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Flucht – ein Computerspiel

WDR-Morgenandacht am Mittwoch, 23. Oktober 2013

von Prälat Dr. Klaus Krämer, missio-Präsident (Aachen)

Den nachfolgenden Text bieten wir Ihnen auch zum Anhören an:

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Der missio-Truck unterwegs in Deutschland. © Susanne Kruza / missio

Es gilt das gesprochene Wort.

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

ausgerechnet die italienische Insel Lampedusa, wo so viele Flüchtlinge stranden. Als Papst Franziskus seinen ersten Besuch auf der Flüchtlingsinsel antrat, wurde der Altar für die Messe aus einem Flüchtlingsboot gebaut. Das machte der Weltgemeinschaft schnell klar: Für diesen Papst steht die Flüchtlingsfrage ganz oben auf der Agenda – und er fordert die Weltgemeinschaft auf, das Leid der Migranten ebenfalls ganz oben auf die Agenda zu setzen. Wie recht der Papst hat, muss spätestens seit Anfang des Monats klar sein: 500 Kinder, Frauen und Männer aus Eritrea und Somalia sind auf der Flucht vor Hunger und Elend ertrunken, als das Flüchtlingsboot vor Lampedusa kenterte.

Aber im sicheren und behaglichen Deutschland scheint trotz solcher Dramen das Thema weit weg. Die Generation der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg stirbt aus. Wer kann sich hierzulande schon wirklich in die Lage von Menschen versetzen, die über Nacht alles verlassen müssen. Gerade in der jüngeren Generation. Wir bei missio haben uns dazu schon seit längerer Zeit Gedanken gemacht. Und ein Computerspiel entwickelt. Das kann in einem großen Lastwagen gespielt werden, der durch Deutschland tourt. Er hält in Schulen oder auf Marktplätzen. Wir nennen ihn Fluchttruck. Vielleicht hat der ein oder die andere davon schon gehört.

Computerspiel - da denken viele sicher gleich an Ballerspiele! Computerfreaks schlüpfen in die Rolle von Soldaten und müssen möglichst viele Gegner am Bildschirm töten. In unserem Computerspiel im Fluchttruck ist es genau umgekehrt. Der Spieler übernimmt die Rolle eines Flüchtlings im Kongo, der vor einem Überfall auf sein Dorf fliehen muss. Dieser Flüchtling sagt in dem Computerspiel:

„Schon so viele Jahre herrscht bei uns Krieg. Mal mehr, mal weniger. In wechselnden Allianzen kämpfen Soldaten, Milizen und Rebellen aus dem Kongo und Nachbarländern.“

Seine Angehörigen wurden grausam getötet, sagt der Flüchtling als Computerfigur:

„Mit Benzin übergossen und angezündet, so hab‘ ich‘s zumindest gehört.“

In dieser Rolle eines Flüchtlings also muss der Computerspieler Aufgaben lösen. Er muss blitzschnell entscheiden: Was muss ich als Flüchtling auf der Flucht unbedingt mitnehmen, bevor mein Dorf überrannt wird? Den Personalausweis? Etwas zu essen? Wie komme ich zu meinem Bruder nach Nairobi, die so weit entfernte große Stadt? Da kommen viele im Fluchtruck ins Schwitzen. Und das sollen sie auch - spüren, wie es sich anfühlt, ein Flüchtling zu sein.

missio will mit dem Spiel in Deutschland Verständnis für das Schicksal von Flüchtlingen wecken. Nur so kann der Impuls wachsen, zu helfen. Und das machen wir bei missio heute schon vor Ort in den Kriegs- und Krisengebieten. Es gehört nach den Worten von Papst Franziskus sogar zum Kerngeschäft der Kirche. Dabei geht es um Hilfe für Leib und Seele. Ein Dach oder Zelt über dem Kopf, Essen und Wasser ist für Flüchtlinge sehr wichtig. Genauso wichtig ist aber auch die menschliche Zuwendung. Das wissen wir zum Beispiel von Ordensschwestern im Libanon, die Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen. Sie setzen sich zu den Flüchtlingen in die Zelte, nehmen einfach ihre Hand, beten mit ihnen oder schweigen. Das sind zwar nur kleine Zeichen, aber tun den Flüchtlingen einfach nur gut. Das ist Seelsorge, wie sie Papst Franziskus versteht.

Manchmal sind es die scheinbar kleinen Dinge, die wichtig sind. Vielleicht gibt es heute jemand, der von Ihnen gerade so ein kleines Zeichen braucht. Dass Sie dann wissen, was zu tun ist, das wünscht Ihnen Klaus Krämer vom Hilfswerk missio in Aachen.

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