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Geigenkinder in Indien

WDR-Morgenandacht am Dienstag, 22. Oktober 2013

von Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident (Aachen)

Den nachfolgenden Text bieten wir Ihnen auch zum Anhören an:

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Im Himalaya versetzt Musik Berge. © missio / David Sünderhauf

Es gilt das gesprochene Wort.

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

endlich ausschlafen. Gestern haben in Nordrhein-Westfalen die Herbstferien begonnen. Die Schüler freuen sich: Zwei Wochen kein Mathe, keine Hausaufgaben, keine Klassenarbeiten, kein Stress mit den Lehrern. Zwei Wochen einfach nur machen, was man will. Toll! Wenn es doch immer nur Ferien gäbe! Ein Leben lang nichts mehr lernen müssen! Aber wäre das wirklich so toll?

Ich glaube nicht. Ich denke da an ein Schulprojekt der Jesuiten im Himalaya, das wir von missio unterstützen. Die Lehrer dieser Schule im Nordosten Indiens unterrichten Kinder, die aus ärmsten Verhältnissen kommen. Ihre Eltern leben in Lehmhütten, werden von Großgrundbesitzern ausgebeutet und sind größtenteils Analphabeten. Der Clou an dieser Schule: Die Kinder pauken nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen, sondern auch – Geige spielen, und zwar von der ersten Klasse an.

Vor zwanzig Jahren hatte Pater Edward McGuire diese ungewöhnliche Idee. Der Schulgründer beobachtete einmal, mit welcher Hingabe seine Schützlinge einem Violinkonzert zuhörten. Sofort kaufte er Geigen für die Schüler und Musik wurde zu einem der wichtigsten Schulfächer - bis heute. Damit stärkt die Schule Konzentrationsfähigkeit - und - das Selbstvertrauen der Jungen und Mädchen; denn Geige spielen ist in dieser Gegend eigentlich nur etwas für die wenigen Privilegierten.

Die Schule hat Erfolg: Einige Geigenkinder aus dem Himalaya studieren mittlerweile, andere arbeiten als Lehrer oder in großen Hotels. Das freut uns von missio. Denn wir investieren in die Ausbildung asiatischer oder auch afrikanischer Ortskirchen, weil wir glauben, dass nur Bildung die Menschen vor Ort befähigt, ihr Land voranbringen. Das hat etwas mit Menschenwürde zu tun – dass ein Mensch seine Zukunft in die eigenen Hände nehmen kann, das macht ihn frei und selbstständig, so wie Gott den Menschen will. In die Schule zu gehen ist ein Menschenrecht.

Vor allem aber imponieren mir die Eltern der Geigenkinder. Sie lassen sich nicht unterkriegen und glauben fest an die Zukunft ihrer Söhne und Töchter. Da sind Väter und Mütter wohl auf der ganzen Erde gleich. Auch in Deutschland machen sie sich Sorgen um gute Noten, einen guten Schulabschluss und Beruf ihrer Kinder. Das ist nicht immer einfach und sorgt auch für Zoff zwischen den Generationen. Die Geigenkinder in Indien können Eltern hier in Deutschland da nur ermutigen, auch fest an ihre Kinder zu glauben und manchen Zoff auszuhalten. Es lohnt sich.

Denn wie im Himalaya Musik Berge versetzt, zeigt doch auch: Kinder sind so etwas wie geborene Schüler. Sie haben eine natürliche Lust auf Neues, lassen sich begeistern und ansprechen. Man muss den richtigen Ton treffen. Ehrlich – ein Leben lang Ferien wären doch irgendwann echt langweilig. Kinder wollen lernen.

Bis es aber wieder soweit ist mit der Schule, wünsche ich Ihnen allen schöne Ferien, Ihr Klaus Krämer von missio Aachen.

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