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Wer Frieden predigt, lebt gefährlich

Erzbischof Francois-Xavier Maroy
Mutiger Erzbischof© Bettina Flitner / missio

Erzbischof Maroy setzt sich im Kongo mutig für Frieden und Versöhnung ein

Nur um wenige Zentimeter verfehlte die tödliche Kugel seinen Kopf bevor sie in der Wand stecken blieb. „Sehr ihr da oben das Loch? Da schoss die Kugel durch und dann flog sie über meinen Kopf“, erzählt François Xavier Maroy. Rebellen hatten den Erzbischof aus dem Kongo im Visier, weil sie seine Friedensmission stoppen wollten. Seinen Vorgänger hatten die Bewaffneten bereits auf offener Straße erschossen.

Maroy lebt im Osten des Kongo, seit 2006 ist er Erzbischof von Bukavo. In dem Land, wo seit 1996 die blutigsten Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg wüten, kämpfen ruandische Rebellen, die Mai-Mai-Krieger und die kongolesischen Regierungssoldaten gegeneinander. Gleichzeitig haben sie einen gemeinsamen Feind: die Zivilbevölkerung. Plünderungen und brutalste Vergewaltigungen sind traurige Realität. Die Vereinten Nationen bezeichnen den Kongo als das Zentrum der Vergewaltigungen. Für Frauen gilt das Land als der gefährlichste Ort der Welt. Stunde für Stunde werden 48 Frauen sexuell missbraucht. „Vergewaltigungen werden als Waffe eingesetzt, um die Familien aus den Gebieten zu vertreiben, wo wertvolle Rohstoffe abgebaut werden“, klagt der Erzbischof an.

Wertvolle Bodenschätze im Visier der Rebellen

Was die Menschen dort seit Jahren erleben, ist unvorstellbar. Das bitterarme Land Kongo gehört zu den rohstoffreichsten Staaten der Welt. Diamanten und Gold kommen von dort. Eine wahre Schatzgrube sind die Coltan-Minen im Osten des Landes. Dieses seltene Mineral wird für die Herstellung von Mobiltelefonen benötigt. Ohne Coltan gäbe es Funkstille auf dem Handymarkt. „Die Rebellen erobern gezielt jene Gebiete, wo der wertvolle Rohstoff zu finden ist. So fliehen die Menschen aus ihren Dörfern und die Bodenschätze können ausgebeutet und illegal exportiert werden“, berichtet Erzbischof Maroy.

Trauma-Zentren für die Opfer

Doch der Erzbischof gehört zu den mutigen Stimmen in der von Gewalt beherrschten Region im Osten des Kongo. Der 56-Jährige lässt sich nicht einschüchtern und führt seine gefährliche Mission unerbitterlich fort. Mit Unterstützung des katholischen Hilfswerks missio hat er Trauma-Zentren für notleidende Menschen aufgebaut. „Das was hier passiert, ist eine Tragödie. Wer Verbrechen verhindern kann und dies nicht tut, macht sich mitschuldig“, sagt er. Was es bedeutet, sich für Frieden und Versöhnung einzusetzen, hat der entschlossene Mann am eigenen Leib erfahren. Um nicht täglich an den Angriff der Rebellen erinnert zu werden, hat er einen Schrank vor das Einschussloch in der Wand geschoben. Mit viel Gottvertrauen und einer Portion Humor geht er mit der Situation um. „Ich bin nur froh, dass ich nicht so groß bin. Sonst würde die Kugel in meinem Kopf stecken“, so der Erzbischof.

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