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Aktion „Saubere Handys“

WDR-Morgenandacht am Donnerstag, 24. Oktober 2013

von Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident (Aachen)

Den nachfolgenden Text bieten wir Ihnen auch zum Anhören an:

Sie benötigen einen Flash-Player um diesen Film zu sehen.
Kongo, Krieg und unsere Handys.

Es gilt das gesprochene Wort.

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

ohne Frage - Handys sind nützlich und sie machen Spaß. Ich selbst bin froh, im Smartphone nachschauen zu können, wann mein Zug fährt oder wer mir gerade eine E-Mail geschrieben hat. Ich bin ehrlich: Ich möchte mein Smartphone nicht missen.

Aber was steckt eigentlich in einem Smartphone drin? Nur ein Akku, ein Computerchip und viel, viel Technik? Alles richtig – nur – damit ein Smartphone funktioniert, brauchen die Hersteller Coltan. Coltan ist ein seltenes Erz und wird in Minen zum Beispiel im Osten des Kongos abgebaut. Damit lässt sich viel Geld verdienen. Ein blutiges Geschäft.

Rebellen im Kongo finanzieren mit Gewinnen aus dem Verkauf von Coltan ihre Waffen. Sie erobern die Gebiete, in denen Coltan im Boden liegt. Mit unvorstellbarer Brutalität wird die Zivilbevölkerung ausgeraubt, vertrieben, vergewaltigt und getötet. So mutieren nette Smartphones schnell zu blutigen Handys.

missio hat deshalb die Unterschriftenkampagne "Aktion Saubere Handys" gestartet. Rund 10.000 haben bisher unterschrieben. Die Mobilfunkindustrie soll überprüfbar nachweisen, dass sie kein Coltan aus dem Handel oder Zwischenhandel mit Rebellen aus dem Kongo benützt. Nur so lässt sich der blutige Krieg um Rohstoffe in dem afrikanischen Land austrocknen – und damit den Opfern helfen.

Wer schon heute den Opfern vor Ort im Kongo hilft, ist die katholische Ordensfrau Thérèse Mema. Sie arbeitet an einem Traumazentrum. Dort betreut sie vergewaltigte Frauen – denn Vergewaltigung ist im Kongo eine Kriegswaffe. In diesem Sommer traf ich Thérèse Mema in Deutschland. Sie berichtete über ihre Arbeit. Dabei erzählte sie von einem Mädchen, das im Alter von elf Jahren Opfer der Rebellen wurde.

Sie denkt, sie hat keine Chancen mehr in ihrem Leben, keine Perspektiven. Aber wir versuchen ihr beizubringen, dass sie ihre Zukunft noch vor sich hat und dass noch ganz viele schöne Dinge auf sie warten. Trotz allem, was bisher war. Und wir sagen ihr, dass sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen muss. Sie muss verarbeiten und auch ein Stückweit vergessen, was passiert ist.

Thérèse Mema will in ihrem kirchlichen Traumazentrum den Frauen, die zu ihr kommen, zuerst Hoffnung und Freude am Leben zurückgeben – so weit das überhaupt geht. Das ist sehr schwer, denn die Frauen drohen ein zweites Mal Opfer zu werden, wie Therese Mema auch weiß.

Wenn die Frauen zurück in die Gemeinschaften kommen, werden sie ganz oft abgelehnt und diskriminiert – so werden sie nach der Vergewaltigung zum zweiten Mal zum Opfer. Noch schlimmer ist es, wenn sie dabei schwanger werden und das Kind behalten wollen. Diese Kinder sind ja völlig unschuldig, doch viele bezeichnen diese Kinder als Bomben. Weil sie glauben, dass sie sich später genauso schlimm verhalten wie ihre Väter.“

Solche Sätze machen mich wirklich betroffen. Denn das alles hat auch mit meiner Lebensweise zu tun. Schwester Therese gibt nicht auf und hilft so gut sie kann. Was aber kann ihr helfen? Ich glaube: fair produzierte Handys – „saubere Handys“. Sicher, das ist nicht die einzige, aber eine wichtige Antwort. Dafür kann man etwas tun, und wenn es nur eine Unterschrift ist, die man hergibt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Tag, Ihr Prälat Klaus Krämer von missio in Aachen.

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