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Abbé Charlemagne Sawadogo

Gast im Monat der Weltmission 2017

Der Albtraum vom schnellen Gold

Abbé Charlemagne Sawadogo

Die extreme Hitze lässt das Goldgräberfeld flimmern. Hunderte Löcher, tief in die Erde gegraben, erstrecken sich über Kilometer. Abbé Charlemagne Sawadogo nimmt die Hitze und den alles durchdringenden Staub in Kauf, denn er sorgt sich um die vielen Kinder und Jugendlichen, die in den illegalen Goldminen leben und arbeiten. „Wegen der extremen Armut im Land hoffen viele Menschen, bei der Suche nach Gold reich zu werden. Oft riskieren sie dabei ihr Leben“, erklärt der 33-jährige Jugend- und Kinderseelsorger des Bistums Ouahigouya.

Im Norden von Burkina Faso, zu dem das Bistum gehört, lagern große Goldvorkommen in der Erde. Tausende suchen ihr Glück in den illegalen Goldminen. Sie graben tiefe Stollen in die Erde. Oft brechen die Schächte ein und Menschen sterben. Tagsüber zerschlagen Mädchen und Frauen Steine, damit das Gold ausgewaschen werden kann, auch mithilfe von Quecksilber und Zyankali.

„Viele Menschen riskieren bei der Suche nach Gold ihr Leben."

Abbé Charlemagne kümmert sich um die vielen Kinder und Jugendlichen und wirbt für den Schulbesuch. Immer wieder hilft er auch Mädchen, die sich in den Minen prostituieren und aus dem Milieu aussteigen wollen wie Pascaline. „Nach dem Tod ihrer Eltern musste sie die Schule abbrechen, suchte Arbeit in einer Goldmine. Tagsüber zerschlug sie Steine, nachts prostituierte sie sich – und wurde schwanger“, erzählt Abbé Charlemagne. „Als ich sie traf, hatte sie gerade einen kleinen Jungen geboren und war völlig verzweifelt.“

Er half ihr, mit einem Kleinkredit einen Lebensmittelstand zu starten. Heute können sie und ihr Kind gut davon leben. „Jetzt ist Pascaline verlobt und ihre Hochzeit steht kurz bevor“, berichtet Abbé Charlemagne stolz. Angesichts des großen Elends so vieler junger Menschen möchte Abbé Charlemagne in der Nähe jeder der drei großen Goldminen der Region ein „Zentrum der Begleitung“ mit Versammlungs- und Unterrichtsräumen, einer Erste-Hilfe-Station und einem Gebetsraum errichten. Dort plant er, zusammen mit seinem Team, Kinder und Jugendliche zu betreuen. „Wir möchten noch vielen anderen helfen, so wie wir Pascaline helfen konnten“, erklärt Abbé Charlemagne.

Text: Bettina Tiburzy

Helfen, wo es am Nötigsten ist

Wir sind Partner der Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. Schwerpunkt unserer Projektfinanzierung ist die Ausbildung kirchlicher Fachkräfte für ihre Arbeit mit bedrängten und Not leidenden Menschen. Im Jahr 2016 konnten wir rund 1.250 Projekte mit 49 Millionen Euro fördern.

Sonntag der Weltmission

Fast die Hälfte der weltweit rund 2.500 Diözesen der katholischen Kirche befindet sich in Ländern, die wie Burkina Faso zu den ärmsten der Welt gehören. Am Sonntag der Weltmission sammeln mehr als 100 päpstliche Missionswerke Spenden für sie. Kirchliche Arbeit ist hier nur dank der Solidarität der Katholiken weltweit möglich. In Deutschland findet die Kollekte am Sonntag, den 22. Oktober 2017, statt.

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Abbé Charlemagne Sawadogo (PDF, 1.69 MB)
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