines der Ziele von missio. Dass Initiativen an der Basis von Kirche und Gesellschaft dabei mithelfen, zeigte der „Marktplatz der Welt“ auf dem Paderborner Domplatz.

Ein „Weltendorf“ hatten Schüler der Städtischen Realschule Lichtenau im Rahmen einer Aktionsidee der Sternsinger gebaut: In mehrwöchiger Arbeit zimmerten sie aus unterschiedlichen Materialien typische Häuser aus verschiedenen Teilen der Welt zusammen: eine Hütte aus Madagaskar, Häuser aus der Mongolei und Bangladesch, ein Pfahlhaus, wie es für Papua-Neuguinea, Schwerpunktland der missio-Aktion, charakteristisch ist. „Die Anregung zu unserer Aktion hatten wir aus der missio-Zeitschrift für Schulen und Katecheten“, erläutert Annette Peitz. Die Lehrerin gesteht, dass es schon „eine Herausforderung war, etwa mit Kindern der fünften Klasse ein Pfahlhaus aus Papua-Neuguinea nachzubauen und die ganze Aktion rechtzeitig zur Kampagne fertig zu bekommen.“ Aber die Kinder hätten bei dieser Gelegenheit viel über die einzelnen Länder gelernt, so die Pädagogin. Und deshalb kombinierte der Stand der Schule die Präsentation des „Weltendorfes“ mit Plakaten, in denen sie Informationen etwa zur Umweltzerstörung auf Papua-Neuguinea oder zur Ausbeutung des seltenen Rohstoffs Coltan im Kongo präsentierten.

missio-Truck lässt in die Identität eines Flüchtlings im Kongo schlüpfen

Unmittelbar gegenüber hielt der missio-Truck zum Thema Menschen auf der Flucht. In den kommenden Wochen wird dieser Truck im Erzbistum Paderborn unterwegs sein, etwa in Bad Driburg. Dann fährt er Richtung Süden, nach Bamberg. Vor der Tür zum Truck warteten Besucher, und Julian Brummelte, Student und ehrenamtlicher Helfer bei missio, erklärte ihnen den Ablauf beim Rundgang durch die multimediale Ausstellung im Inneren: „Jeder kann sich auf dem Rundgang eine virtuelle Identität eines Menschen im Kongo zulegen“, erläuterte der junge Mann. Etwa als „Sara“, ein 16jähriges Mädchen aus einem kongolesischen Dorf, das dort vertrieben wurde und seit ihrem achten Lebensjahr mit ihrer Mutter in verschiedenen Flüchtlingslagern lebt; oder als „Eric“, 18 Jahre, ebenfalls ein kongolesischer Flüchtling, der sich mit Gelegenheitsjobs als Hilfsarbeiter und Automechaniker unter freiem Himmel durchschlägt. Jeder Besucher verwandelte sich also in eine dieser Personen und begibt sich an computersimulierten Stationen auf eine virtuelle Flucht. „Wir haben diese Ausstellung bewusst auf die Situation im Kongo konzentriert“, so Julian Brummelte, „weil dort alle Krisenmomente Afrikas zusammentreffen: ethnische Konflikte, Gier nach dem Rohstoffreichtum des Kontinents.“ Der Student hat zum Thema „Flucht“ einen persönlichen Bezug: Julian war gerade für ein Jahr in den USA, hat dort in El Paso an der Grenze zu Mexiko in einem Haus für „migrantes“, illegale Einwanderer mitgearbeitet. Auch die „migrantes“ mussten ihre Heimat in Mexiko oder Mittelamerika verlassen - getrieben von sozialer Not.

Von den Problemen des Schwerpunktlandes Papua-Neuguinea berichteten zwei missio-Gäste während des Bühnenprogramms beim „Fest der Völker“, moderiert vom domradio Köln. Schwester Anna Damas und Bischof Gilles Cotes stammen beide nicht aus Papua-Neuguinea, sie sind Deutsche und Kanadier. Ihr missionarischer Impuls führte sie ans Ende der Welt.

Schwester Anna, aus Duisburg gebürtig, wollte ursprünglich Entwicklungshelferin werden. Ihre Begegnung mit den Steyler Missionsschwestern veränderte ihre Sicht. „Ich wollte wirklich mit den Menschen ihr Leben und ihren Glauben teilen, Missionarin werden.“ So trat sie dem Orden bei, studierte in Münster Theologie und wurde Pastoralassistentin im Bistum Aachen. „Papua-Neuguinea hatte ich zunächst gar nicht auf meiner Landkarte. Aber dann kam ein Anruf der Ordensleitung, dass dort eine Schwester genau mit meiner Ausbildung gesucht wurde.“ Seit 2006 lebt Schwester Anna im Inselstaat nördlich von Australien. Was Schwester Anna bei allen Problemen beeindruckt, die der rasante Wandel des Landes verursacht, ist die Glaubensstärke und Glaubensfreude der Menschen, die gerade in der Bibelarbeit zum Vorschein tritt. „Sie leben die Bibel wirklich, Glaube und Alltag sind nicht getrennt. Und die Menschen in Papua-Neuguinea verstehen gerade die Geschichten des Alten Testaments, die Geschichten über die Stämme Israels, Geschichten aus einer agrarischen Gesellschaft sehr gut, weil sie ihrer Lebenswirklichkeit entsprechen. Die Menschen in Papua-Neuguinea reden über ihren Glauben.“ Wenn sie eines Tages nach Deutschland zurückkehren würde, gestand die Ordensfrau, „dann werde ich wieder leiden unter dem, worunter ich früher schon gelitten habe, unter der Sprachlosigkeit in Glaubensdingen. Ich wünsche den Deutschen sehr, dass sie wieder eine eigene Sprache des Glaubens finden.”

„Wünsche den Deutschen einen starken Glauben und Lächeln im Gesicht“

Bischof Gilles Cotes wusste schon als Junge, dass er Missionar werden wollte. Eine Begegnung zu Hause mit einem Priester und Missionar hatte ihn so nachhaltig beeindruckt, dass dies zu seinem Lebensziel wurde. Zur Situation in Papua-Neuguinea erklärte der Bischof: „Die Menschen dort stehen grundsätzlich vor ähnlichen Problemen wie in Deutschland. Denn die Globalisierung und ihre wirtschaftlichen und sozialen Folgen sind ein weltweites Phänomen.“ Die Kirche, ob in Papua-Neuguinea oder anderswo, spiele eine wesentliche Rolle, wenn es darum gehe, die Herausforderung von Modernisierung und beschleunigter Urbanisierung zu bewältigen. Der Vorteil der Kirche in Papua-Neuguinea sei, dass sie ein junge Kirche sein, deren Aufschwung erst mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wirklich begonnen habe. „Die Kirche Europas trägt den Schatz und die Last jahrhundertealter Traditionen mit sich. Unsere Kirche kann sich der Zukunft unbefangener stellen.“ Den Menschen in Deutschland wünschte der Bischof „einen starken Glauben und Lebensfreude, die ein Lächeln in ihr Gesicht zaubert.“

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